Unerwarteter Geldregen - Duisburger Polizei erbt halbe Million Euro

Ein warmer Geldregen für die Polizei in Duisburg.
Ein warmer Geldregen für die Polizei in Duisburg.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Eine Duisburgerin hat die Ordnungshüter in ihrem Testament bedacht. Die Summe soll zweckgebunden zur Bekämpfung der Kriminalität verwendet werden.

Duisburg.. Wer der Polizei Geld zukommen lässt, bringt sich in der Regel in den Verdacht der Bestechung. Eine Zuwendung in Höhe von 500 000 Euro darf das Polizeipräsidium Duisburg aber offenbar annehmen. Mit einer Erbschaft in dieser Höhe hat eine Duisburgerin die Ordnungshüter in ihrem Testament bedacht. Das bestätigte Ramon van der Maat, Sprecher des Polizeipräsidiums, am Mittwoch auf Anfrage.

„Im vergangenen Herbst ist dieser Geldsegen auf uns eingeprasselt“, so Ramon van der Maat. Die Behörde sei überrascht worden von der Nachricht, die der Testamentsvollstrecker überbracht habe. Zuvor habe es keinen Kontakt zur Erblasserin, gegeben. „Die Gründe für ihre Entscheidung sind uns nicht bekannt.“

Gründe für Geldregen sind nicht klar

Von Nachfragen bei Angehörigen der Erblasserin habe die Polizei abgesehen, so der Sprecher. Auch sei ihr nicht bekannt, ob sie die einzige Begünstigte ist oder es weitere Erben gibt. Offenbar hält sich die Begeisterung über den letzten Willen der alten Dame zumindest bei einem Hinterbliebenen in überschaubaren Grenzen. „Wir können noch nicht sicher sein, dass wir tatsächlich die gesamte Summe bekommen“, beantwortet Ramon van der Maat die Frage nach einer möglichen juristischen Auseinandersetzung über die Erbschaft.

Nachdem Polizeipräsidentin Elke Bartels Kenntnis vom Geldsegen erhielt, war zunächst die Frage zu klären, ob die Behörde das Erbe überhaupt antreten darf. Juristen des Dienstherrn, dem NRW-Innenministerium, haben diese Frage mittlerweile bejaht. Damit konnte die schwierige Beratung über die Verteilung der Summe beginnen. Es habe „reichlich Diskussionen“ gegeben, berichten Mitarbeiter des Präsidiums. „Wir wollen das Geld seinem Zweck entsprechend nutzen“, lautete die Vorgabe der Präsidentin.

Das Problem: Die alte Dame hatte zwar eine testamentarische Zweckbindung verfügt mit der Vorgabe, das Geld „zur Bekämpfung der Kriminalität“ einzusetzen, den uniformierten Erben damit allerdings auch einen ziemlich breiten Spielraum zur Interpretation gelassen.

Dienststellen sollen Vorschläge einreichen

Völlig offen sei schließlich auch, ob die Erblasserin die Polizei aus reiner Dankbarkeit bedacht habe oder weil sie der Meinung war, „das bei uns Nachbesserungsbedarf besteht“, rätselt auch Ramon van der Maat. Man wolle deshalb „nicht einfach einen neuen Streifenwagen kaufen“. So wurden nach Informationen dieser Redaktion alle Dienststellen, die sich dem Kampf der Kriminalität in ihren diversen Ausprägungen widmen, aufgefordert, Vorschläge einzureichen.

Über einen bunten Strauß von Ideen werde am Donnerstag beraten, teilt der Polizeisprecher mit. Das Ergebnis werde danach mit dem Ministerium abgestimmt. Welche Wünsche in Erfüllung gehen, werde die Polizei nicht erst ein halbes Jahr später öffentlich machen, gelobt ihr Sprecher.