Duisburg
Trauerfeier wird live in der MSV-Arena übertragen
29.07.2010 | 11:15 Uhr 2010-07-29T11:15:00+0200
Duisburg.Der Gottesdienst für die Loveparade-Opfer am Samstag in der Salvatorkirche wird live auf Leinwänden in der MSV-Arena übertragen. Die Staatskanzlei rechnet mit einem Pilgerstrom von Zehntausenden Trauernden.
Eine Woche nach dem tragischen Unglück, das bis Mittwochabend 21 Menschenleben forderte, wird Duisburg am kommenden Samstag erneut im Zentrum der Weltöffentlichkeit stehen. Der ökumenische Gedenkgottesdienst, der am Samstag um 11 Uhr für die Opfer der Loveparade in der Salvatorkirche stattfindet, wird der traurige Abschluss einer der wohl schwärzesten Wochen der Stadtgeschichte. Verantwortlich für die Durchführung der Trauerfeier ist neben der Katholischen und der Evangelischen Kirche die Düsseldorfer Staatskanzlei. Die Polizei in Essen ist mit der Planung und Durchführung des Sicherheitskonzepts beauftragt.
Die Vorbereitungen für die dritte Großveranstaltung in kurzer Zeit laufen bereits auf Hochtouren. Während unbestätigte Quellen mit einem Pilgerstrom Richtung Salvatorkirche von über 100 000 Menschen rechnen, geht die Duisburger Polizei von einer deutlich geringeren Zahl aus. „Wir planen mit etwa 10 000 Teilnehmern, auch wenn minütlich neue Anfragen eingehen“, erklärte Sprecher Ramon van der Maat. Eine problematische Sicherheitslage schließt die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt aus: „Gehen sie davon aus, dass es in geordneten Bahnen abläuft. Die Stadt ist in die Planungen involviert und es werden viele Polizeikräfte vor Ort sein. Grundsätzlich liegt die Planung aber in den Händen der Staatskanzlei“, so van der Maat.
Übertragung in der ARD
Die Salvatorkirche bietet maximal für 600 Menschen Platz. Für viele Trauernde, zu denen nicht nur Angehörige und Freunde der Opfer sondern auch ganz normale Bürger der Stadt gehören, wird es trotzdem eine Gelegenheit geben, am Gottesdienst teilzuhaben. So wird die Trauerfeier zeitgleich in der MSV Arena auf Großbildleinwänden übertragen. „Wir stellen für alles was dort passiert unser Know-How und unsere Erfahrungen zur Verfügung“, sagte MSV-Sprecher Martin Haltermann. Platz ist in der Arena laut Haltermann für etwa 31 000 Menschen. Da keine Platzkarten vergeben werden, würden dort am Samstag jedoch etwas weniger als 30 000 Gäste eingelassen, hieß es aus der Staatskanzlei. Zusätzlich würden auch die Parkflächen rund um die Arena zum Live-Übertragungsort mit Leinwänden umfunktioniert. Trauergäste werden gebeten mit Bus und Bahn anzureisen, da es vor Ort keine Parkmöglichkeiten gibt. Die ARD wird live von 10.45 bis 12.30 Uhr von der Trauerfeier berichten.
Auch Live-Übertragungen vor der Salvatorkirche, auf dem Burgplatz vor dem Rathaus sowie im benachbarten Innenhafen waren ursprünglich geplant. Diese werden nun allerdings doch nicht stattfinden. „Da wir mit Zehntausenden Trauernden rechnen, sind die Aufnahmekapazitäten an diesen Plätzen einfach zu gering“, teilte eine Sprecherin der Staatskanzlei auf Nachfrage von DerWesten mit. Daneben werden auch viele Kirchen in ganz Duisburg ihre Pforten öffnen, um die Gedenkfeier auf Leinwänden zu übertragen und Betroffenen die Gelegenheit zum gemeinsamen Trauern geben. „Wir müssen uns gegenseitig helfen und stützen. Wir alle werden noch eine lange lange Zeit brauchen, um die Ereignisse zu verarbeiten“, sagt Stadtdechant Bernhard Lücking. Für viele soll der Gedenkgottesdienst zumindest ein würdiger Anfang sein.
