Viel Beifall, viele „Bravo“-Rufe

Nach den Vorberichten über die junge finnische Dirigentin Eva Ollikainen war das Publikum im 7. Philharmonischen Konzert gespannt auf die musikalische Leiterin des Abends. Im Theater am Marientor gab es schließlich großen Beifall für die Künstlerin, die ein Programm mit starken finnischen Akzenten leitete.

Gleich die Eröffnung mit „Ad Astra“ von Ville Matvejeff führte nach Finnland. Als das Stück 2009 uraufgeführt wurde, war Matvejeff gerade einmal 23 Jahre alt und man hört diesem Werk auch eine gewisse jugendliche Unbekümmertheit im Umgang mit der Tonalität an. Während sich andere Komponisten den Kopf über mathematisch schlüssige Melodien und Akkorde zerbrechen, schreibt der Finne Musik, die schön ist. So gibt es für den anwesenden Komponisten lang anhaltenden Beifall.

Gastdirigentin Eva Ollikainen hält sich bei „Ad Astra“ und bei der folgenden Sinfonia concertante Es-Dur KV 297b von Wolfgang Amadeus Mozart noch merklich zurück. Klar und deutlich schlägt sich mit der rechten Hand den Takt, während sie die Linke nur gelegentlich hebt, um eine Stelle besonders zu unterstreichen. Ansonsten steht sie ruhig auf dem Dirigentenpult und wirkt etwas zurückhaltend. Bei der Sinfonia Concertante ist Ollikainen besonders als Koordinatorin zwischen den vier Solisten und dem in kleiner Besetzung begleitendem Orchester gefordert, so dass hier wenig Raum für eine persönliche Note bleibt. Mozarts Musik wird in den ersten beiden Sätzen zurückhaltend musiziert, dramatische Aspekte bleiben nur angedeutet.

Das solistische Bläser-Quartett aus den Reihen der Philharmoniker macht seine Sache sehr gut. Hornist Nicolai Frey und Fagottist Anselm Janissen sind meist für die Grundierung zuständig, während Imke Alers an der Oboe und Andreas Oberaigner Mozarts Melodien schön zum Blühen bringen. Das Andantino con variazioni wird von den vier Solisten aber ausgelassen musiziert, so dass die Töne munter dahin perlen. Mit der Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43 geht es nach Pause erneut in die Heimat der Dirigentin, die dieses 45-minütige Werk auswendig dirigiert. Eine beachtliche Leistung, wenn man den Umfang der groß besetzen Partitur bedenkt. Bei Sibelius geht sie stärker aus sich heraus, schlägt große Bögen und wendet sich immer wieder den einzelnen Instrumentengruppen zu. Die herbe und melancholische Schönheit dieser Symphonie beherrscht die Dirigentin perfekt.

Klug disponierend gestaltet sie auch den triumphalen Schluss, wobei überrascht, wie stark sie das Finalthema von den Kontrabässen und der Tuba attackieren lässt.

Viel Beifall, viele „Bravo“-Rufe.