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Veranstalter setzt Open-air-Festival "Soul am See" in Duisburg nicht mehr fort

14.08.2011 | 18:32 Uhr
Veranstalter setzt Open-air-Festival "Soul am See" in Duisburg nicht mehr fort
Trotz des Regens drängten sich die Fans von Joy Denalane vor der Bühne. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.Die 17. Auflage von „Soul am See“ war gleichzeitig die letzte. Veranstalter Klaus Siepmann zieht die Reißleine. „Es liegt an Duisburg. Diese Stadt ist im Moment einfach zum Davonlaufen, es gibt keine Grundstimmung zur Party mehr“, sagt er verbittert.

Gerade einmal 800 Besucher bei einem Festival mit Soul-Star Joy Denalane als Top-Act: „Das ist einfach zu wenig“, seufzt Klaus Siepmann. Nun hat der Veranstalter von „Soul am See“ die Reißleine gezogen. Das 17. Festival am Strandbad Wedau war gleichzeitig das letzte seiner Art. „Es macht mir einfach keinen Spaß mehr“, erklärte er am Samstagabend auf der Bühne.

Damit zieht Siepmann auch die Konsequenzen aus den Vorwochen: Sowohl das Stadt-Folk-Fest als auch seine Beach-Party waren nur mäßig besucht. „Drei schlechte Veranstaltungen in vier Wochen, es reicht“, sagte der Party-Macher. Das Soul-Festival in andere Hände zu übergehen, das stehe für ihn nicht zur Debatte. „Ich bin Soul am See“, sagte Siepmann knapp. Die Besucher im Strandbad Wedau reagierten überrascht und geschockt auf die Entscheidung. „Es ist unheimlich schade, dieses Festival ist sein Baby“, sagte Dagmar Spitzlei, die seit Jahren ins Strandbad pilgert.

Verschärfte Sicherheitsauflagen waren nicht der Hauptgrund

Joy Denalane zeigte sich solidarisch mit ihrem Publikum: „Am liebsten würde ich zu euch raus kommen“, rief sie zwischen zwei Songs ins Mikro.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals hatte Siepmann das Gelände einzäunen müssen – zum Unmut vieler Gäste. „Das nimmt dem Ganzen viel von seiner Entspanntheit“, sagte Dirk Unverfehrt, der seit dem ersten Jahr als Gast dabei ist. Der Hauptgrund für das Ende von „Soul am See“ seien nicht die verschärften Sicherheitsauflagen gewesen: „Ich fühle mich dadurch nicht terrorisiert“, sagte Siepmann. „Die Behörden setzen nur das um, was sie schon seit zehn Jahren machen müssen.“ Dafür habe er Verständnis.

Mit rund 800 Gästen war die 17. Ausgabe des Festivals das am zweitschlechtesten besuchte „Soul am See“ – nur bei der Premiere kamen noch weniger Leute. „Es liegt an Duisburg. Diese Stadt ist im Moment einfach zum Davonlaufen, es gibt keine Grundstimmung zur Party mehr“, sagte Siepmann verbittert.

Siepmann: "Wir hatten 17 tolle Veranstaltungen, das wird mir immer bleiben.“

Die meisten Gäste tanzten unter ihren Schirmen und Kapuzen, einige Unerschrockene genossen sogar den Dauerregen.

Dabei bewiesen die Soul-Fans im Strandbad, dass auch das schlechte Wetter sie nicht vom Feiern abhalten kann. Die meisten Gäste tanzten unter ihren Schirmen und Kapuzen, einige Unerschrockene genossen sogar den Dauerregen. „Ich finde das toll“, sagte Besucherin Silvia Kahr. „Es ist doch nur Regen, es ist ja nicht mal kalt.“ Bei Auftakt-Sänger Rolf Stahlhofen schien noch die Sonne. Erst bei Top-Act Joy Denalane setzte der Regen ein. Sie zeigte sich solidarisch mit ihrem Publikum: „Am liebsten würde ich zu euch raus kommen“, rief sie zwischen zwei Songs ins Mikro.

Nicht nur die Temperaturen sorgten bei ihrem Auftritt für Gänsehaut, die Berlinerin überzeugte mit einfühlsamer Stimme und einem abwechslungsreichen Programm. „Sie groovt viel mehr, als ich gedacht hätte“, sagte Simon Schwär. Der 18-Jährige genoss ihre Musik, obwohl er eigentlich für die Band „Soulmine“ gekommen war. Das elfköpfige Ensemble sorgte zum Abschluss noch mal für Tanzlaune – es war der letzte Auftritt in der Festival-Historie.

