Umweltbehörde soll in Duisburg Öko-Maßstäbe setzen

Auf der hellen Fläche am Hauptbahnhof Duisburg wird für das Lanuv gebaut.
Auf der hellen Fläche am Hauptbahnhof Duisburg wird für das Lanuv gebaut.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der Umzug von Düsseldorf zum Duisburger Hauptbahnhof ist für 2018 geplant. Verkehrsanbindung des neuen Standorts war ein wichtiges Auswahlkriterium.

Duisburg.. Der vom Landeskabinett am Dienstag beschlossene neue Sitz der Umweltbehörde Lanuv am Hauptbahnhof soll Maßstäbe setzen. „Den Neubau wollen wir nutzen, um zu zeigen, wie wir als Landesregierung das Ziel einer klimaneutralen Landesverwaltung erreichen wollen,“ sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel am Mittwoch.

Bei dem geplanten Büro- und Laborneubau sollen die Gebäudehüllen die Anforderung der Energieeinsparverordnung um 50 Prozent unterschreiten und damit dem so genannten „Passivhausstandard“ entsprechen. Beim Primärenergiebedarf (Heizung, Strom, Warmwasser) soll das Bürogebäude die Anforderungen um mindestens 50 Prozent, das Laborgebäude um mindestens 30 Prozent unterschreiten.

Standort in Düsseldorf genügt Lanuv nicht

Weiteres Ziel ist die Deckung von mindestens 50 Prozent des Primärenergiebedarfes durch selbst produzierte Erneuerbare-Energie-Systeme. Es würden verschiedene Möglichkeiten geprüft, etwa Photovoltaik, Solarthermie, Kleinwindanlage, Blockheizkraftwerk mit regenerativem Brennstoff wie etwa Biomethan, Geothermie, Abwärme aus Wärmerückgewinnung, heißt es aus dem Umweltministerium. Der bisherige Standort in Düsseldorf genügte laut Lanuv nicht modernen energetischen Anforderungen.

Bis 2018 will das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, das hinter dem Kürzel Lanuv steckt, den neuen Standort beziehen. Nach derzeitigem Stand der Planungen wird der Neubau 231 Büros sowie 185 sonstige Räume und Labore umfassen. Insgesamt misst die neue Fläche am Standort Duisburg rund 16 000 Quadratmeter. Im Bürogebäude sind derzeit 281 Arbeitsplätze vorgesehen. Im Laborgebäude sind mindestens ständige 74 Arbeitsplätze geplant.

„Mit dem Umzug wollen wir nun nicht nur eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz in der öffentlichen Verwaltung erreichen, sondern auch die Voraussetzungen für eine Labortechnik schaffen, damit der Stand der Technik erreicht werden kann“, sagte Remmel weiter.

Verkehrsanbindung sprach für Duisburg

„Die Entscheidung für den neuen Standort den Neubau in Duisburg war notwendig, um auch bei der Labortechnik unserem hohen Anspruch weiterhin gerecht zu werden“, so der Präsident des Landesumweltamtes, Dr. Thomas Delschen. „Die Standortentscheidung für Duisburg ist aber auch eine Entscheidung gewesen, die unter Berücksichtigung der Interessen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen wurde.“ Daher sei bei der Standortsuche eine gute Verkehrsanbindung und eine fußläufige Erreichbarkeit vom Hauptverkehrsmittel eine wesentliches Auswahlkriterium gewesen, „um die entstehenden Belastungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzumildern“. Was mit der unmittelbaren Nähe zum Hauptbahnhof künftig der Fall sein dürfte. Nachgemessen hat man beim Lanuv schon: Der Fußweg vom Bahnhof zur Behörde betrage rund 200 Meter.

„Die Ansiedlung ist ein wichtiger Impuls für die weitere Stadtentwicklung“, freut sich SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp: „Insbesondere für die Entwicklung des Areals rund um den ehemaligen Güterbahnhof ist nun der Startschuss gefallen.“ Davon werde auch die Innenstadt mit ihrem Einzelhandels- und Gastronomieangebot profitieren. Erfreut ist man auch beim Grundstückseigentümer Aurelis, aber noch zugeknöpft, was Details der Planung angeht. Erst werde jetzt über Mietverträge geredet.