Vandalismus - David-Figur in Duisburg bleibt "entmannt"

David muss noch einige Zeit ohne sein empfindlichstes Körperteil auskommen.
David muss noch einige Zeit ohne sein empfindlichstes Körperteil auskommen.
Foto: WAZFotoPool
Was wir bereits wissen
Die vor dem Duisburger Lehmbruck-Museum zerstörte David-Statue des Düsseldorfer Bildhauers Hans-Peter Feldmann ist stärker beschädigt als gedacht. Die mutmaßlich von Randalierern „entmannte“ Figur muss noch warten, bis sie von ihrem Sockel wieder in voller Pracht auf die Innenstadt heruntersehen kann.

Duisburg.. Der „entmannte“ David muss noch warten, bis er von seinem Sockel am Lehmbruck-Museum aus wieder in voller Pracht auf die Innenstadt heruntersehen sehen. In rund zwei Wochen soll mittels Gutachten geklärt sein, wo und wie dem tapferen Kämpfer seine Manneskraft wiedergegeben wird. Knapp zwei Monate ist es her, dass Unbekannte dem kräftigen Kunst-Kerl in Rosa nächtens mit einer Latte zwischen die Beine geschlagen und ihm sein empfindlichstes Körperteil abgeschlagen hatten.

Weitere Macken festgestellt

Dass David, der sechs Meter große Koloss des Düsseldorfer Fotokünstlers und Bildhauers Hans-Peter Feldmann, nach dem Kunst-Frevel, der wohl eher auf nächtliche Randalierer denn auf aufgebrachte „Skulpturenstürmer“ zurückgeht, restauriert wird, hatte Museumsdirektor Raimund Stecker gleich am Tag nach der Tat im Juni klargestellt. Eigens war anschließend ein Mitarbeiter der Kunst-Werkstatt „arts4arts“, die Feldmann bei der Erstellung des Skulptur 2006 assistiert hatte, herbeigeeilt und hatte die Schäden begutachtet.

Dabei wurde festgestellt, dass David nicht nur seiner Männlichkeit beraubt worden war, sondern auch zahlreiche weitere Macken wohl durch gezielte Steinwürfe hatte einstecken müssen; und auch die nackte Haut, der rosafarbene Anstrich, hatte mit den Jahren bei Wind und Wetter arg gelitten. Nun soll das Gutachten entscheiden, ob David vor Ort restauriert werden kann oder in einer Werkstatt auf den „Operationstisch“ muss. Nur mal eben mit dem Spachtel ist das nicht zu machen, so Museumssprecher Florian Blaschke: „Das ist schließlich ein Kunstwerk.“

Leihanfrage für David

Auch die Kosten sind noch offen. Das Museum geht dabei davon aus, dass die Versicherung den Schaden übernehmen wird.

Muss David vom Sockel herunter, kann es sein, dass er Duisburg länger verlässt. Denn Feldmann ist derzeit ein begehrter Künstler mit zahlreichen Ausstellungen und dem Duisburger Museum liegt eine Leihanfrage eines großen deutschen Museums vor, das David drei Monate präsentieren will. Dauerhaft leer soll der Sockel an der Ecke Düsseldorfer Straße dann aber nicht bleiben.