Unglaubliches im Innenhafen zu entdecken

Den Mythos des Inka-Schöpfergottes Wiracocha erzählte die Theatergruppe „Arena y Esteras“ aus Peru.
Den Mythos des Inka-Schöpfergottes Wiracocha erzählte die Theatergruppe „Arena y Esteras“ aus Peru.
Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Kinder-Kultur-Festival ist am Samstag gestartet: mit Papierflieger-Wettbewerb, Ausstellungen Theater und Musikprogramm.

Duisburg.. Der siebenjährige Robin sitzt im Zelt und bastelt wie verrückt an seinem Papierflieger. Unter fachkundiger Anleitung lernt er, wie man einen „Phönix“ oder den „Sieben-Knick-Pfeil“ faltet und diesen nachher so geschickt wirft, dass er möglichst weit fliegt. „In der Schule darf ich die Flieger nie werfen, da bekomme ich immer Ärger“, berichtet Robin. Deswegen freut er sich umso mehr, am Sonntag am Papierflieger-Wettbewerb teilnehmen zu dürfen.

So wie Robin haben sich auch andere Kinder am Samstag zum Auftakt des 18. Kinder-Kultur-Festivals am Innenhafen vergnügt. Das diesjährige Thema lautet „Unglaublich!“. Ganz getreu dem Motto gab es vieles zu entdecken, dass erst einmal auf Verwunderung stieß.

Viel zu entdecken im Explorado-Zelt

Im Zelt des Kindermuseums Explorado erforschen die kleinen Besucher ein ganz neues Material: Kinetik-Sand. Anders als gewöhnlicher Sand, ist er mit einem Bindemittel angereichert. Das Material behält kurzzeitig seine Form und lässt sich auch im trockenen Zustand in kleine Figuren pressen. Viel zu entdecken gibt es auch im Zelt der Mitmach-Ausstellung „Physik Phänomenal“, die die Phänomenta Flensburg bestückt hat. Dass Lina (4) es schafft, über eine Brücke zu gehen, die ohne Nägel oder Schrauben zusammengehalten wird, kann ihre Schwester Nancy (9) nicht glauben. „Das muss doch eigentlich zusammenfallen. Wie geht das?“, grübelt sie, als sie verwundert um die wacklige Konstruktion schleicht.

Das Wetter ist den Besuchern am Samstag leider nicht gut gesonnen. Ab dem Nachmittag sorgt der Regen für einen kleinen Schwund. Wer noch einen Platz ergattern kann, schaut sich die Zirkusshow im Zelt an. Die peruanische Artistengruppe „Arena y Esteras“ aus Lima in El Salvador erzählt mit roten Clownsnasen und auf humorvolle Weise den Mythos des Inka-Schöpfergottes Wiracocha. Das Stück „Leyendas y Malabares“ (Legenden und Jonglage) kommt dabei ganz ohne Worte aus. Stattdessen ist es ein farbenfroher Mix aus Tanz, Zirkus und südamerikanischen Klängen. Der bunte Tüchertanz und die wilden Jongleure ernten viele Lacher und Applaus bei Groß und Klein. Etwas schüchtern zu Beginn, finden sich im Laufe des Stücks sogar kleine Helfer, die auf der Bühne ihre eignen Wurftechniken unter Beweis stellen.

Spaß mit TV-Stars von Super-RTL

Vom Hauptbahnhof über die Königsstraße bis hin zur Düsseldorfer Straße versprach das „Hits4Kids“ Festival zum Auftakt am Samstag Spiel und Spaß. Es war am Wochenende zum ersten Mal in Duisburg zu Gast. Auch hier sorgte das nasskalte Wetter am ersten Tag für eher spärlichen Besuch.

Gemeinsam mit Toggo, der Kindersparte des Fernsehsenders Super-RTL, haben die Veranstalter eine bunte Erlebnisstätte auf dem Bahnhofsplatz mit bekannten Figuren aus dem Nachmittagsprogramm errichtet. Ibrahim (8) gefällt sehr, einmal in seiner Lieblingslok „Thomas die Lokomotive“ sitzen zu dürfen und stellt verwundert fest: „Im Fernsehen sieht der immer größer aus“. Seine Altersgenossen tobten indes auf der Monsterhüpfburg oder klettern die Dschungelwand hinauf.

Bühnenprogramm für junge Besucher

Begleitet wird der Tag von einem vollen Bühnenprogramm. Der Toggo-Moderator Paddy stellt nicht nur die TV-Helden vor, sondern führt auch durch Wissenspiele. Die jungen Besucher müssen den verrückten Professor stoppen, die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem sie eine bunte Mischung an Fragen beantworten. Ein Höhepunkt ist der Auftritt des 15-jährigen Soufjan Ibrahim. 2014 hat er bei der Casting-Show „The Voice Kids“ teilgenommen, und einige Besucherinnen waren nur seinetwegen gekommen. „Wenn er morgen spielt, werden wir auch dabei sein“, sagt Hazal (12) aufgeregt.

Als sich das Wetter verschlechtert, ziehen die meisten Besucher ins Trockene. Viele Jugendliche warten deshalb auf einen Platz im überdachten Spielekonsolen-Zelt, um im Trockenen „zocken“ zu können. Auch an der Königsstraße lassen sich nur wenige Kinder schminken oder springen auf den Hüpfburgen herum.

Bereits seit 2005 findet „Hits4Kids“ Festival mit mindestens sechs Veranstaltungen pro Jahr statt. Neben dem Spaß hat das Projekt auch andere Ziele. Besonders in Kambodscha engagieren sich die Helfer für Bedürftige.