Umweltstudie fragt: Wie gesund leben Kinder in Duisburg?

Einen großen Fragenkatalog arbeitet Interviewer Rüdiger Bornhöft mit Gülnur und Hakan Dagli aus Beeck ab.
Einen großen Fragenkatalog arbeitet Interviewer Rüdiger Bornhöft mit Gülnur und Hakan Dagli aus Beeck ab.
Foto: Ute Gabriel
Was wir bereits wissen
Zwölf Duisburger Familien wie die Daglis in Beeck nehmen an einer bundesweiten Untersuchung zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen teil.

Duisburg.. Zwölf Familien aus Duisburg bekommen derzeit Besuch von Interviewern im Auftrag des Deutschen Umweltbundesamtes. Sie nehmen teil an einer große Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren. Seit vergangenen Samstag und noch bis zum 14. Juni werden nicht nur Fragen zu verschiedenen Themenblöcken gestellt, sondern auch Untersuchungen in den Haushalten vorgenommen.

An der Deutschen Umweltstudie beteiligen sich freiwillig insgesamt 2500 zufällig über die Einwohnermeldeämter ausgewählte Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern oder Sorgeberechtigte in 167 repräsentativen Städten und Gemeinden. Ziel ist es, gesundheitsgefährdende Schadstoffbelastungen zu identifizieren, um frühzeitig eingreifen zu können.

Alp (6) steht im Mittelpunkt

Ein Ansatz, den auch die Familie Dagli sehr interessant gefunden, deshalb nach einem Anruf Anfang des Jahres und einer gewissen Beratungszeit gerne zugesagt hat. Gülnur (36) und Hakan Dagli (41) leben seit sieben Jahren in Beeck unweit der König-Brauerei, sie ist Arzthelferin, er Sachbearbeiter bei der Deutschen Bahn. Die beiden haben drei Kinder. Mit Alp, der in gut zwei Wochen sieben Jahre alt wird, nehmen sie an der Studie teil.

Der Junge ist an diesem Montagvormittag, als der Interviewer Rüdiger Bornhöft (59) für rund zwei Stunden vorbeischaut, in der Schule. Doch morgens hat Alp bereits eine Urinprobe abgegeben. Der Sechsjährige liebt Kampfsport, Fußball und vor allem Spiderman. Tapete, Bild und schwarzes Netz über dem Hochbett zeugen davon im Kinderzimmer. Das inspiziert Bornhöft als Erstes – vor allem deshalb, um ein Messgerät zu positionieren. Eine Stunde lang wird damit nun die Belastung durch Ultrafeinstaub gemessen.

Lärmmessung aus dem Kinderzimmerfenster

Anschließend arbeitet der 59-Jährige mit Gülnür und Hakan Dagli einen umfangreichen Fragenkatalog ab. Er erfährt, wie oft die Familie Desinfektionsmittel verwendet, dass in letzter Zeit kein quecksilberhaltiges Fieberthermometer zu Bruch gegangen ist und im Sommer die Fenster wegen der nur 50 Meter entfernt fahrenden Straßenbahn nicht geöffnet werden können. Bornhöft wird später eine Lärmmessung aus dem Kinderzimmerfenster heraus machen, eine Trinkwasserprobe nehmen und weitere Fragen zu Wohnungsumfeld, Hausausstattung oder Essgewohnheiten des Kindes stellen.

Bevor Bornhöft seinen Sachen packt, lässt er als kleines Dankeschön noch einen 20-Euro-Schein für Alps Sparschein und eine Umweltlektüre für die Eltern da. Gülnur und Hakan Dagli werden in einigen Monaten ihre Ergebnisse erfahren und hoffen, dass alles in Ordnung ist. „Wir sind gespannt.“

Studie läuft noch bis 2017

Alle eingeladenen Kinder und Jugendliche haben bereits an der vorgeschalteten „KiGGS“-Studie des Robert-Koch-Instituts teilgenommen, mit dem das Umweltbundesamt eng kooperiert. Alp Dagli ist dazu mit seinen Eltern ins Gesundheitszentrum in Ruhrort bestellt und von Kopf bis Fuß gecheckt worden. Unter anderem standen ein Konditionstest, Logik- und Geschicklichkeitsaufgaben auf dem Programm.

Die aktuelle Umweltstudie hat 2014 begonnen und läuft noch bis 2017. Alle Daten werden anonym ausgewertet, die Ergebnisse voraussichtlich eineinhalb Jahre nach Abschluss der Studie veröffentlicht. Weitere Infos: www.uba.de/geres.