Umstrittener Welpenverkauf bei Zoo Zajac ist gestartet
20.01.2012 | 12:29 Uhr 2012-01-20T12:29:00+0100
Duisburg. Am Freitagmorgen hat der Duisburger Zoofachhändler Norbert Zajac mit dem Verkauf von Hundewelpen in seinem Geschäft begonnen. Potentielle Käufer hielten sich zum Verkaufsstart aber zurück, dafür war der Medienrummel entsprechend groß. Gegen Mittag wurde die erste Dackelwelpe "Motte" verkauft.
Süß sind die ja, die kleinen Rauhaardackel, die zwei Mitarbeiterinnen am Freitag gegen 10.30 Uhr in ihr neues Übergangsheim, die Verkaufsboxen im hinteren Teil des Zoogeschäfts von Norbert Zajac, tragen. Jeder Schritt der Mitarbeiter, jedes Gähnen der Hundewelpen wird beobachtet von Fernsehkameras und Fotoapparaten der Journalisten. Jetzt sind sie also da – und stehen zum Verkauf. Für 899 Euro das Stück der schwarze Langhaardackel, die Variante mit rotem Fell gibt’s für 799 Euro. Erst am Samstag zu haben: die Australian Shepherd (999 Euro). Norbert Zajac, seit 36 Jahren im Geschäft, hat Freitagvormittag mit dem Verkauf von Hundewelpen begonnen. Als erster Betreiber einer Tierhandlung in Deutschland.
Potentielle Käufer sucht man zum Verkaufsstart aber vergebens vor dem langen Tresen und den gläsernen Verkaufsboxen, die im ruhigeren, hinteren Teil des riesigen Geschäfts stehen. Was auch nicht verwunderlich ist – die Interessenten werden wahrscheinlich nicht gleich den ersten Tag nutzen und sich dem medialen Blitzlichtgewitter aussetzen und womöglich unangenehme Fragen beantworten wollen, warum sie sich für einen „Welpen aus dem Tier-Supermarkt“ entscheiden, wie es Tierschützer seit dem Bekanntwerden der Pläne kritisieren. Gegen Mittag ging mit Dackel "Motte" dann aber doch noch einer der Welpen über die Ladentheke.
Weitere Proteste sind angekündigt
Und umstritten ist die Geschäftsidee von Unternehmer Zajac, der wohl dank seines Geschäftseifers auch zum Unternehmer des Jahres 2010 gekürt worden war, noch immer. Auch für den Freitagmittag und die kommende Woche haben die Gegner wieder Proteste angekündigt.
Einige Zaungäste sind trotzdem gekommen: eine Katzenzüchterin, ein Ehepaar aus Moers, selbst seit vielen Jahren Hundebesitzer („aber nur aus dem Tierheim“) und andere, die nach der medialen Aufmerksamkeit, die Tierschützer Norbert Zajac beschert haben, gekommen sind, um mal zu schauen, wie sie denn so aussieht, die Hundeecke bei Zajac. „Alles reine Neugierde.“
Einen guten Eindruck, sagen die Besucher, mache die Welpenanlage auf den ersten Blick schon – und auch das, was Norbert Zajac den Journalisten erzählt: dass die Hunde von 6 bis 22 Uhr betreut und Hundetrainern beschäftigt würden und bei Zajac auch im Rudel leben. „Sie haben auch Möglichkeiten, sich zu verstecken, das ist okay“, sagen Michaela und Norbert Beermann, die beiden Moerser, die schon seit Jahren selbst Hunde halten. „Wir holen uns Hunde aus dem Tierheim und werden vorher mehrmals geprüft, es gibt unangekündigte Besuche, Probenächte im neuen Heim und wir müssen mit den Hunden Gassi gehen“, geben die beiden Moerser zu bedenken und stellen die Frage, ob ein Berater bei Zajac die Käufer ähnlich im Verkaufs-Gespräch durchleuchten könne. Sie bezweifeln es. Eine Bitte haben sie trotzdem: „Suchen Sie sich die Leute genau und sorgen Sie für einen Verkaufsstopp zu Weihnachten.“
Geschäftsziel: 1000 Hunde will Zajac im Jahr verkaufen
Der Hausherr, der die Besucher an diesem Morgen wieder mit dem blauen T-Shirt mit Hundeaufdruck empfängt, ist seinen Kritikern dennoch ein wenig dankbar. „Dank des Presserummels haben wir aktuell um die 500 bis 600 Kundenanfragen.“ Mit der Zeit werde dies aber abebben, genau wie damals, 2008, als Norbert Zajac auch gegen erhebliche Widerstände Katzenkinder ins Programm genommen hat. Dessen ist er sich sicher. „Unser Ziel ist es, im Jahr vielleicht 1000 Hunde zu verkaufen. Lassen die sich eigentlich auch vorbestellen? „Man kann sich vielleicht eine Waschmaschine bestellen, aber keinen Hund“, antwortet Norbert Zajac darauf.

