VdK als Echolot des Sozialstaates

Der Vorstand beim Sozialverband VdK Niederrhein: Geschäftsführer Robert Walter, Vorsitzender Horst Vöge, Referentin Alissa Schreiber und 2. Vorsitzender Raimund Bohsmann (v.l.n.r.).
Der Vorstand beim Sozialverband VdK Niederrhein: Geschäftsführer Robert Walter, Vorsitzender Horst Vöge, Referentin Alissa Schreiber und 2. Vorsitzender Raimund Bohsmann (v.l.n.r.).
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Was wir bereits wissen
Seit fünf Jahren steigen die Mitgliederzahlen im Kreisverband Niederrhein des Sozialverbandes VdK. „Wir sind das Echolot des Sozialstaates“, sagt Vorsitzender Horst Vöge.

Duisburg.. Über steigende Mitgliederzahlen freut sich der Kreisverband am Niederrhein des Sozialverbandes VdK. Ihm gehören in Duisburg sowie den Kreisen Kleve und Wesel derzeit 22.285 Menschen den 54 Ortsverbänden (zwölf in Duisburg) an. „Seit 2010 haben wir im Saldo von Neumitgliedern und Austritten einen jährlichen Zuwachs von etwa 1400 Mitgliedern“, berichtet Geschäftsführer Robert Walter.

Kein Zufall, glaubt Horst Vöge, Kreisvorsitzender und stellv. Landesvorsitzender des VdK: „Wir sind das Echolot des Sozialstaates. Je mehr Anfragen es bei uns gibt, desto größer sind die Schwächen.“ Der Schwerpunkt der Beratungen, die der Verband anbietet, liegen im Schwerbehinderten- und Rentenrecht. Auch bei Ansprüchen nach dem Sozialgesetzbuch (etwa Hartz IV) vertritt er seine Mitglieder juristisch. Aufgabe sei es auch, ihre Interessen gegenüber der Politik zu vertreten, betont Vöge. „Wir sind Mittler und Vermittler, die Entscheidungen treffen andere.“ Einsetzen will sich der VdK bei ihnen für dauerhaft geförderte Jobs für Langzeitarbeiterlose. Vöge: „Diese Gruppe wächst trotz Rückgang der Arbeitslosigkeit. Wer über 55 ist und schwerbehindert ist, hat kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“

„Die BG wird sehr knauserig, wenn es ans Bezahlen geht“

In 2014 wurden 514 Gerichtsverfahren mit Beteiligung des VdK abgeschlosssen (51 % Schwerbehinderenrecht, 37 % Rentenversicherung) – knapp die Hälfte nach Angaben des Verbandes mit vollem oder teilweisem Erfolg. Rund 691.000 Euro konnten dabei für die Mitglieder erstritten werden, wobei allein 400.000 Euro auf ein einziges Verfahren gegen die Berufsgenossenschaft entfallen. „Die BG ist top, wenn es um die Behandlung geht, aber wird sehr knauserig, wenn es ans Bezahlen geht“, beschreibt Horst Vöge die Erfahrungen des Verbandes.

Nachzahlungen aus Widersprüchen und Klagen gegen die Jobcenter im Verbandsgebiet summieren sich auf 236.000 Euro (Duisburg: 40.000) Euro. Bei der Agentur für Arbeit waren es 351.000 Euro, rund 210.000 Euro flossen aus Forderungen an die Krankenkassen an klagende Vdk-Mitglieder Der Bedarf an juristischem Beistand reißt nicht ab: Anhängig sind 694 Klagen aus den verschiedenen Rechtsgebieten. Beraten hat der Verband in etwa 10.000 Sprechstundengesprächen – ab März wird in Meiderich am Bahnhof der vierte Duisburger Sprechstundenort eröffnet.