Unternehmensberatung hilft bei Ausstieg aus Hartz IV
09.03.2010 | 14:04 Uhr 2010-03-09T14:04:00+0100
Duisburg. Eine Unternehmensberatung hilft Selbstständigen, die Hartz IV beziehen, ihre Geschäftsideen zu verwirklichen. Das Ziel der professionellen Beratung über sechs Monate: die Idee auf solide Füße stellen und den Menschen den Ausstieg aus der Abhängigkeit von öffentlichen Geldern ermöglichen.
Ihre Geschäftsidee: Gesundheitstraining in einem kleinen Studio, am liebsten im Duisburger Süden, hat die ARGE überzeugt. Nicole Beel darf an einem Coaching für Selbstständige, die Hartz IV beziehen, teilnehmen. Das Ziel der professionellen Beratung über sechs Monate: die Idee auf solide Füße stellen und den Selbstständigen den Ausstieg aus Hartz IV ermöglichen.
Nicole Beel, Mutter zweier Kinder (16, 20 Jahre), ist nach der Trennung von ihrem Mann gezwungen, eigenes Geld zu verdienen. Gar nicht so einfach ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Das Einkommen aus dem 25-Stunden- Job beim Stadtsportbund reicht nicht. Deshalb hat sich die Buchholzerin vor eineinhalb Jahren selbstständig gemacht und bietet u. a. Kosmetikberatung inklusive Schminktipps und Hautanalyse an, doch auch damit kommt sie nicht über die Runden.
Die Idee reicht nicht
Mit Michael Herbers, dem Chef der gleichnamigen Unternehmensberatung, die im Auftrag der ARGE Duisburg 25 selbstständige Hartz-IV-Empfänger berät, entwickelt die „Selbstständige in der Umorientierungsphase“ ein ganzheitliches Konzept. Denn eine Idee und ein Ladenlokal allein reichen nicht. Marktanalyse und Kapitalplan, Kostenrechnung und Umsatzerwartung gehören dazu, wenn man Erfolg haben will.
„Ganz wichtig ist es, auf die Fähigkeiten des Einzelnen zu gucken“, erklärt Michael Herbers. Jeder Coach ist auch Psychologe, der Impulse gibt und motiviert. „Denn wer Hartz IV bezieht, hat bereits einige Niederlagen einstecken müssen“, weiß der Unternehmensberater. Im Rahmen des Projekts hat er schon erfolgreich Abrissunternehmern, Betreibern von Tatoo-Studios, Zoohändlern und auch Juristen auf die Beine geholfen.
Ein-Mann-Betriebe
Die meisten fangen als Ein- Mann (oder Frau)-Unternehmen an. Das schwebt auch Nicole Beel vor. Sie will ein kleines Studio eröffnen, in dem sie alles rund ums Thema „Gesunderhaltende Maßnahmen“ anbieten will - Sport, Ernährungberatung etc.. „Der Markt ist da, es gibt ein Bewusstsein für gesunde Lebensführung und die älter werdende Bevölkerung sieht die Notwendigkeit, etwas für ihre Gesundheit zu tun“, glaubt die sportliche Frau, die eine Weiterbildung zur Wellness-Lehrtrainerin absolviert hat. Rückenschule, Fitness und Entspannung waren Inhalte der Fortbildung.
„Es gibt so unglaublich viele Dinge zu beachten, ich bin froh, dass ich nicht alleine damit stehe“, sagt Nicole Beel. Das Coaching soll eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. „Wir geben keine Lösungen vor, sondern setzen die Teilnehmer in die Lage, die Dinge anzupacken. Dazu gehört, erst einmal Klarheit zu schaffen. Zielsetzung, Machbarkeit und Risikominimierung sind wichtige Überlegungen in diesem Zusammenhang.
Bei Umsetzung behilflich
Auch bei der Umsetzung sind Michael Herbers und die fünf anderen Coachs behilflich. Etwa wenn’s um die Finanzierung geht. Ob über Kredit - „es ist schwierig, ohne Sicherheiten einen von der Bank zu bekommen“ - oder per Leasing - „da solltemandie Verträge genau prüfen“. Nicole Beel will noch in diesem Jahr eröffnen. Sie ist sich im Klaren darüber, das erst mal ihr 150prozentiger Einsatz gefragt ist.
Um möglichst lange Öffnungszeiten anbieten zu können, will sie zusätzlich einige Mini-Jobber beschäftigen. Wenn’s gut läuft, kann sie vielleicht sogar irgendwann einen festen Arbeitsplatz schaffen.

17:04
ich weiß nicht was ihr wollt, Hauptsache sie machen es freiwillig, halleluja
14:01
Man kann also ohne Ausbildung beim Stadtsportbund unterkommen! Aha!
Man braucht keine qualifizierte Ausbildung um ein Gesundheitsstudio zu betreiben? Mir ist meine Gesundheit lieb und teuer, könnte daher das Studio nicht nutzen, hoffentlich findet Frau Beel viele mutige Kunden!
11:23
Gute Idee - ich hoffe die WAZ Gruppe bleibt an den Fällen dran! Dann wissen wir in in ein paar Monaten, ob es hier um die Hartz IV-ler oder um die Beratungs-Zuschüsse (bis 100% ?) der AfA ging!