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TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände

07.02.2011 | 19:15 Uhr
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände

Duisburg.Die Teilnehmer des Runden Tisches Loveparade erheben schwere Vorwürfe gegen Lopavent. Der Veranstalter habe sein eigenes Einlasskonzept nicht eingehalten. Schon gegen 15 Uhr sei erkennbar gewesen, dass es Probleme im Eingangsbereich gab.

Im Zuge der Ermittlungsarbeiten zur Aufklärung der Loveparade-Katastrophe hat das Team der Staatsanwaltschaft Duisburg weit über 500 Stunden Videomaterial gesichtet. Lothar Evers, der zu den Organisatoren des „Runden Tisches Loveparade“ am vergangenen Samstag in Duisburg zählte, beschränkte sich in seinem Film-Mitschnitt auf einige wenige, aber entscheidende Minuten, die er den Teilnehmern präsentierte.

„Bereits gegen 15 Uhr ist auf Bildern des WDR-Fernsehens zu sehen, dass der Eingang nicht funktioniert“, sagt Evers und zeigt auf den oberen Teil der Rampe. Der ist zu diesem Zeitpunkt bereits hoffnungslos überfüllt – und zwar, weil der wichtigste Teil des Einlasskonzeptes von Veranstalter Lopavent nicht greift. Denn die Menschenmassen, die hier ankommen, laufen direkt auf den Rundkurs der Umzugswagen („Floats“) zu. Und fast alle bleiben stehen.

"Pusher" auf keinem der Bilder zu sehen

Eigentlich sollten hier rund 150 der 1300 eingeplanten Ordner im Einsatz sein und als so genannte „Pusher“ fungieren. Das heißt: An dieser heiklen, weil engen Stelle sollten die „Pusher“ dafür sorgen, dass Ankommende in Bewegung bleiben und in hintere Bereiche des Veranstaltungsgeländes weitergehen.

Doch auf keiner Video- oder Fotoaufnahme ist an diesem Tag auch nur ein einziger (!) „Pusher“ zu erkennen. Vielleicht ist dies eine direkte Auswirkung der Tatsache, dass rund 40 Prozent der Ordner nicht zum Dienst erschienen sind (wir berichteten).

In keinem der bislang vorliegenden Dokumente der Duisburger Stadtverwaltung werden dem Veranstalter eine klar definierte Mindestzahl an Ordnern vorgeschrieben. Fest steht: Hätte die Verwaltung eine zu hohe Ordnerzahl veranschlagt, wäre das Veranstalter Lopavent zu teuer geworden. Daher scheinen die geforderten Zahlen stets nur vage formuliert worden zu sein.

Verwunderung darüber, dass lokale Politik nicht auf die Barrikaden gehe

Zurück zum oberen Teil der Rampe: Diese Stelle wird durch das Nichteinhalten des Konzeptes zum Nadelöhr. Wenige Meter Platz verbleiben, um sich irgendwie durchzuschlängeln. Und diese Stelle sollen an diesem Tag Hunderttausende passieren?!? Ein Ding der Unmöglichkeit. Das Verharren der Ankommenden führt zum Rückstau und ist ein wichtiges Glied in jener Fehlerkette, die später zur Sperrung des unteren Teil der Rampe durch eine Polizeikette führt. In diesem Bereich ereigneten sich dann die Todesfälle.

Wie Duisburg nach der Loveparade...

Verwundert zeigte sich Evers darüber, dass die lokale Politik nicht auf die Barrikaden geht. „Jetzt ist der Rat gefragt. Wieso klopft er der Verwaltung nicht auf die Finger? Wieso gibt er sich mit Berichten zufrieden, in dem viele entscheidende Dokumente fehlen?“ Fragen, die sich sicherlich auch zahlreiche Duisburger Bürger stellen.  

Thomas Richter

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Kommentare
10.02.2011
07:29
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von thiesbuerger | #44

@taosnm
Man weiß mittlerweile, wie man Leute wie Sie auf die Palme bringen kann.
Und das macht richtig Spaß.

