Über drei Zentimeter lange Risse

Auch Planungsdezernent Carsten Tum hat große Sorgen, dass Duisburg bald im Verkehr erstickt. Wenn die A40-Rheinbrücke ab Anfang Mai in Richtung Venlo für den Schwerlastverkehr dicht gemacht wird (siehe Titelseite), droht auf wichtigen Verkehrsadern in der und rund um die Stadt der Dauerstillstand. „Als führender Logistikstandort müssen wir aber erreichbar bleiben“, mahnte Tum gestern im Gespräch mit der WAZ. Teile der Wirtschaft würden bereits über massive Probleme und zusätzliche Kosten in Millionenhöhe klagen. Große Stücke setzt Tum auf den neuen Koordinierungskreis „Regionales Baustellenmanagement“, den Regierungspräsidentin Anne Lütkes ins Leben gerufen hat.

Kommunen sitzen mit am Tisch

Am Tisch des Koordinierungskreises sollen neben Verantwortungsträgern der Bezirksregierung Düsseldorf und von Straßen NRW auch Vertreter der Wirtschaft und der Kommunen sitzen. Im Rahmen regelmäßiger Treffen soll dann ein bestmöglicher Informationsaustausch stattfinden, so Lütkes. Und natürlich sollen auch die Bürger stets sofort über die neuesten Entwicklungen informiert werden.

Zurzeit stünde die A40-Rheinbrücke im Fokus, sagte Lütkes. „In den nächsten Jahren werden im Raum Duisburg aber noch weitere Baustellen dazukommen.“ All diese Maßnahmen müssten so koordiniert werden, dass die Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich ausfallen. Dazu gehöre etwa ein griffiges Informationssystem für alle Lkw-Fahrer und eine enge Zusammenarbeit mit den Anbietern von Navigationsgeräten. „Die Menschen sollen schließlich nicht von einer Baustelle in die nächste geleitet werden“, sagte Lütkes bei der Pressekonferenz, die in den Räumen der IHK Duisburg-Niederrhein stattfand.

In diesem Rahmen dankte der NRW-Verkehrsminister Michael Groschek den Kräften der Polizei, die enormen Einsatz gezeigt und ausgezeichnete Arbeit geleistet hätten. Kein einziger Lkw sei seit Inkrafttreten der Sperrung auf die Brücke gelangt. Das war enorm wichtig. Denn die über drei Zentimeter langen Risse in den Hauptträgern und unter den Querstreben konnten nur saniert werden, wenn das Bauwerk so wenig wie möglich schwingt. Genau deshalb durften die Lkw nicht mehr fahren.

Die Brücke werde auch nach Abschluss der jetzigen Sanierung stets intensiv beobachtet, so Straßen NRW. Im Herbst 2015 stehe bereits die nächste Sanierungsstufe an. Dann soll es aber deutlich glimpflicher laufen – mit vereinzelten Teilsperrungen an Wochenenden.