Vandalen richten an Duisburgs Bahnhöfen großen Schaden an

Immer wieder musste die Bahn in Duisburg-Meiderich wegen Vandalismus Schäden am Aufzug beseitigen. Das kostete bisher mehrere Zehntausend Euro.
Immer wieder musste die Bahn in Duisburg-Meiderich wegen Vandalismus Schäden am Aufzug beseitigen. Das kostete bisher mehrere Zehntausend Euro.
Foto: WAZ FotoPool
Die Anzahl an Sachbeschädigungen an Duisburgs Bahnhöfen gehen zwar zurück, dafür wird das Ausmaß der Zerstörung immer größer. Die Kosten für die Beseitigung der Schäden steigen, auch bei der Stadtbahn.

Duisburg.. Die Zerstörungswut an Duisburgs Bahnhöfen ist weiterhin auf hohem Niveau. Zwar ging die Anzahl der Straftaten fast um die Hälfte zurück. Doch bei der Deutschen Bahn, die in den nächsten Jahren 120 Millionen Euro in die Erneuerung des Hauptbahnhofes investieren will, sieht man die Rhein-Ruhr-Metropole trotzdem als einen der schlimmsten Vandalismus-Brennpunkte an.

Zerstörte Fahrstühle kosten viel

Bundesweit richten Vandalen mutwillig beträchtlichen Schaden an. Zuletzt musste die Deutsche Bahn deswegen jährlich 50 Millionen Euro für Reparaturen aufwenden. Allein in NRW entstehen durch die Zerstörungen an den DB-Anlagen jährlich Kosten von bis zu 2,3 Millionen Euro. Ein Großteil der notwendig gewordenen Ausgaben entsteht offensichtlich in Duisburg. In Meiderich wurden im vergangenen Jahr 15.000 Euro für die Instandsetzung des Aufzugs aufgewendet. Danach wurde er ein weiteres Mal demoliert. Der Schaden an dem kaputten Fahrstuhl in Buchholz wurde zuerst mit 300.000 Euro beziffert. Inzwischen rechnet die Bahn von einem noch größeren Zerstörungsausmaß.

Keine Alternativen zu Kameras Geht man allein von diesen Reparaturkosten aus, sind dies nahezu 14 Prozent der durchschnittlich anfallenden Reparaturkosten in ganz Nordrhein-Westfalen. Und das längst noch nicht alles. Im vergangenen Jahr gab es noch weitere etliche Beschädigungen an den DB-Anlagen. Die Bundespolizei Düsseldorf, die für Duisburg zuständig ist, hat allein im vergangenen Jahr mehr als 100 reine durch Vandalismus angerichtete Sachschäden registriert. Neben 30 Beschädigungen an den Bahneinrichtungen verunstalteten in 50 Fällen Graffiti die DB-Anlagen. Fahrkartenautomaten waren im vergangenen Jahr 20 Mal das Ziel von Zerstörungswut.

Aufklärungsquote ist gering

Immerhin: Im Vergleich zu 2011 haben sich die gemeldeten Vandalismus-Vorfälle fast halbiert. Von 187 auf rund 100. Ein deutlicher Rückgang. Aber: „Jeden dritten oder vierten Tag eine Sachbeschädigung – das ist schon eine Hausnummer“, sagt Armin Roggon von der Bundespolizei. Verunstaltende Graffiti wurden weniger (2011 noch 70). Dafür waren vergangenes Jahr Automaten seltener zerstört (zwölf Mal).

Zwar laufen gegen einige Täter Verfahren, aber häufig können die Täter nicht ermittelt werden. Nur etwa jede zehnte Straftat (9 Prozent) wird den Angaben der Bundespolizei nach aufgeklärt.

Wegen des in Duisburg manchmal exorbitanten Schadensausmaßes will die Bahn in Buchholz und Meiderich die Aufzüge mit Kameras überwachen. Im Duisburger Hauptbahnhof könnten die Fäden dafür zusammenlaufen. Dort kontrolliert bereits ein Beamter die Geschehnisse rund um und in dem Hauptbahnhof.

Zerstörungen kosten Duisburg 20.000 Euro

Auch die Einrichtungen der Stadtbahn sind häufig von Vandalismus-Schäden betroffen. Die DVG muss insbesondere auf der Stadtbahn-Südstrecke gegen Verunstaltungen mit Graffiti ankämpfen. Laut Angaben der Stadtverwaltung finde hier kaum eine soziale Kontrolle statt, so dass Sprayer unbehelligt agieren können.

Ein deutliches positiveres Fazit zieht die Stadtverwaltung für die Nord- und Innenstadtbahnhöfe. „Dank der Überwachung durch uniformiertes Personal hält sich das Problem hier in Grenzen“, heißt es seitens der Stadt. Doch an den Südbahnhöfen lassen sie sich nicht einmal von Kameras abschrecken.

Allein Graffiti-Entfernung kostet jährlich 10.000 Euro

Bei erwischten Tätern, so die Erfahrung, ist selten etwas zu holen. Die zu Schadenersatz Verurteilten seien häufig mittellos. Die DVG verfolgt das Ziel, jegliche Verunstaltungen so schnell wie möglich verschwinden zu lassen. „Damit soll Hoheit über die Flächen demonstriert und den Sprayern die Lust auf weitere Graffiti genommen werden“, so die Stadtverwaltung.

Allein der Aufwand die ungewünschten Schmierereien der Sprayer zu entfernen, schlägt jedes Jahr mit 10.000 Euro zu Buche. Weitere Kostenpunkte sind eingeschlagene oder zerkratzte Scheiben sowie verbeulte Fassadenelemente. Die gerade erst an der Haltestelle Waldfriedhof angebrachten Scheiben etwa sind davon betroffen. Auch in diesen Fällen entsteht ein Schaden von circa 10.000 Euro.