Verletzte des Loveparade-Dramas sind übern Berg
29.07.2010 | 19:33 Uhr 2010-07-29T19:33:00+0200
Duisburg.Nach Angaben der zehn Duisburger Kliniken, die nach der Massenpanik bei der Loveparade die Opfer aufnahmen, sind die Verletzten über den Berg: Bis auf acht konnten inzwischen alle die Krankenhäuser verlassen.
Als die ganze Stadt „nur noch aus Blaulicht und Martinshörnern bestand“, wie sich ein Notarzt mit Schaudern an den Tag des Loveparade-Unglücks erinnert, haben sich Sanitäter, Ärzte und Pfleger vorbildlich verhalten. Darum gibt es am Tag sechs nach der Katastrophe mit 21 Todesopfern und - laut aktueller Zählung rund 580 Verletzten - endlich eine gute Nachricht.
Bis auf acht konnten inzwischen auch jene Patienten, die stationär in Duisburger Krankenhäusern behandelt werden mussten, die Kliniken wieder verlassen. Und diese acht werden - wie die bereits Entlassenen - wohl körperlich bis auf einige Narben keine bleibenden Schäden zurückbehalten.
Dieses Fazit zogen am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung die zehn Krankenhäuser, die Opfer der Loveparade aufgenommen hatten. Es wird zudem niemand mehr auf der Intensivstation betreut. Die Lebensgefahr ist gebannt. Einem aufopferungswilligen Heer von Helferinnen und Helfern ist das zu verdanken. „Bei uns sind alle Chirurgen sofort an Bord gewesen“, erzählt Annette Debusmann vom Malteser-Krankenhaus St. Anna.
Überall das gleiche Bild
Aber nicht nur sie.Und nicht nur im Malteser. In allen Kliniken das gleiche Bild: auch die Schwestern, sogar das Lehrpersonal der Pflegeschulen, Männer und Frauen vom Empfang, die Mitarbeiter strömten ins Haus, sobald sie von der Tragödie erfahren hatten. Aus der Freizeit, aus dem Urlaub, von unterwegs nach einer gerade erst beendeten Schicht.
„Ich war schwer begeistert“, erinnert sich immer noch beeindruckt Oberarzt Dr. Ole Ackermann vom Klinikum Wedau, der dort die Koordnination der Patienten-Aufnahme übernommen hatte. „Irrsinnig viele kamen ohne Anruf, ganz spontan. So konnten wir jeden Patienten annehmen und gut versorgen. Wir hätten sogar noch mehr aufnehmen können.“
Warten auf die Entlassung
200 Loveparade-Opfer wurden hier versorgt, 50 davon stationär. Jetzt wartet nur noch einer auf seine Entlassung. In sämtlichen Kliniken fanden Patienten, die wegen ihrer furchtbaren Erlebnissen unter Schock standen - und das ebenso extrem belastete Personal - ein offenes Ohr bei Seelsorgern beider Konfessionen und hauseigenen Psychologen. Das Klinikum bot Mitarbeiter gestern noch Gespräche im Andachtsraum an.
Die medizinischen Helfer lobten ihrerseits die Angehörigen und Freunde der Verletzten. „So viel Rücksicht und gegenseitige Unterstützung hätten wir nicht für möglich gehalten. Das bietet die beste Basis für eine Genesung, die man sich vorstellen kann“, betont Gabriele Beyer vom Ev. und Johanniter Krankenhaus Duisburg-Nord. Auch dort wird der letzte der 40 Loveparade-Patienten in Kürze geheilt nach Hause geschickt.

08:41
Zumindest die Duisburger-Kliniken berichten es....
Wenn da mal nicht noch mehr Todesopfer zu kommen. Eine junge Frau soll noch im sterben liegen....
Traurig alles
08:18
@#15
Exakt das habe ich mir auch gedacht. Anfang der Woche war an verschiedenen Stellen groß zu lesen: Keine Verletzten mehr in Lebensgefahr. Zu der Zeit waren es noch 19 Tote...