19:22
Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht. Es ist Herrn Zajacs gutes Recht sogar Hunde in seinem Laden zu verkaufen. Er macht nichts illegales oder moralisch verwerfliches. Ich habe die Anlage in Duisburg selbst besichtigt. Die Hunde haben sehr viel Platz und denen geht es gut. Sie spielen zusammen und werden gut betreut. Die haben es sicher besser wie viele Hunde die zum Beispiel in einer 2 Zimmerwohnung leben.
Ich denke nicht, dass es zu vielen Spontankäufen kommt, da der Preis von bis zu etwa 1000 Euro doch relativ hoch ist. Wenn jemand bereit ist so viel Geld für einen Hund auszugeben, kann man doch davon ausgehen, dass es sich hierbei um verantwortungsvolle Bürger handelt. Wenn jemand ein Hund haben will, spielt es doch überhaupt keine Rolle wo gekauft wird.
Der Hund ist kein bedrohtes Tier und wird nicht aus der Natur entnommen. Viel schlimmer ist es doch wenn bedrohte Tierarten nach Deutschland importiert werden und hier dann gehalten werden.
Wenn irgendwelche Meerschweinchen vom Zajac verkauft werden, regt sich doch kein Mensch auf. Wo ist denn der Unterschied zu Hunden?
Ich finde Herr Zajac ist ein geschäftstüchtiger und innovativer Mensch. Er hat Mut auch unpopuläre Dinge durchzuziehen und lässt sich durch nichts beeindrucken. Er hat ca. 1 Mio Besucher im Jahr und möchte 1000 Hunde / Jahr verkaufen. Theoretisch kauft jeder 1000 ste Besucher einen Hund was ich für durchaus realistisch halte.
15:44
und der Medienrummel ist die beste Webung für den Zoohandel leider wie in anderen Klatschblättern
12:26
Bei allem Respekt für die derzeitigen Proteste und Diskussionen...
bedeutet es dann im Umkehrschluß für diese Kritiker, dass in Deutschland ALLE Hundezüchter und Hundehalter seriös, vorbildlich, korrekt, einwandfrei und vor allem artgerecht und frei von jeglichem wirtschaftlichen Interesse ihre Hunde züchten und halten??? Wenn dem so ist, dann ist die Erde doch eine Scheibe!
14:47
Komisch wenn ich mir einen Fisch einen Vogel oder auch ein Reptil dort kaufe passiert nichts, will ich einen Welpen dort kaufen käme ich in die Medien. Sind alle anderen Tiere unterprivilegiert ??
08:27
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, erklärt: „Kein seriöser Züchter und kein verantwortungsvoller Halter, der seine Tiere liebt, würde Welpen an einen profitorientierten Zwischenhändler liefern. Auch verantwortungsvolle Hundeinteressenten würden niemals in einem Zoohandel nach einem passenden Hund suchen."
Quelle: http://www.tierschutzbund.de/4805.html?&0=
08:21
Ob das geschmacklose Preisschild oben im Foto irgendwann mal auf 399,00 EUR abgeändert wird? Mit durchgestrichenem Altpreis und Zusatz "Nur Jetzt" oder so?
00:23
Und wieder einmal hat der Kommerz über die Vernunft gesiegt, wer sich anschaut wieviele Tiere (Katzen und Hunde) in Tierheimen auf ein neues Heim warten fragt sich zurecht muss man noch einen Anreiz geben um zusätzliches Leid herauszubeschwören.
