Videosichtung diente nur der Vorbereitung
04.08.2010 | 18:02 Uhr 2010-08-04T18:02:00+0200
Duisburg.Die Ereignisse um den 24. Juli, dem Tag des tragischen Loveparade-Unglücks, sorgen noch immer für wilde Spekulationen. An diesen beteiligte sich nun auch „Spiegel-Online“.
Am Mittwoch veröffentlichte das Portal einen Bericht mit dem Titel „Großes Kino für den Chef“. Darin wirft Spiegel-Online der Duisburger Polizei vor, am 26. Juli um 14 Uhr Videomaterial gesichtet zu haben, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr zuständig gewesen sei. Ein hochrangiger Kriminalist sowie ein Dienststellenleiter und ein Chefauswerter sollen laut Spiegel-Online eine „fast einstündige Privatvorführung“ bekommen haben.
Ein Sprecher der Polizei in Köln, die mittlerweile mit den Ermittlungen betraut ist, relativierte die Vorwürfe: „Das ist ein üblicher Vorgang bei der Übergabe eines Ermittlungsverfahrens.“
Ein Sprecher der Duisburger Polizei entkräftete die Anschuldigungen: „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Fakten ans Licht kommen. Die Sichtung des Videomaterials ist unserer Berichtspflicht und somit der Vorbereitung des ersten öffentlichen Statements des Innenministers vom 28. Juli geschuldet. Anschließend sind die Ermittlungen eingestellt und alle Materialien an die Kollegen in Köln übergeben worden.“

19:01
Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-
www.loveparade2010doku.wordpress.com
11:37
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11:12
Derzeit wird die Schuld an der Loveparade-Katastrophe zwischen Behörden und Veranstalter hin und hergeschoben. Warum fragt eigentlich niemand nach der Schuld der Besucher? Heute ist es doch in unserer Gesellschaft gang und gäbe, sich durchzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste. Disziplin und Respekt sind für die meisten Fremdworte. Tagtäglich kann man dies beobachten oder am eigenen Leib miterleben, wenn man öffentliche Verkehrsmittel benutzt, am Straßenverkehr teilnimmt oder Großveranstaltungen wie die Loveparade besucht. Selbst Polizeibeamte müssen sich übelste Beschimpfungen anhören oder sich gar Handgreiflichkeiten erwehren.
Vor zehn Jahren habe ich mit meiner Frau ein Konzert von Tina Turner im Wembley-Stadion (letzte Großveranstaltung vor dem Abriss) in London besucht. Nach dem Konzert machten sich die Menschenmassen auf zum etwa 400 bis 500 Meter entfernten Bahnhof, erreichbar durch einen etwa 15 m breiten Schlauch. So alle 50 bis 100 m stand berittene Polizei. Wenn die Pferde in Gehrichtung standen, bewegte sich die Menschenmasse, ohne dem Nebenmann zu nahe zu kommen, geschweige denn ihn anzurempeln. Standen die Pferde quer zur Gehrichtung, weil der Zug voll war und abfuhr, blieben alle wie auf Kommando stehen. Stand ein neuer Zug bereit, drehten sich die Pferde und die Masse setzte sich wieder in Bewegung. Ein Verhalten, das bei uns undenkbar ist. Warum? Wohl eine Folge unserer Spaßgesellschaft mit ihrer falsch verstandenen Toleranz.
von baldi48, 5.8.2010
11:01
Zu Heribert:
Schade, daß Sie zu den Artikeln kein genaues Datum geschrieben haben. Dann könnte ich die nachlesen. Traue nämlich keiner Aussage mehr. - Die Presse sollte sich aber auf jeden Fall mal selber unter die Lupe nehmen. -
Nein, man kann nicht sagen, daß Herr Sauerland alleine Schuld hat; auch nicht wieviel; und ob überhaupt, müssen die Staatsanwälte ermitteln und die Richter beurteilen. Als OB hat er aber nach der Katastrophe komplett versagt, ist abgetaucht und ist sich nur noch in Schuldabweisungen ergangen. Die Angehörigen der Opfer, die Verletzten, die traumatisierten Menschen, seine Mitarbeiter und nicht zuletzt uns Duisburger Bürger und Bürgerinnen hat er im Regen stehen gelassen. Das ist eines OBs unwürdig. Er hätte bis zur endgültigen Klärung der Ursachen sein Amt ruhen lassen können. Noch nicht einmal das hat er getan. -
Und die CDU? Fordert sie deshalb die Absetzung von Herrn Sauerland wie seinerzeit Herr CDU Mahlberg die vom damaligen Polizeipräsidenten Cebin, dem in Sachen Loveparade sogar Falsches vorgeworfen wurde, wie sich jetzt herausstellt? Nein. -
Eine Rufschädigung der besonderen Art. -
Harald Jochums / Duisburg-Rheinhausen
10:22
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21:12
richtig sollte es wohl „Wir haben kein großes Interesse daran, dass die Fakten ans Licht kommen, und die Sache wird solange verschleppt bis sich keiner mehr dran erinnert heißen.