Für Klaus Siepmann geht damit eine Ära zu Ende. „Ich habe ein bisschen geweint und gelitten, dann war es auch gut“, sagte er. „Aber wir hatten 17 tolle Veranstaltungen, das wird mir immer bleiben.“

Henrik Veldhoen

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Kommentare
16.08.2011
10:47
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von Sentinel | #29

Sehr geehrter Herr Siepmann, vielen Dank für 17 Jahre Soul am See. Das u.a. erhöhte Kosten durch die übersteigerten Sicherheitsauflagen zum Ende einer Veranstaltungsreihe geführt haben ist bedenklich. Genau die Leute, die eine LoPa 2010 vorbereitet, geplant und durchgeführt haben wie andere den Kindergeburtstag ihrer 4-6 Jährigen planen und jetzt jede Veranstaltung ohne Fingerspitzengefühl und der erforderlichen Fachkompetenz absichern wollen wie Fort Nox oder den ehemaligen Grenzübergang zur DDR, merken nicht, was sie am Ende alles kaputt machen. Kultur, Spass und Freude werden aus dem Alltag der Duisburger bald gänzlich verschwunden sein. Respekt Herr Sauerland unsere Stadt ist schon grau genug...

16.08.2011
03:32
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von hansrungestinkt | #28

Ach hört doch auf ständig alles auf die LoPa zu beziehen!
Klar ist Sauerland ... naja, ein mieser Politiker, aber das war er vorher auchschon!
Und in Duisburg war nie wirklich was los, wenn man nachts durch die Stadt läuft sieht man NIEMANDEN.
club wie z.B. das djäzz werden kaputt gemacht, das bestreben der Jugend ein alternatives Zentrum zu schaffen werden unterbunden, das Stadttheater, mit einem wirklich sehr sehr starken Programm, einer (ich spreche aus erfahrung) sehr guten Jugendarbeit wird kaum unterstützt, existiert nur noch dank der Ehe mit Düsseldorf... Die schulen verkommen, Orte, an denen man sicheinfach treffen kann existieren fast nicht...Die Fahrradwege sind teilweise echt grauenhaft, wenn ich mit dem fahrrad zur schule gefahren bin hab ich hinterher ne 8 im rad.
Schwimmbäder werden geschlossen die gut laufen ( ichrede vom Töpperbad, wo jetzt ein Hallenbad steht das sich definitiv nicht lange halten wird!)
Was ein Glücksgriff war sind die Wiesen vor dem Forum, die die Innenstadt ein wenig symphatischer machen und von den Bürgern gut genutzt werden, aber sonst?!
Tatsächlicheine Stadt zum davonlaufen.

15.08.2011
21:45
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von turnaround | #27

#25
Keineswegs, da kennen Sie Duisburg schlecht bis garnicht. Jedenfalls nicht vor dem 24.07.2010. Seit diesem Tag ist alles anders, leider.

15.08.2011
21:44
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von turnaround | #26

Das Schmierentheater gab es bereits vor der LoPa, doch es wurde gut kaschiert. Nach einer Katastrophe, die um die Welt geht, kann man nichts mehr unter der Decke halten, was den Protagonisten offensichtlich immer noch nicht klar ist.
#22 von taosnm , am 15.08.2011 um 12:40

Stimmt. Bürgerengagement hat das Kulturleben in Duisburg vor und nach der LoPa halbwegs - gegen alle Widerstände der Stadt - am Laufen gehalten. Diesen Engagierten werden seitens der Stadtverwaltung - aus Angst vor der eigenen Courage (ich habe nichts unterschrieben!) - mehr und mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen. Hinzukommt, dass den Duisburgern nach der LoPa der Spaß am unbeschwerten Feiern - was eigentlich ihr gutes Recht ist - leider gründlich abhanden gekommen ist. Aus dieser prekären und völlig freudlosen Situation gibt es nur einen Ausweg: Abwahl des OB Sauerland, Ablösung der Stadtspitze, Auflösung des Stadtrates und Neuwahlen. Auch Duisburger haben nicht nur ein Recht, hart zu arbeiten, sondern auch ein Recht, als Ausgleich dazu, Spaß zu haben.