09.02.2011
22:32
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von HeinzK1 | #43

@#41 von Stefano , am 09.02.2011 um 20:48
@#42 von taosnm , am 09.02.2011 um 21:21

Ich habe schon lange aufgehört, auf Sauerland-Befürworter inhaltlich einzugehen, dies ist vergebene Liebesmüh.

Allerdings nutze ich gerne deren Einwände für weitere sachliche/fachliche Informationen.

So wie jetzt z.B.:

Ministerium für Inneres und Kommunales NRW - 09.02.11

Projektgruppe ist weiterer Schritt für die Sicherheit von Großveranstaltungen Innenminister Jäger: Menschen müssen unbeschwert feiern können

[...]

Bereits im August 2010 hatte das Innenministerium als Reaktion auf die Tragödie bei der Loveparade in Duisburg Regelungen getroffen, die sicherstellen sollen, dass sich ein solches Unglück in NRW nicht wiederholt. So ist das Genehmigungsverfahren von Großveranstaltungen unter freiem Himmel bis auf weiteres mit dem Kreis oder der Bezirksregierung abzustimmen. Für die Genehmigung ist in jedem Fall ein Sicherheitskonzept des Veranstalters notwendig. [1]

Diese Projektgruppe wird hoffentlich auch das Genehmigungsverfahren zur McFit- und OB-Werbeveranstaltung in Duisburg etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Je länger Herr Oberbürgermeister Adolf Sauerland jetzt im Amt bleibt, desto mehr schadet er der CDU-Duisburg. Obwohl, die schadet sich doch gerade auch selbst gehörig[2], dank Herrn Thomas Mahlberg.[3] :lol:

_____

[1] http://www.im.nrw.de/pm/090211_1914.html
[2] http://bit.ly/franCZ
[3] http://bit.ly/ersaN1

09.02.2011
21:21
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von taosnm | #42

#40 thiesbuerger

Wenn Sie nicht so einfach gestrickt wären, wüssten Sie, dass es für alle Betroffenen schon sehr wichtig gewesen wäre, dass jemand gesagt hätte: Ich bin verantwortlich, und es tut mir leid. Das macht nichts ungeschehen und niemanden lebendig und gesund, aber es ist essentiell wichtig. Für die Stadt und ihre Bürger wäre es ebenso wichtig gewesen, dass da irgendjemand steht, der sagt, dass er die Verantwortung übernimmt. Die unsäglichen und nicht enden wollenden diskussionen rühren nur aus dem einen Fakt, dass nämlich niemand sagt, ja, wir sind verantwortlich, wir haben möglicherweise Fehler gemacht, und wir bedauern aufrichtig, was passiert ist. Wahrscheinlich könnte ich das aber auch meiner Katze erzählen, die es ebenso wenig versteht, wie Sie.

Und wenn Sie, und das ist unterste Schublade, hier jemanden angehen, der unter Einsatz aller physischen und psychischen Kräfte nach der Katastrophe den Opfern half, hier angehen und ihn fragen, ob er für diesen unvorstellbaren harten Dienst auf Entlohnung verzichtete, dann muss in Ihren Gehirnwindungen sich irgendwo etwas verknotet haben, sonst käme Ihnen so etwas Mieses und Primitives nicht über die Tastatur.

09.02.2011
20:48
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von Stefano | #41

@thiesburger,

was bitte schön, ist an politischer Verantwortung bescheuert?

Warum meinen Sie, Betroffene wollten sich in erster Linie etwas kaufen? Was Betroffene vielleicht noch einfordern können Sie hier nachlesen:

http://www.duisburg21.info/index.php?option=com_content&view=article&id=64:zur-erinnerung-was-die-angehoerigen-der-opfer-forderten&catid=26:hintergruende&Itemid=41

Sühnementalität? Schauen Sie vielleicht noch mal bei Wikipedia nach, was genau es mit dieser Begrifflichkeit auf sich hat.

Und zu letzterer Frage wüßte ich gerne ihre Intention?

Wenn Sie derart persönlich argumentieren wäre es übrigens schon angebracht, wenn Sie das nicht aus einer anonymen Ecke heraus betreiben.

