Und plötzlich schrieb Sudamin MHD schwarze Zahlen
20.09.2010 | 15:35 Uhr 2010-09-20T15:35:00+0200Duisburg.Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts wurde gestern das Verfahren gegen vier ehemals leitende Angestellte der 2005 in Insolvenz gegangenen Sudamin MHD GmbH fortgesetzt.
Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts wurde am Montag das Verfahren gegen vier ehemals leitende Angestellte der 2005 pleite gegangenen Sudamin MHD GmbH fortgesetzt. Den vier Männern im Alter zwischen 54 und 69 Jahren wirft die Staatsanwaltschaft Betrug und Insolvenzverschleppung vor.
Der angeklagte damalige Leiter der Buchhaltung nahm zu den Jahresbilanzen des Hütennunternehmens Stellung. Danach hatte die Sudamin MHD in Wanheim-Angerhausen zuletzt 1999/2000 schwarze Zahlen geschrieben. In den folgenden Jahren waren Verluste, meist sogar im zweistelligen Millionenbereich, die Regel.
Doch ausgerechnet in den ersten vier Monaten des Jahres 2004, als die Konten des Unternehmens praktisch leer waren und man sich sehr für Kredite der Düsseldorfer Commerzbank interessierte, wiesen die Bilanzen schwarze Zahlen auf.
Wie der Buchhhalter einräumte, war dies keineswegs die Folge plötzlichen Aufwindes im operativen Geschäft. Vielmehr sei für das Plus auf dem Papier ausschließlich der Posten „sonstige betriebliche Erträge“ verantwortlich gewesen. Und in den flossen Rückstellungen ein, zum Beispiel für Urlaubsrückzahlungen, die niemals zuvor in dieser Weise bilanziert worden seien. Er habe das nur mitgemacht, weil ihm von der Geschäftsführung versichert worden sei, mit dem Betriebsrat einen hausinternen Verzicht auf Resturlaub zu vereinbaren, so der Angeklagte.
Für den Prozess sind bis zum 5. Oktober zunächst sechs weitere Fortsetzungstermine geplant. Zahlreiche Zeugen sollen vernommen werden. Die Wirtschaftsstrafkammer hat die Hoffnung auf eine rasche Verfahrenserledigung noch nicht ganz aufgegeben. Zumindest bei einigen Angeklagten könnte es noch eine Strafobergrenzenvereinbarung für den Fall einer geständigen Einlassung geben, so der Vorsitzende.

12:01
Nur ein kleiner Tipp an die Staatsanwaltschaft: Dr. Scheu kann am wenigsten dafür, man sollte den Fokus mal auf den Gründer der Firmen, mit denen die wahren Besitzverhältnisse verschleiert wurden, richten - Herrn Thomas Böttcher, auch Eigentümer der Varomet und der GfE-MIR. Er, und hauptsächlich er, ist für das Ganze verantwortlich, denn alle maßgeblichen Anweisungen an die Geschäftsführung der MHD kamen von ihm.