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Vandalismus

Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an

18.01.2013 | 06:00 Uhr
Immer wieder musste die Bahn in Duisburg-Meiderich wegen Vandalismus Schäden am Aufzug beseitigen. Das kostete bisher mehrere Zehntausend Euro.Foto: Denis de Haas

Duisburg.   Die Anzahl an Sachbeschädigungen an Duisburgs Bahnhöfen gehen zwar zurück, dafür wird das Ausmaß der Zerstörung immer größer. Die Kosten für die Beseitigung der Schäden steigen, auch bei der Stadtbahn.

Die Zerstörungswut an Duisburgs Bahnhöfen ist weiterhin auf hohem Niveau. Zwar ging die Anzahl der Straftaten fast um die Hälfte zurück. Doch bei der Deutschen Bahn, die in den nächsten Jahren 120 Millionen Euro in die Erneuerung des Hauptbahnhofes investieren will, sieht man die Rhein-Ruhr-Metropole trotzdem als einen der schlimmsten Vandalismus-Brennpunkte an.

Zerstörte Fahrstühle kosten viel

Bundesweit richten Vandalen mutwillig beträchtlichen Schaden an. Zuletzt musste die Deutsche Bahn deswegen jährlich 50 Millionen Euro für Reparaturen aufwenden. Allein in NRW entstehen durch die Zerstörungen an den DB-Anlagen jährlich Kosten von bis zu 2,3 Millionen Euro. Ein Großteil der notwendig gewordenen Ausgaben entsteht offensichtlich in Duisburg. In Meiderich wurden im vergangenen Jahr 15.000 Euro für die Instandsetzung des Aufzugs aufgewendet. Danach wurde er ein weiteres Mal demoliert. Der Schaden an dem kaputten Fahrstuhl in Buchholz wurde zuerst mit 300.000 Euro beziffert. Inzwischen rechnet die Bahn von einem noch größeren Zerstörungsausmaß.

Kommentar
Keine Alternativen zu Kameras

Die Sorgen von Datenschützern müssen vor Sicherheitsbedenken zurückstecken. Weiterer Schaden muss unbedingt vermieden werden. Kameras müssen her, um Vandalen dingfest zu machen.

Viel zu häufig sind die abgelegeneren Einrichtungen der Deutschen Bahn wie in Buchholz und Meiderich das Ziel stumpfer Zerstörungswut. Sie nimmt vielen Menschen ein Stück Freiheit. Die Vandalen, die sich mit Wut und Wucht an öffentlichem Eigentum abreagieren, werden nicht nachfühlen können, wenn etwa gehbehinderte Menschen mit der Bahn nicht mehr so leicht ihren Stadtteil verlassen können, weil der Aufzug zerstört ist.

Ihr unsoziales Handeln muss schmerzhaftere Folgen für die Vandalen haben. Da hilft keine Aufklärungskampagne, sondern nur das Begleichen der Rechnung für die Instandsetzungsarbeiten.

Doch Zeugen gibt es leider viel zu selten. Auch weil Vandalen nachts wüten, oft ungesehen im Schutze der Dunkelheit. Kameras würden wenigstens Anhaltspunkte auf die Straftäter liefern. Jedes Delikt verhindern können auch Kameras nicht. Im besten Fall helfen sie wenigstens bei der Überführung der Täter oder schrecken ab. Jeder Schaden weniger wäre ein Gewinn für uns alle – oder eben ein kleinerer Verlust für öffentliche Kassen. Stefan Rebein

Geht man allein von diesen Reparaturkosten aus, sind dies nahezu 14 Prozent der durchschnittlich anfallenden Reparaturkosten in ganz Nordrhein-Westfalen. Und das längst noch nicht alles. Im vergangenen Jahr gab es noch weitere etliche Beschädigungen an den DB-Anlagen. Die Bundespolizei Düsseldorf, die für Duisburg zuständig ist, hat allein im vergangenen Jahr mehr als 100 reine durch Vandalismus angerichtete Sachschäden registriert. Neben 30 Beschädigungen an den Bahneinrichtungen verunstalteten in 50 Fällen Graffiti die DB-Anlagen. Fahrkartenautomaten waren im vergangenen Jahr 20 Mal das Ziel von Zerstörungswut.

