Trio soll Bank-Container gesprengt haben

Dass sich Männer in der Nacht zum 16. Dezember 2014 an einem SB-Bank-Container an der Masurenallee zu schaffen machten, mit Brecheisen an Geldautomaten herumhantierten und Gasflaschen auffuhren, bekam offenbar niemand mit. Als um 2.30 Uhr eine Explosion die nächtliche Stille in Wedau zerriss, waren durch den Knall aufmerksam gewordene Zeugen und Polizisten allerdings sofort zur Stelle. In kürzester Zeit wurden im Rahmen einer Nahbereichsfahndung fünf Verdächtige festgenommen. Drei der Männer stehen seit gestern vor dem Landgericht.

Die Anklage wirft ihnen das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchten schweren Diebstahls vor. Durch das Einleiten eines Gasgemischs sollen zwei der 24 bis 26 Jahre alten Männer aus Moldawien, die zur Tatzeit in Hochfeld wohnten, versucht haben, die Geldautomaten aufzusprengen. Der dritte Angeklagte soll währenddessen Schmiere gestanden haben. Die Automaten erwiesen sich allerdings als äußerst robust: Der Container wurde zwar völlig verwüstet, ein Sachschaden von rund 35.000 Euro angerichtet, doch an die besonders gesicherten Geldcontainer kamen die Täter nicht heran.

Geständnis mit Grenzen

Der jüngste Angeklagte legte gestern ein Geständnis ab, nachdem ihm für diesen Fall eine Strafe von nicht mehr als vier Jahren zugesichert worden war. Er gab zu, den Plan mit Komplizen vorbereitet und durchgeführt zu haben: Er habe einen der Automaten aufgestemmt während zeitgleich ein anderer sich an dem zweiten Automaten zu schaffen gemacht habe. Dann wurde das Gasgemisch eingeleitet, eine Art Zündschnur gelegt und angezündet. Man habe wohl oder übel ohne Beute fliehen müssen. Seine Mitangeklagten belastete er allerdings nicht.

Der 24-Jährige war durch ein am Tatort gefundenes Schuhsohlenprofil und Bilder einer Überwachungskamera belastet worden, die zwei Männer im Container zeigen. Gesichter sind zwar nicht zu erkennen, wohl aber eine markante Stelle an der Jacke des 24-Jährigen, die er auch trug, als er zwei Stunden später von der Polizei angehalten wurde.

Der Mitangeklagte, der sich zu diesem Zeitpunkt in seiner Begleitung befand, schwieg zu der Anklage. Der dritte Mann, der wenige Minuten nach dem Knall per Fahrrad auf der Masurenallee unterwegs gewesen war, beteuerte, nichts mit der Tat zu tun zu haben.

Die Anklage gegen die beiden Männer steht auf sehr wackeligen Füßen. Viel mehr, als dass sie in der Nähe des Tatortes waren und alle drei Angeklagten die selbe Anschrift auf der Charlottenstraße hatten, gibt die Anklage nicht her.

Für das Verfahren sind bis 22. Mai fünf Fortsetzungstermine geplant.