15.08.2011
21:32
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von Teviona | #25

Duisburg war schon immer vom davon laufen....das ist nicht erst seit diesem Sommer so.

15.08.2011
13:20
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von Bilanzbuchhalterin | #24

Danke für die schönen Veranstaltungen, die ich sehen durfte. Ich glaube es waren 5 oder 6 Stück.
Hat mir immer gut gefallen. Und schade - schade - schade das es am Samstag die letzte gute Veranstaltung war. Joy war ein bißchen langweilig - aber die anderen beiden Künstler supergut.

15.08.2011
12:48
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von guenter27 | #23

Mai Out, eine Festivalserie in den Siebzigern, veranstaltet von einer Basisgruppe des örtlichen Jugendheims(Hohenbudberg heißt das gallische Rockdorf) scheiterte trotz immer wieder hochkarätiger Besetzung u.a. Status Quo,UFO, Manfred Manns Earthband,Earth and Fire, Kraan usw.- letztendlich am Wetter und damit den fehlenden Zuschauereinnahmen. Was damals einigen privat ganz schön an der Geldbörse nagte...!Ich glaube ,der Jupp(Krings) war damals -(Rheinhausen wurde gerade einverleibt),OB.Tut hier genauso viel zur Sache wie die Erwähnung des aktuellen OB im Zusammenhang mit Soul am See ,nämlich garnichts.Samstag abend habe ich mir die Kapuzenjacke angezogen, wusste, das ich ziemlich nass werde,dachte nicht einmal an den OB ,höchstens ,das bei diesem Publikum noch einmal doppelt soviele hätten da sein können .Auch bei annähernd 2000 Zuschauern konnte man hier früher ganz entspannt der Musik lauschen,ohne an irgendwelche Auflagen ect. erinnert werden zu müssen,dieses Mal war mehr Platz zum Tanzen da, schade das Herr Siepmann sich am Ende sogar zu einem Zitat:Sche.... auf Soul am See hinreissen ließ.Fand ich irgendwie daneben, das dem triefend nassen Publikum mitzuteilen,und gleichzeitig Werbung(Schacht 1) in eigener Sache zu machen.

15.08.2011
12:40
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von taosnm | #22

#20 AlpenEuro
Das Schmierentheater gab es bereits vor der LoPa, doch es wurde gut kaschiert. Nach einer Katastrophe, die um die Welt geht, kann man nichts mehr unter der Decke halten, was den Protagonisten offensichtlich immer noch nicht klar ist.
Und vergessen Sie nicht, es waren die Bürger der Stadt, die die Defizite der Politik, der Verwaltung, aber auch der sogenannten Haute Volée vorbildlich kompensiert haben, indem sie sich auf die Seite der Opfer stellten und diese betrauerten und ihnen Mitgefühl bekundeten. Den herausragenden Gruppen der Stadt war dies aus taktischen und möglicherweisen eigennützigen Gründen nicht möglich.

15.08.2011
12:34
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von taosnm | #21

#16 boxbirne
Sie sprechen genau das an, was getan werden muss, nämlich Karten aufdecken und Farbe bekennen. Das betrifft die Verwaltungsspitze, aber auch den Stadtrat. Und solange das nicht passiert, ist der Blick nach vorne verstellt. Die aufklärung, auch mit eigenen Schuldeingeständnissen, ist überlebenswichtig. Bisher dient Duisburg als abschreckendes Beispiel, wie Verwaltung und Politik nicht geht. Wenn die Bürger sich einig sind und den OB abwählen, wird die erste Hürde genommen sein und Duisburg seinen aufrechten Gang wiederfinden. Damit wird Duisburg aber auch Vorbild werden und Zeichen setzen, die in unserer verkommenen Parteiendemokratie zwingend notwendig sind.

15.08.2011
12:30
Veranstalter setzt Open-air-Festival Soul am See in Duisburg nicht mehr fort
von AlpenEuro | #20

@#19:

Ein gemeinsames WIR möchte hier aber niemand. Leider.
Gemeinsam hat man sich für die Durchführung der LP ausgesprochen, das war das Letzte, was man gemeinsam gemacht hat. Danach hat jeder nur seine Chance in dem Schmierentheater gesehen und seitdem gibt es kein Miteinander mehr.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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