Unrealistisch

Zu: OB will Wirtschaft stärker fördern

Der Optimismus des Oberbürgermeisters wird 2015 wohl unweigerlich mit den Realitäten Duisburgs kollidieren. Schon in seinem „Entwurf des Haushaltsplanes der Stadt Duisburg 2015“ hat er mit der eigenen Unterschrift am 4.8.2014 bestätigt, dass die Stadt nach vollständigem Aufbrauchen der Allgemeinen Rücklage seit 2011 im Sinne des § 75 (7) GO NRW überschuldet ist. Zur Stärkung der heimischen Wirtschaft verspricht er „mehrere hundert Millionen Euro“ Aufträge - der Bevorzugung örtlicher Unternehmen steht allerdings das Vergaberecht im Weg. Für „Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen“ liegt der Haushaltsansatz für 2015 (Seite 24 s.o.) bei nur 270 Mio.€. Aber Realität ist erst einmal die Gewerbesteuererhöhung für 2015 auf ein abschreckendes Rekordniveau in NRW. Das Aufkommen war trotz Erhöhung schon im letzten Jahr gesunken! „Alltours“ zahlt nun in der deutlich preiswerteren Landeshauptstadt Steuern und bei Sachtleben in Homberg ist der neue Eigentümer Huntsman mit einer Belegschaftsverkleinerung um ein Drittel beschäftigt. Dem Optimismus des OB kann es sicherlich nicht schaden, wenn der EZB-Niedrigzins von 0,05% noch viele Jahre so tief bleibt, denn das wird 2015 Duisburg um 26 Mio. € Geldsorgen erleichtern. Trotzdem ist es schön, dass sich der OB über die Fußballweltmeisterschaft 2014 gefreut hat. Als MSV Duisburg-Funktionär und Stadioneigner hofft er auf den Aufstieg in die 2.Bundesliga. Schön wäre es, einen Sponsor wie die „Köpi-Brauerei“ zu haben, die beim „Hamburger SV“ einen millionenschweren Vertrag abgeschlossen hat. Nun wird auch im Hamburger Volksparkstadion unser Duisburger Bier getrunken und Geld für neue Spieler ist auch wieder da……