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Verein will Frauen in Duisburg nach Brustkrebs-OP mit Herzkissen helfen

13.04.2011 | 17:55 Uhr
Verein will Frauen in Duisburg nach Brustkrebs-OP mit Herzkissen helfen
Christa Kalk von der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs stellt die Herzkissen-Aktion in der WAZ-Redaktion Duisburg vor. Foto: Tom Thöne

Duisburg.   Christa Kalk ist Gruppenleiterin des Landesverbandes der Frauenselbsthilfe nach Krebs. Der Verein will Frauen nach Brustkrebs-Operationen mit Herzkissen helfen. Da es die nicht aus Massenproduktion gibt, sucht der Verein noch freiwillige Herz-Näher.

„Schön sollen sie aussehen“, das liegt Christa Kalk bei der Stoffauswahl besonders am Herzen. Um Herzen dreht sich bei Christa Kalk momentan alles: Der Kofferraum ihres Autos ist prall gefüllt mit bunten Stoffen und Schnittmustern. Seit Wochen ist die Gruppenleiterin des Landesverbandes der Frauenselbsthilfe nach Krebs auf der Suche nach hellen Baumwollstoffen und freundlichen Mustern. Wofür?

Aus den Stoffen sollen in den nächsten Wochen und Monaten Herzkissen genäht werden. Das Projekt „Heart Pillow“, auf deutsch „Herzkissen“, stammt ursprünglich aus den USA. Die dänische Krankenschwester Nancy Friis-Jensen brachte die herzförmigen Kissen für Krebspatientinnen 2006 mit nach Europa.

Kissen haben medizinischen und psychologischen Nutzen

Nach einer Brustkrebsbehandlung ist besonders der Achselbereich wund, angeschwollen und schmerzt. Dagegen helfen die waschmaschinenfesten Herzkissen. Sie sind multifunktional einsetzbar und haben sowohl einen medizinischen als auch einen psychologischen Nutzen. Unter die Achsel geklemmt wirkt so ein Kissen möglichen Blockaden im Lymphfluss entgegen.

Ob als Nackenkissen oder unter der Achsel, das Kissen soll durch eine schwere Zeit begleiten. „Ich hätte mir so ein Herzkissen damals sehr gewünscht“, sagt Christa Kalk. „Gerade beim Autofahren, da kann man es nämlich unter den Gurt klemmen“, empfiehlt sie. Seit fast fünf Jahren wird in Dänemark, Griechenland und Italien ehrenamtlich genäht.

Herzkissen
Schnittmuster

Hobby-Schneiderinnen können sich Stoff, Nähgarn und Schnittmuster kostenfrei während der Öffnungszeiten im Sanitätshaus Götzen, Fischerstraße in Wanheimerort, beim Sanitätshaus Knoche, Friedrich-Wilhelm-Straße 80, Stadtmitte, oder in der Praxis von Heike Szyszka, Laaker Straße 4 in Meiderich, abholen.

Auch in der Kontaktstelle der Selbsthilfe nach Krebs, Musfeldstraße 161-163, bekommt man Materialien. Bei allen Partnern können bis Ende Mai auch die fertigen Kissenhüllen abgegeben werden. Wer nicht nähen kann oder keine Nähmaschine hat, kann sich durch Geld- oder Materialspenden beteiligen. Ein Herzkissen zu produzieren, kostet etwa fünf Euro.

Und auch in Kleve, Herne und Dortmund ratterten die Nähmaschinen bereits. Jetzt ist die Näh-Welle auch nach Duisburg übergeschwappt. „Es nähen schon viele, aber wir brauchen noch viel mehr Helfer“, sagt Christa Kalk. Stoffe und Füllwatte akquiriert der Verein Frauenselbsthilfe nach Krebs. Jetzt ist der Verein auf der Suche nach engagierten Herz-Nähern. Da bislang noch kein findiger Unternehmer in das Projekt eingestiegen ist, gibt es keine Herzkissen aus Massenproduktion. Jedes Kissen ist ein handgemachtes Unikat. „Dahinter steckt ja auch eine Botschaft von Herzen von Frauen für Frauen. Die Kissen sagen: ,Du bist nicht allein’“

500 Kissen für Duisburger Krankenhäuser

Bemerkenswert an den Herzkissen ist die Freiwilligkeit, auf der die weltweiten Projekte basierten. Auch die Duisburger Kissen werden durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit hergestellt. „In Berlin wurden 1500 Kissen genäht“, zeigt sich Kalk beeindruckt. Ein Drittel davon will auch das Duisburger Herzkissen Projekt schaffen, 500 Kissen sollen an die Krankenhäuser abgegeben werden. Die Kissen haben einen einfachen Schnitt, eine geübte Näherin schafft durchaus drei bis fünf in einer Stunde.

Genäht werden kann bis Ende Mai. Im Juni werden die fertigen Herz-Bezüge gestopft und im September sollen sie schließlich an die Krankenhäuser übergeben werden.

Lene-Lotte Burkhard

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