Wulff und Merkel kommen
Der Gottesdienst, daran ließen Vertreter beider Kirchen keine Zweifel aufkommen, wird ungeachtet der großen Nachfrage in der Salvatorkirche stattfinden. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck wird diesen gemeinsam mit Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, leiten. „Für die Opfer werden Kerzen entzündet, es soll kein langer Gottesdienst werden“, so Lücking. An der Gestaltung des Gottesdienstes werden zudem Rettungskräfte und Polizisten mitwirken. Neben der Landesregierung, die geschlossen an der Gedenkveranstaltung teilnehmen wird, bestätigten sowohl das Bundespräsidialamt als auch das Bundeskanzleramt das Erscheinen von Christian Wulff und Angela Merkel. Daneben kündigten sich nach Auskunft der NRW Staatskanzlei nun auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zur Trauerfeier in der Salvatorkirche an.

21:13
Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-
www.loveparade2010doku.wordpress.com
09:43
@ Ines29, man kann auch seine Trauer anders kundtun als zum Stadion zu rennen, ich habe z.B. an meine Autoantenne einen Trauerflor angebracht und die Trauerfeier im TV gesehen und gehört, (´mal wieder in der Kirche gewesen) und 2 gute, nachdenklichmachende Predigten gehört-die Rede von Kraft fand ich auch sehr gut....also so kann man das auch bewältigen, oder? Freunlich aus Duisburg klaus h
16:21
@von ines 29
Na Moment mal. Menschen zu kritisieren, weil sie nicht zum Trauern in ein Fussballstadion zum Public-Viewing wollen, ist wohl auch was daneben.
Dann geh mal zum Tunnel auf der Karl-Lehr-Str. Da kannst Du die Trauer mit Händen greifen.
14:25
hallloooo!!!!
vielleicht sollten sich so einige erstmal genau informieren, bevor hier falsche Kommentare abgegeben werden!! den angehörigen wurden Plätze frei gehalten! was mich aber am meisten ärgert ist, dass alle den Hals aufreißen und am anprangern sind, aber bei einer Trauerfeier, die für ALLE Betroffenen gehalten wurde, um so auch seine Trauer verarbeiten zu können und auch den angehörigen damit sein Mitgefühl und beileid auszudrücken, da geht dann keine Sau hin! das ist lächerlich!!!!!
es ist wirklich schlimm was passiert ist, keine Frage! und es müssen die verantwortlichen gefunden werden und für ihre Fehler einstehen! aber es machen alle erst den Hals auf, wenn was passiert ist!!!
wenn die Party ohne Probleme abgelaufen wäre und es die Party des Jahrhunderts geworden wäre, hättet ihr dann auch alle vorm Rathaus gestanden und applaudiert, euch für eine tolle feire bedankt??? wohl nicht!!
19:02
Ich bin sehr Traurig das keiner zustimmt,daß wir den Fehler gemacht haben ob OB. Sauerland,der Loveparade Manager. Die beiden müssen von ihren Ämter zurücktreten.
Leider kann ich morgen den 31.07.10 bei die Trauergottesdienst nicht dabeisein,aber im Gedanken bin ich immer bei Euch.
Ich hatte auch mal in Duisburg gewohnt und gearbeitet bei Karstadt von 1989 bis 1992,da wahr die Welt noch in Ordnung. Wenn ich bloß eine neue Arbeit finde in Duisburg,dann würde ich wieder alles neu machen.
Warum haben die auf dem alten Güterbahnhof die Loveparade gemacht,die konnten doch durch die Innenstadt fahren oder in Berlin gelassen die Loveparade.Wenn ich in Duisburg bin werde ich dann Kerze aufstellen und Blumen hinlegen und ein stilles gebet halten.
Ich bin echt traurig das OB Sauerland,das zugelassen hat,er hat daß ja gewußt das mann unter zwei Tunnels gehen muss und die engen Rampe auf das Gelände drauf gehen muss.
