Trompete und Orgel im Dialog

Mehr als 100 Auftritte gibt Star-Trompeter Ludwig Güttler im Jahr. Nun gastierte der Musiker aus Sachsen in der Salvator-Kirche. Vor ausverkauftem Haus spielte er gemeinsam mit dem Organisten Friedrich Kircheis ein barockes Programm, in dem natürlich auch Bach und Händel nicht fehlen durften.

Das 75-minütige Konzert ist abwechslungsreich konzipiert. Auf ein größeres Werk für Trompete und Orgel folgt stets ein Solostück für die Orgel. Organist Friedrich Kircheis eröffnet den Abend mit dem Präludium und Fuge fis-Moll von Dietrich Buxtehude und beweist gleich eine beachtliche Fingerfertigkeit. Das Konzert für Orgel F-Dur von Georg Friedrich Händel gestaltet er sehr beschwingt und verspielt, im finalen Presto allerdings etwas verhuscht.

Einen nachdenklichen Akzent setzt der Organist mit der dunkel gefärbten Passacaglia d-Moll von Buxtehude, während er das Präludium und Fuge h-Moll BWV 544 von Bach furios aufpeitscht. Die Fuge entwickelt er mit großem gestalterischem Atem. Ludwig Güttler beginnt mit der Sonate c-Moll für Trompete und Orgel, wobei der Dialog zwischen den beiden Instrumenten schön akzentuiert wird. Güttlers Ton ist hell und strahlend. Manchmal ist der Klang der Trompete aber so kraftvoll, dass er gegenüber der Orgel wie ein Fremdkörper wirkt, so in Bachs berühmten „Wachet auf, ruft uns die Stimme“.

Das direkt folgende „Herzlich lieb hab’ ich dich, o Herr“ setzt Güttler dann aber viel weicher an und singt die Melodie über die dahin funkelnde Orgelstimmen zart aus. Besonders gut harmoniert die Orgel aber mit dem Corno da caccia, auf dem Güttler drei Choralvorspiele musiziert. Der Ton dieses Instruments ist breiter und stärker geerdet als die Trompete.

Zum Finale greift Güttler mit dem Konzert D-Dur von Henry Purcell noch einmal in die Vollen und lässt seinen Trompetenklang durch den Kirchenraum strahlen. Mit diesem festlich geschmetterten Stück vermittelt er perfekt den musikalischen Glanz des Barocks. Nach dem Verhallen des letzten Akkordes, erhebt sich das Publikum im Kirchenschiff von den Bänken und wendet sich zu Güttler um, der das Konzert auf der Orgelempore im Rücken der Zuhörer gespielt hat. Das Publikum erklatscht sich drei Zugaben.