Aufklärungsquote ist gering

Immerhin: Im Vergleich zu 2011 haben sich die gemeldeten Vandalismus-Vorfälle fast halbiert. Von 187 auf rund 100. Ein deutlicher Rückgang. Aber: „Jeden dritten oder vierten Tag eine Sachbeschädigung – das ist schon eine Hausnummer“, sagt Armin Roggon von der Bundespolizei. Verunstaltende Graffiti wurden weniger (2011 noch 70). Dafür waren vergangenes Jahr Automaten seltener zerstört (zwölf Mal).

Zwar laufen gegen einige Täter Verfahren, aber häufig können die Täter nicht ermittelt werden. Nur etwa jede zehnte Straftat (9 Prozent) wird den Angaben der Bundespolizei nach aufgeklärt.

Wegen des in Duisburg manchmal exorbitanten Schadensausmaßes will die Bahn in Buchholz und Meiderich die Aufzüge mit Kameras überwachen. Im Duisburger Hauptbahnhof könnten die Fäden dafür zusammenlaufen. Dort kontrolliert bereits ein Beamter die Geschehnisse rund um und in dem Hauptbahnhof.

  1. Seite 1: Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
    Seite 2: Zerstörungen kosten Duisburg 20.000 Euro

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Kommentare
23.12.2013
09:49
@ wonko2 | #20-3
von Anger-Angler | #26

Doch, Frau oder Herr Wonko, man Arbeit "verordnen". Ob das nun "gemeinnützige" Arbeit oder - jaja, ein garstig Wort - "Zwangsarbeit" genannt wird, ist mir vollkommen egal. Wie wäre es denn mal mit dem Erneuern der umgeworfenen, zerschlagenen, angebrannten, herausgerissenen oder beschmierten Bänken in den öffentlichen Parkeinrichtungen?
Da gibts noch ein paar mehr "Baustellen"...

23.12.2013
09:37
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von Anger-Angler | #25

Ich kann dieses Gefasel nicht mehr hören. Bei den Einen ist es die latent vorhandene „leichte Erregbarkeit“, bei den Anderen die "unverschuldet" nicht vorhandene „Wertevermittlung “ die asoziales Handeln zu rechtfertigen versucht. Bullshit! Was mir nicht gehört fasse ich nicht an oder zerstöre es wissentlich. Dies sind Verhaltensweisen die eigentlich international und unabhängig vom Intellekt gelten. Aber durch den Zeitgeist bedingte Kuschelfaktoren werden hier jegliche spürbaren Konsequenzen bei evtl. Ergreifung von Tätern verhindert und öffnen Tüt und Tor im kranken Hirn. Das ist dann der Unterschied zwischen Meiderich und Mali.

29.01.2013
09:59
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von ulrics | #24

@ #23
In der Tat ist das Verhalten asozial, genauso wie es asozial ist den Hund irgendwo hinsch****en zu lassen, genauo wie asozial ist in Nichtraucherbereichen zu rauchen.

Bzgl. des Vandalismus gibt es mehrere Ursachen. An erster Stelle sehe ich hier die mangelnden Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Wo können jugendliche Fußballspielen auf einem Platz ohne Mitgliedschaft in einem Verein und ohne dass sich Nachbarn aufregen? Damit wäre auch das zweite Problem klar. Freizeitgestaltung kostet Geld wodran es jugendlichen ohnehin mangelt. Dazu kommt noch das Problem, dass Eltern den Kindern zu wenig Werte vermitteln.

20.01.2013
16:30
Jakob Eklund - Null Toleranz
von AMSTERDAMNED | #23

Der Artikel enthält einen Fehler. "Rhein-Ruhr-Metropole". Duisburg ist alles, aber Duisburg ist keine Metropole. Jetzt zum Ernst der Sache. Als Jugendlicher habe ich nie etwas demoliert, und mir waren die Asozialen, die u.a. Telefonzellen zerstörten immer schon ein Dorn im Auge. Es hilft nur noch "Null Toleranz". Ob in Duisburg, Köln, Berlin, Hamburg, hier muss hart durchgegriffen werden. Vandalismus soll sich nicht lohnen. Natürlich ist bei Asozialen nichts zu holen. Sie müssen deshalb so lange wie möglich hinter schwedische Gardinen.

18.01.2013
17:30
Videoüberwachung + Lautsprecherdurchsage
von Wurzelputz | #22

das würde helfen.

Bei Beobachtung über Video SOFORT über Lautsprecher klare Ansage, dass die Täter gesehen und erkannt wurden.

