Versicherungsstreit um abgebrannte Luxus-Karosse

Nicht genug damit, dass einem Meidericher am 15. September 2013 das Auto abbrannte. Seine Versicherung, ein Direktversicherer aus Köln, weigerte sich auch noch, den Schaden zu regulieren. Der Duisburger habe vorsätzlich und arglistig eine Vorschädigung verschwiegen, so die Begründung. Das Landgericht Duisburg stellte sich jetzt auf die Seite des klagenden Versicherungsnehmers.

Im April 2012 hatte der Kläger sein Auto - einen nicht mehr ganz neuen Audi Q 7 - bei dem Kölner Unternehmen versichert. Im Februar 2013 war das Fahrzeug bei einem Unfall an der hinteren Seitentür und am Rücklicht beschädigt worden. Ein Gutachter hatte einen Schaden von 6.750 Euro ermittelt, der von der Versicherung des Unfallgegners abgerechnet worden war, den der Kläger aber nicht reparieren ließ.

Vorschaden bewusst verschwiegen?

Dafür dass sein Auto abbrannte, konnte der Meidericher nichts. Dritte hatten das Feuer verschuldet. Die beklagte Kölner Versicherung bestritt auch gar nicht, dass der im Vertrag aufgeführte Schadensfall „Brand“ eingetreten sei. Der Kläger habe aber bei der - rechtzeitig erfolgten - Schadensmeldung vergessen, den Vorschaden anzugeben und damit seine Obliegenheitspflichten grob verletzt. Den von ihrem eigenen Gutachter ermittelten Wiederbeschaffungswert des Wagens von 26.500 Euro wollte das Unternehmen daher nicht zahlen.

Zu Unrecht, fand die 11. Zivilkammer des Landgerichts am König-Heinrich-Platz. Denn in dem Meldeformular für den Schadensfall habe die Versicherung alle möglichen persönlichen Daten des Versicherungsnehmers und die Daten des Wagens abgefragt. In dem Formular fehle allerdings eine Spalte für „Vorschäden“ oder der Hinweis, dass diese anzugeben seien.

Versicherung vergaß zu fragen

Es sei für den Versicherungsnehmer daher nicht ersichtlich gewesen, dass diese Angabe relevant sein könne. Obendrein habe der Kläger ja auch kaum davon ausgehen können, dass der deutlich sichtbare, nicht auf den Brand zurückzuführende Vorschaden am Fahrzeug bei der Begutachtung durch einen Sachverständigen nicht aufgefallen wäre.

Die Versicherung müsse zahlen, so das Urteil der Duisburger Richter. Allerdings minderten sie die Ansprüche des Meiderichers um die Summe des Vorschadens auf 19.900 Euro. Obendrauf sprach sie ihm 1171 Euro für prozessuale Anwaltskosten zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Aktenzeichen 11 O 3/14)