Trennung von der „Lady“ ist kaum vorstellbar

Zu den Plänen, die „Lady Inchiquin“, die 1711 in der Werkstatt des Cremoneser Geigenbauers Antonio Stradivari gebaut wurde, zu verkaufen, will sich Frank Peter Zimmermann nicht äußern, so Philharmoniker-Intendant Dr. Alfred Wendel. „Aber es liegt ihm im Magen.“ Möglich wäre es, dass die West-LB-Nachfolgerin Portigon AG das Instrument, das zu ihrem umfangreichen Kunstbesitz gehört, versteigern lässt.

„Das wäre furchtbar“, sagt Wendel. Ein Instrument ist für Musiker alles andere als austauschbar. „Es ist wirklich eine Liebesbeziehung.“ Laien könnten sich kaum vorstellen, wie lange es dauere, sich auf einem Instrument einzuspielen und es kennenzulernen. „Wie ist sie heute drauf?“, prüften Geiger ihre Instrumente jeden Morgen. „Das ist nicht einfach ein Wirtschaftsgut. Sie muss zum Klingen gebracht werden. Darauf hat die Menschheit ein Anrecht“, so Wendel. Eine Trennung Zimmermanns von seiner „Lady“ ist kaum unvorstellbar. In der kommenden Saison will er mit ihr Schostakowitschs 2. Violinkonzert aufführen.