Verkaufsstart bei Zoo Zajac – neue Vorwürfe und noch mehr Welpen

Deutschlandpremiere: Am Freitag können Kunden bei Zoo Zajac in Duisburg erstmals Hunde kaufen. Die 22 Welpen, die zurzeit noch unter Quarantäne stehen, seien „kerngesund“ und „topfit“, sagt Zajac. Tierschützer erheben indes neue Vorwürfe gegen ihn.
Deutschlandpremiere: Am Freitag können Kunden bei Zoo Zajac in Duisburg erstmals Hunde kaufen. Die 22 Welpen, die zurzeit noch unter Quarantäne stehen, seien „kerngesund“ und „topfit“, sagt Zajac. Tierschützer erheben indes neue Vorwürfe gegen ihn.
Foto: WNM
Was wir bereits wissen
High Noon in Neumühl: Morgen startet Norbert Zajac den umstrittenen Handel mit Hunden. Peta schickt Tierrechtler, die Tagesschau ein Kamerateam, die „Initiative gegen Welpen-Discount“ erhebt neue Vorwürfe gegen Zoo Zajac. Das Geschäft erwartet eine hohe Nachfrage. Und neue Welpen.

Duisburg.. Vorigen Freitag, so schwärmt Norbert Zajac, „hätte ich 50 Welpen verkaufen können“ – so groß sei das Interesse zum Kauf entschlossener Kunden gewesen. Der Tierhändler musste ihnen erklären, dass die im Geschäft angekommenen Hunde erstmal eine Woche in der Quarantänestation unter Beobachtung stehen, ehe sie erhältlich sind. Morgen, am 20. Januar, um 10.30 Uhr aber kommt es zur leidenschaftlich umstrittenen Deutschlandpremiere: Als erstes Tierfachgeschäft im ganzen Land bietet Zoo Zajac Hundewelpen feil. Zwölf Dackel, Stückpreis: zwischen 800 und 900 Euro, fünf Labradoodle und tags darauf auch noch fünf Australian Shepherd für je 995 Euro.

Zu dieser Sortimentserweiterung kündigt die Tierrechtsorganisation Peta Proteste am Konrad-Adenauer-Ring in Neumühl an. Neben mehreren Privatsendern will sogar die Tagesschau ein Kamerateam schicken. Zajacs größte Kritiker, die Aktivisten der „Initiative gegen Welpen-Discount“, wollen ihr Logo und ihre Botschaft am Freitag über Facebook-Freunde zehntausendfach verbreiten, um sich am Montag darauf (23. Januar) zur bislang größten Kundgebung vor Zoo Zajac zu versammeln.

Vorwurf: Kranke Tiere verkauft und Bombendrohung inszeniert

„100 bis 150 Unterstützer“, sagt Initiator Massimo Zerbo, hätten zur nunmehr sechsten Demo der Kampagne bereits fest zugesagt. „Aber wir hoffen auf noch mehr Teilnehmer.“ Der Stuttgarter, der von Peta und „Animal Peace“ unterstützt wird, will vor Ort mit Zajac ins Gespräch kommen, fährt aber im Vorfeld harte Geschütze auf. Die gehen über die Argumente der Tierschützer gegen den Welpenhandel im Zoogeschäft (u. a.: „Störung der Sozialisierung“, „zu viele Bezugspersonen“, „Stress durch Besucherlärm“) hinaus.

Zerbo behauptet: „Bei Zajac werden wissentlich kranke Tiere verkauft. Das bestätigen ehemalige Mitarbeiter.“ Und: „Die Welpen werden – anders als behauptet – schon nach vier, fünf Wochen von ihren Müttern getrennt.“ Persönlich wird Zerbo obendrein: Es liege „im Bereich des Möglichen, dass sich Herr Zajac die Bombendrohung ausgedacht hat, um Werbung für den umstrittenen Welpenverkauf zu machen.“ Tierfreunde, so die Argumentation des 34-Jährigen, „würden doch nicht drohen, Tiere umzubringen.“

Zajac, dessen Fell nach 37 Jahren im Geschäft dicker als das seiner Waschbären zu sein scheint, hat freilich Antworten parat. Er trägt sie routiniert vor: Sollte er Mitarbeiter „erwischen“, die absichtlich kranke Tier verkaufen, „werde ich sie fristlos kündigen.“ Ein Mitarbeiter, auf den sich die Tierschützer berufen, sei im Dezember 2010 rausgeflogen, weil er „nicht anständig mit den Tieren umgegangen“ sei. Zudem hätten seine Kritiker eine Katze mit Erbkrankheit (Nystagmus) gekauft, diese wieder abgegeben und erneut gekauft – „obwohl wir sie auf die Krankheit hingewiesen haben. Die wollten das doch nur inszenieren und schmutzige Wäsche waschen.“ Er verkaufe jährlich 600 Katzen, „da kann man nicht ausschließen, dass ein, zwei Tiere krank sind.“ Und überhaupt: Für sein Geschäft seien „gesunde Tiere ja die allerwichtigste Werbung“.

Terrier mit Unterbiss zurückgeschickt

Werbung mit Hilfe einer vorgetäuschten Bombendrohung habe er „bei all dem Medieninteresse nun wirklich nicht nötig“. Die am Telefon bedrohte Mitarbeiterin sei übrigens nach der Bombendrohung vom Dienstag „fix und fertig“ gewesen.

Zurück zur Streitsache, zum Hunde- im Tierfachhandel: Die 22 Welpen in Quarantäne seien „topfit“ und „kerngesund“, sagt Zajac. Am Freitag voriger Woche hatte er fünf ihm gelieferte Cairn Terrier wieder zurück zum Anbieter geschickt. Der Grund: der krankhafte Unterbiss der Jungtiere.

Als Ersatz steckten die Tierärzte der Firma am Tag darauf fünf Australien Shepherd in Quarantäne. Und die nächsten Welpen treffen schon am Samstag (21. Januar) in Duisburg-Neumühl ein, sobald die ersten von den Quarantäne- in die Verkaufsboxen gesetzt wurden. Zajac hat französische Bulldoggen und weitere Labradoodle bestellt. Allein die Bauarbeiter scheinen ihn zurzeit bremsen zu können: Sie benötigen noch etwas Zeit, um fünf weitere Quarantäneboxen zu vollenden.