Wünsche mir das morgen die Politiker zu dem Unglückstelle auch hingehen ob Merkel oder Wulf,dann wiesen die das wie eng das ist.
Ich werde die Übertragung auf WDR angucken und im Gedanken bei Euch sein.Finde die Demo von Donnerstag den 26.07.10 sehr gut,aber leider hat der OB Sauerland sich versteckt.
Liebe Grüße Matthias Walter
18:34
Nachtrag:
Bezeichnend ist es auch, daß diese Feier von Spezialeinheiten der Polizei geschützt wird.
Ich frage mich allen Ernstes: was haben die Treuernden angehörigen so schlimmes angstellt, daß man ihnen von vorneweg Gefährlichkeit unterstellt.
Haben die zuständigen etwa Angst vor Konsequenzen aus ihrem eigenen Handeln ?
18:27
Och finde es beschämend, daß diese Politkasperln
wie Merkel, Wulff und co wieder mal ihre Fratzen in die Kamera halten müssen...
auch die Übertragung bei ARD un WDR finde ich bedenklich, denn hier wird offenbar aus dieser Katastrophe auch noch Kapital geschlagen !
Wenn die zuständigen Geistlichen ach nur einen Funken anstand haben, dann sagen sie den Politkasperln du kommst hier net rein und weisen die Politpfeifen an der Türe ab, genauso wie einstmals Jesus die Händler aus Tempel geworfen hat !
17:48
So, wie die (UN-)Verantwortlichen sich verhalten, erwartet man es aus irgendeiner Bananenrepublik, aber nicht aus Schlaaand. Peinlich! Wir werden von Männchen regiert, die sich feige vor ihrer Verantwortung stehlen...
Wie man mit den Trauernden umgeht, ist ein Skandal. Und alles gestandene Männer(?).
11:42
@#120 Mündiger Bürger???
Mein Gott wo lebst du denn in der DDR?
Ist dir nicht in den Kappes ´reingegangen dass das keine Chaoten waren? die wollten nur ´raus! und ihr Leben retten, keiner war zugedröhnt oder schicker!-ich habe das Gefühl du siehst kein Fernsehen und liest keine Zeitung....traurig,
klaus h aus Duisburg
11:34
Die Heuchelei der Politprominenz ist unerträglich!
Sie sitzen in der 1. Reihe beim Gottesdienst und glauben so, Ihre Anteilnahme zu bekunden, während die Angehörigen nicht mal eingeladen wurden.
Es ist eine unglaubliche Ignoranz Ihnen gegenüber, da Ihnen so nicht mal die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entscheiden, an der Trauerfeier teil zunehmen!
Die Angehörigen sind somit zum Public Viewing verurteilt. Wie makaber! Ich persönlich würde diese Veranstaltung, der sich selbst beweihräuchernden Promis, die es nicht einmal nötig haben, den Angehörigen wirkliche Hilfe zukommen zu lassen, boykottieren!
Die Trauernden brauchen einen Ort der Stille und keine Liveübertragungen.
Ich möchte allen mein Mitgefühl aussprechen und muss sagen, dass mich diese Angelegenheit als Kommunalpolitikerin (nicht aus Duisburg, aber die Politik funktioniert leider überall ähnlich) wirklich sehr betroffen macht! Ich kenne die Vorgehensweisen der Verwaltung und Politik und kann nur hoffen, dass noch nicht alle Dokumente, die zu einer Aufklärung führen, gelöscht oder sonstwie verschwunden sind und dass jetzt jemand die Verantwortung übernimmt!
Wir müssen endlich dahin kommen, dass nicht einige wenige Entscheidungen treffen, ohne dass die Meinungen von Experten oder auch Stimmen aus dem Volk erst genommen werden!
Ich hoffe nur, dass für die Großveranstaltungen am Samstag genügend Notärzte und Sanitäter vor Ort sind, denn bei einer derartigen Ballung der Gefühle von tiefer Trauer bis zur Wut kann einiges passieren!
Diese Veranstaltung hat nicht nur Menschen das Leben gekostet, sondern auch hunderte bis tausende aus ihrer Lebens- Bahn geworfen!
Ich bin fassungslos!