Keiner weiss was Genaues, aber jeder will der Erste sein.
07:45
Hatten wir die Meldung, daß keiner mehr in Lebensgefahr schwebe, nicht schon Montag? Sind dann nicht noch zwei Menschen gestorben? Sollte man diese Meldungen nicht einfach mal sein lassen?
01:00
Und diese acht werden - wie die bereits Entlassenen - wohl körperlich bis auf einige Narben keine Schäden zurückbehalten.
Das ist doch die schönste Nachricht seit Samstag.
Nicht nur, das fasst alle wieder zu Hause sind, sondern auch, das körperlich nur Narben zurückbehalten werden (es hätte auch so kommen können, das der eine oder andere aufgrund seiner Verletzungen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann).
Und Ihr Stänkerer:
Freut Euch doch auch mal über eine gute Nachricht und redet nicht alles schlecht.
22:39
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22:33
Dieser Artikel bedeutet: Drahtzäune oder Baugitterabsperrungen sind ja total ungefährlich und eignen sich hervorragend für Massen in einer totalen Ausnahmesituation! Test bestanden! - Leute prüft es doch nach! Steckt doch mal Arme und Beine von drei bis fünf Personen durch diese kleine Quadrate eines Bauzauns und lasst anschießend mal so knapp 300 - 800 oder sogar 1200 Personen in 4 Minuten übers Gitter rennen, während ihr in Seelenruhedarunter liegt! Wie krank ist das denn?
Alle Verletzten brauchten eigentlich nur ein paar Pflaster und hatten nur kleine Hautabschürfungen!
22:21
is klar, von denen die noch im krhs. liegen ist glaub ich noch keiner übern berg. deswegen sterben immer noch menschen......
mitlerweile sind es 21 menschen die ihr leben gelassen haben, aber was ist mit denen , die das erlebnis nicht verkraften, wie die vielen helfer, die privat oder dienstlich geholfen haben.
die jungs und mädels die als erstes geholfen haben, von den hiorgs, die waren zwischen 16-18 Jahre alt, zivis...
vor denen muß man erst mal den hut ziehen, und ein dickes DANKE aussprechen, den die wurden vergessen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
22:08
Im Ernst - das ist nämlich bisher zu kurz gekommen. In der Berichterstattung.
Die Sanitätskräfte haben - obwohl auf die Möglichkeit einer derartigen Großschadenlage in keiner Weise informiert - absolut professionell gehandelt.
Ein Kollege aus Leverkusen hat mir erzählt, dass am Samstag Abend mehrere Rettungshelikopter über sein Haus geflogen sind. Das waren die SAR und Christof X Einheiten, die auf der A59 die heimischen Notärzte unterstützt haben.
Am Sonntag bin ich morgens Richtung Mülheim-Heißen und mittags wieder zurück nach Duisburg gefahren. Auf der A40.
Beide Male sind mir Kolonnen mit Blaulicht auf der Gegenfahrbahn entgegen gekommen. Katastrophenschutz, der offensichtlich die Sanitätskräfte, die teilweise schon seit 36 - 48 Stunden im Einsatz waren, ablösen sollte.
Das sind die stillen Helden dieser unglaublichen politischen Sauerei.
Trotz des Elends und der Trauer - die wir alle empfinden - wir sollten auch stolz sein. Auf unsere ganz ganz stillen Helden.
Wer weiß - wie viele Tote es sonst gegeben hätte. Das sollte sich das Jabba-Abziehbild am Burgacker mal zu Gemüte führen!
22:06
sorry, es hätte heißen müssen physisch übern Berg...alles andere wird vermutlich niemals geheilt werden können.
trotzdem eine gute nachricht.
21:38
Die Ärzte und Sanitäter haben das unmögliche, möglich gemacht!
Vielen Dank dafür...
Aber wie @von Niederrheinerin79 schon sagte, da gibt es noch ganz andere berichte, wenn man das googelt.....z.b. vom unfallklinikum, wie kann das sein?