09.02.2011
19:44
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von thiesbuerger | #40

@Stefano

Sie immer mit ihrer bescheuerten politischen Verantwortung.
Dafür können sich die Betroffenen nichts kaufen.

Hören Sie doch endlich mit Ihrer Sühnementalität auf.

Haben Sie als beteiligte Person im Kreis der medizinischen Helfer eigentlich auf ihr Entgelt für die Tätigkeit während der Loveparade verzichtet?

09.02.2011
19:21
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von thiesbuerger | #39

Wahrscheinlich waren die Verantwortlichen bereits alle besoffen, als sich um 15 Uhr schon Probleme andeuteten.

09.02.2011
11:16
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von Spock77 | #38

Jeder einigermaßen normale Mensch hat schon im Vorfeld gesagt, das diese Veranstaltung für dieses Gelände zu groß ist. - Wer bitte regiert diese Stadt, der dies unbedingt wollte???????

09.02.2011
07:19
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von Stefano | #37

Wenn Vertreter der Stadt betonen, dass alle relevanten Unterlagen der Staatsanwaltschaft übergeben wurden, dann sollte vielleicht mal hinterfragt werden, was die Stadt für relevant erachtet hat.

Da es der Stadt von vornherein nicht um eine halbwegs objektive Aufklärung, sondern nur um den Beweis ging, dass die Verwaltung ohne Fehl und Tadel arbeitete, kann sehr schön im für 357.000 Euro in Auftrag gegebenen Gefälligkeitsgutachten der Stadt nachgelesen werden.

Wer, wie die Verantwortlichen der Stadt, immer wieder auf die Staatsanwaltschaft als DIE aufklärende Instanz hinweist, muss sich fragen lassen, warum die Stadt dann überhaupt ein derart teueres tendenzielles Gutachten erstellen lässt. Warum ein OB Sauerland mit der Hauptargumentation, er müsse als oberster Aufklärer im Amt bleibt, kein einziges Wort zu seiner Rolle und zum eigentlichen Sachverhalt sagt.

Wenn die Stadt, wie Sauerland & Co nicht müde werden zu betonen, sich nichts vorzuwerfen hat, dann ist die absolute Verweigerungshaltung in Sachen Aufklärung einfach nicht nachvollziehbar.

Und das der Rat und die etablierten politischen Kräfte in dieser Stadt keinerlei Anstalten machen, auf die Beantwortung der offensichtlich im Raum stehenden Fragen zu drängen, ist mindestens beschämend - lässt aber auch Raum für Spekulationen über die Motivation für diese demonstrative Zurückhaltung.

Übrigens: Die Staatsanwaltschaft ermittelt und ein Gericht urteilt rein nach strafrechtlichen Gesichtspunkten. Damit ist aber noch überhaupt nichts darüber ausgesagt, wer in dieser Stadt die politische Verantwortung für die Katastrophe am 24. Juli trägt.

09.02.2011
00:25
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von turnaround | #36

Wenn man unter dem Vergrößerungsglas der Öffentlichkeit und des Chefs steht, kommt keiner auf die Idee grobe Patzer zu machen und um diesen müsste es sich schon handeln sollte die Dienstaufsichtsbeschwerde erfolgreich sein.
#34 von kikimurks , am 08.02.2011 um 21:23

Der erste folgenschwere Patzer war bereits die durch die Statsanwaltschaft Duisburg verweigerte Razzia im Rathaus auf Antrag der Kölner Polizei.

09.02.2011
00:19
TV-Bilder zeigten früh Probleme im Eingang zum Loveparade-Gelände
von turnaround | #35

Nur zur Ergänzung:vielleicht spricht schon das vorläufige Ergebnis der Online-Umfrage der WAZ zur Stimmung in Duisburg die deutlichere Sprache
#27 von albertus28 , am 08.02.2011 um 13:44

Als Nutzer von derwesten.de sollte Ihnen bekannt sein, wie oft von interessierter Seite dort abgestimmt werden kann. Wer Zeit und die Motivation dazu hat, kann jeweils die eine oder andere Seite in die Höhe treiben. Ein objektives Ergebnis könnte eine solche Abstimmung nur bieten, wenn jedem User nur ein einmaliges Votum möglich wäre.

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