Velo-Routen: Attraktive Wege abseits der Hauptverkehrsadern

Oft führen mehrere Wege zum Ziel, das gilt auch für die Radfahrer. Neben dem Fahrradwegen im Straßennetz gibt’s die „Velo-Routen“ – die meist attraktiven Routen, die durch die Grünzüge abseits der Hauptverkehrsstraßen führen, sind oftmals noch zu wenig bekannt.

Mind Map: Der Stadtplan im Kopf

„Das liegt an der Mental-Map“, erklärt Helmut Mahrt. Der „Stadtplan im Kopf“ ist bei den meisten Erwachsenen der des Autofahrers – gerade jene, die auf den Drahtesel umsteigen, sind als solche im Stadtverkehr sozialisiert, müssen die alternativen Routen zunächst völlig neu für sich entdecken.

Schon Jahrzehnte alt ist der erste Antritt des Kommunalverbands Ruhrgebiet (KVR), eine solche Wegegeflecht in den Revierstädten zu etablieren. Die Umsetzung blieb allerdings suboptimal – schon weil die Orientierung nach den nummerierten „R-Wegen“ schwer fiel, die kleinen Schilder kaum, das Ziel der Wege gar nicht zu erkennen waren.

Auf die Rudimente dieses Systems stieß auch Helmut Mahrt, als er sich in den 1990er Jahren aufmachte, das System für den Radverkehr neu zu erschließen. „Pate standen damals die erfolgreichen Velo-Routen der Stadt Basel, daher habe ich auch den Namen übernommen“, erklärt der Planer.

Nord-Süd-Verbindungen fehlen

Seine aufwändigen Vorarbeiten mündeten 1999 zwar in einen positiven Ratsbeschluss, nicht aber in die Umsetzung, die bald aber ein neues NRW-Radverkehrsgesetz in Gang bringen sollte. „Wir waren die ersten die ein abgestimmtes Konzept hatten, aber die letzten, die die roten Wegweiser aufgestellt haben“, erinnert sich Georg Puhe, heute der Mann für den Radverkehr im Planungsamt.

Nach und nach werden seither die Routen beschildert – jüngst die des finalen Abschnitts des Ruhrtal-Radweges in Kaßlerfeld. Er unterquert nun auf sicherer Trasse den Karl-Lehr-Brückenzug. Weitere innerstädtische Verbindungen umzusetzen, vor allem in Nord-Süd-Richtung, bleibt zunächst ebenso ein Ziel wie eine durchgängige Radverbindung um die Innenstadt. Mit der Bocksbarttrasse (Dellviertel – Hochfeld – Brücke der Solidarität) ging ein weiterer Teil im vergangenen Jahr in Betrieb. Eine Promenade, wie in Münster, bleibt vorerst ein Traum. „Solche historisch gewachsenen Strukturen hat Duisburg leider nicht“, bedauert Georg Puhe.