Es dürfte wohl kein Problem sein, auch nachts aktuelle Video- und auch Autiobeobachtung in besetzter Leitstelle durchzuführen. Sogar billiger als die Beseitigung eines einzelnen Schadens und Arbeitsplätze würden auch erhalten.

1 Antwort
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von Berat1 | #22-1

klar ist das möglich und auch billiger, aber dank unserer täterfreundlichen Gesetzgebung verboten.

18.01.2013
16:42
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von altwissen | #21

Wie kommen Sie ausgerechnet auf Vandalen? Es können genauso gut Kimbern oder Teutonen gewesen sein! Noch schlimmer sind die Hunnen!

18.01.2013
16:33
Ich möchte allen Interessierten Lesern
von Max_Freibier | #20

empfehlen, diesen Artikel komplett durchzulesen:

http://www.pm-magazin.de/a/die-neuen-vandalen-wenn-terror-zum-alltag-wird

Man fragt sich doch, warum es nicht möglich sein sollte, Vandalen, die man erwischt hat, zur kompletten Rückzahlung des Schadens, den sie angerichtet haben zu verurteilen meinetwegen + 50 Prozent + Ermittlung- und Gerichtskosten. Wenn sie keine Arbeit haben, verordnet man ihnen halt eine. Dann können sie den Betrag abstottern. Wenns sein muss auf 20 Jahre verteilt.

3 Antworten
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von wonko2 | #20-1

"Wenn sie keine Arbeit haben, verordnet man ihnen halt eine."

Da frage ich mich ja schon, warum wir Millionen von Arbeitslosen haben wenn es doch eine so einfache Lösung gibt?

Herr Frau Wonko2
von Max_Freibier | #20-2

Ihre Antwort ist einfach böswilliger theoretischer Quatsch. Anstatt sich als VerbalVandale zu profilieren, sollten Sie mit nach Möglichkeiten suchen, diese Zerstörungen einzudämmen. Da ist jede Idee willkommen. Auf eine Machbarkeit kann man sie immer noch überprüfen. Das ist ein schlechtes Thema für Wortgefechte. Das werden Sie spätestens merken, wenn man (was ich nicht wünsche) bei Ihrem Auto die Scheiben eingeschlagen oder es angezündet hat.

Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von wonko2 | #20-3

Nein, theoretischer Quatsch ist es, so zu tun als wenn man Arbeit einfach verordnen könnte; als wenn es solche einfachen Lösungen für komplexe Probleme gibt. Das ist Aktionismus, der ist nicht zielführend.
Ohnehin ist schon Ihre Prämisse falsch - die Gleichung schwere Strafe ergibt weniger Straftaten geht nicht auf.

18.01.2013
14:17
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von RennYuppieRenn | #19

Wir alle wissen, welcher Menschenstamm am Meidericher Bahnhof abhängt.

2 Antworten
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von wonko2 | #19-1

Und wir alle können lesen, welcher Menschenstamm (was auch immer das sein mag) vornehmlich hier im Kommentarbereich abhängt.

Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von matitz | #19-2

Beides ist richtig.

18.01.2013
13:36
Du, du
von RainerN | #18

Der im Kommentar gehegte Wunsch, dass die Täter den angerichteten Schaden begleichen sollen, wird Wunschdenken bleiben. Zum einen haben die meistens jugendlichen Täter nicht das nötige Geld, zum anderen müssen sie, wie im Bericht angemerkt, zunächst einmal erwischt werden.
Eine permanente Videoüberwachung wäre angebracht, wenn auch kein Allheilmittel.
Außerdem wäre eine zügige Strafverfolgung hilfreich. Wenn man einmal die Täter erwischt hat, finde ich, dass die Bestrafung auf dem Fuß folgen muss und nicht erst nach einem halben Jahr oder noch längerem Zeitraum. Die Sanktionen sollten schon deutlich spürbar sein, denn mit ein paar sozialen Stunden und einem: „du, du, mach das nie wieder“, ist es nicht getan.

18.01.2013
13:29
Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an
von renton | #17

Die Bahn hat bundesweit 50 Mio. EUR für Reparaturen aufgewendet, in NRW 2,3 Mio. EUR. Das wären dann 4,6%, obwohl die Bevölkerung NRWs knapp 22% der Bevölkerung der BRD ausmacht.

Also entweder wird in NRW nicht viel zerstört oder hier repariert die Bahn einfach viel weniger als anderswo. Ich tippe eher auf letzteres.

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