Da ist man bei diesem Zoo-Kaufhaus und ließt schon im Eingangsbereich Hunde- und Katzenbabies gesucht! Für mich ist das die Aufforderung an Hunde- und Katzenbesitzern ihre Schutzbefohlenden zahlreich zu vermehren, damit man auch noch einen schnellen Euro machen kann und an das Wohl der Tiere wird da mit Sicherheit erst in zweiten Schritt gedacht!
Zudem finde ich die Preise extrem überteuert für einen kleinen Langharrdackel 799 bzw. 899 Euro zu zahlen um dann ein Tier zu erhalten, was geimpft, gechipt und entwurmt ist für etwa die gleichen Werte erhalte ich einen Welpen von einem organisierten Züchter, der auch nach den zwei Wochen für mich noch Ansprechpartner ist.Positiv ist dabei allerdings, dass ich hoffe das bei den Preisen auch wirklich keiner einen Spontankauf tätigt!
"Da ist man bei diesem Zoo-Kaufhaus und ließt schon im Eingangsbereich Hunde- und Katzenbabies gesucht! Für mich ist das die Aufforderung an Hunde- und Katzenbesitzern ihre Schutzbefohlenden zahlreich zu vermehren, damit man auch noch einen schnellen Euro machen kann und an das Wohl der Tiere wird da mit Sicherheit erst in zweiten Schritt gedacht!"
In diesem Falle wären aber die geldgeilen Tierbesitzer schuldig, Zoo Zajac kann man da wirklich keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil: Besser wenn die die hilflosen Tiere annehmen anstatt das die kleinen einfach weggeschmissen werden (was ja traurigerweise im wörtlichen Sinne oft vorkommt!).
Schon mal daran gedacht, daß Leute, die wirklich überfordert sind mit einem privaten Ups-Wurf, was heute allerdings sehr, sehr selten passiert, denn die Hunde sind doch in Deutschland sehr von ihren Besitzern behütet ... daß man die Würfe auch im Tierheim abgeben kann? Dort gibt es eine fachmännische Betreuung und die Hunde kommen in allerbeste, geeignete Hände ... da muß man nicht noch obendrauf zu allem Übel ein Geschäft mit machen. Wegschmeißen braucht niemand seine Welpen, er bleibt höchstens auf seinen Kosten sitzen, wenn er sie nicht gegen Geld abgibt.
Und das andere von wegen "geldgeile Tierbesitzer", die Tiere für den Zoohandel zahlreich vermehren ... ja, da stimme ich Ihnen zu. Durchaus. Das sollte auch ein Zoohandel nicht unterstützen, sondern den Ankauf von solchen Tieren boykottieren, vor allen Dingen dann, wenn die Produzenten sich noch nicht einmal trauen, das Tierheim um Hilfe zu bitten, sondern eher, wie Sie sagen "die Kleinen wegschmeissen". Auch hier wird das Angebot durch die Nachfrage geregelt.
21:23
Auch ich finde, was dieser Zajak alles an Tiere verkauft ist unglaublich - unfassbar - ja, echt unfassbar, daß das alles so hingenommen wird. Was haben zum Beispiel Minischweine oder Äffchen, Katzen oder Hunde und und und ..in einem "Kaufhaus" zu suchen. Da gehn Idioten mal eben shoppen und nehmen sich schnell mal ein Tier mit.... daß heutzutage so etwas überhaupt machbar ist ist wirklich ungalublich!! Diese Zeit ist vorbei habe ich gedacht. Heute müßte man doch aufgeklärt sein über diese miese Geschäftemacherei. Wenn ich so manche Kommentare lese kann ich kaum glauben, wie viele Idioten rumlaufen. Nur Idioten können glauben, daß dieser Zajak nur Tiere aus seriösen Züchtungen verkauft. Das ist doch ein Witz! Wie sollte dieser Herr Geschäftsmann denn dann überhaupt an diesen Tieren verdienen! Er kauft natürlich nur billig ein um so viel wie möglich an jedem einzelnen Tier zu verdienen! Dem ist egal, wer da kommt und einfach mal eben ein Tier mitnimmt nur weil es im Moment so süß aussieht. Bei keinem seriösen Züchter oder im Tierheim bekommt man einfach so ein Tier direkt mitgegeben. Es wird sich erkundigt nach dem neuen Zuhause und kontrolliert. Diesem Zajak interessiert nur das Geld, daß irgendein Knallkopf da läßt. Aber noch schlimmer als dieser Herr Geschäftmann sind die Menschen, die dort einkaufen gehen, wo es ganz offensichtlich ein Geschäft ist, das mit Lebewesen Geld macht ohne sich um das zukünftige Wohlbefinden des Tieres kümmert. Ich fühle da nur tiefste Verachtung - und Unverständnis, daß so etwas heutzutage wirklich möglich ist. Da zeigt sich wieder, Geld regiert die Welt. Aber von einem Land, das Tiere nicht als Lebewesen achtet sondern nur als Sache ansieht kann man ja auch nichts anderes erwarten.
18:40
Zoo Zajac verkauft so ziemlich jedes Tier das krauchen und laufen kann. Das scheint niemanden zu stören, aber die Welpen sind Aufreger! Wen man sich generell über Sklaventiere beschweren würde, könnte ich es verstehen!
13:40
Großzügige Gehege mit Fußbodenheizung. Optimale ärztliche Versorgung quasi rund um die Uhr.
Wer nicht hinter die Kulissen schaut, versteht die ganze Aufregung nicht. Kennt man doch die zahlreichen Berichte aus der Presse über Polenmärkte und schmuddelige Welpenvermehrer. Bei Zajac ist doch alles propper?
Wir sollten jedoch nicht vergessen: Letztendlich ist Zoo Zajac nichts anderes als ein optimiertes Verkaufsportal für eben diese Hinterhofzüchter - ein glänzender Showroom.
Die Webseite der Lieferantin der "Labradoodels" (http://www.hundezucht-oeding.com/) - zu Zwecken der Verkaufsförderungen zu Rassehunden geadelte Mischlingswelpen - wurde vorsichtshalber mal aus dem Netz genommen. Bei vier Würfen in den letzten drei Monaten kommen auch dem gutgläubigsten Menschen Zweifel an einem Status der Dame als liebevolle Hobbyzüchterin. Und Zajac wäre der Lüge überführt, schließlich verbreitet er ja die romantische Mär, seine Welpen ausschließlich bei liebevollen Privatpersonen zu erwerben.(Zitat Webseite Zoo Zajac: "Die Welpen werden aus Familienaufzuchten stammen. Viele Hundebesitzer lassen ihre Hündin einen Wurf bekommen oder es passiert unbeabsichtigt. Das nötige Wissen zur Welpenaufzucht ist teilweise vorhanden oder wird durch die Haustierärztin vermittelt. Der Welpenverkauf mit den speziellen Fragen zu Impfung, Verhaltensproblemen, Kastrationsempfehlung etc. überfordert einige Hundehalter und sie möchten dies dann in kompetente Hände geben. Für den Fall, dass Welpenverkäufer an uns herantreten und verschiedene Rassen und oder eine unübliche Anzahl von Welpen anbieten, werden wir uns mit unserer zuständigen Amtstierärztin in Verbindung setzen und einen Ankauf ablehnen.")
Dass das im großen Stil nicht funktionieren kann, ist jedem Hundebesitzer sonnenklar: Denn welche verantwortunsbewusste Hundebesitzer würde seine liebevoll aufgezogenen Welpen herzlos in eine ungewisse Zukunft verschachern?
Sicherlich gibt es auch Profiteure: So kann sich die HartzIV-Familie, nachdem sie den im Badezimmer ihrer Etagenwohnung gezüchteten Wurf bei Zajac abgegeben hat, endlich einen großen Flatscreen kaufen.
Profiteure sind dann jedoch weder die Welpen noch die zukünftigen Besitzer, die bei Zajac überteuert Mischlinghunde oder Rassehunde ohne Papiere kaufen, die es auf dem freien Markt oder im Tierheim für einen Bruchteil des Preises zu kaufen gibt. Denn die Welpen werden in der Prägungs- und Sozialisierungsphase irreversibel geschädigt und besitzen das erhöhte Potenzial sich zu Problemhunden mit Verhaltensstörungen zu entwickeln.
Die freiwillige Selbstbeschränkung des Zoohachhandels zum Verzicht auf den Verkauf von Hunden besteht schließlich nicht ohne Grund.
Danke für diesen Beitrag! Genau so sieht es aus.