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Tränen-Theater am Marientor

12.03.2009 | 20:00 Uhr

Das Theater am Marientor (TaM) wird zusehends zum Streitobjekt.

Das Theater am Marientor (TaM) wird zusehends zum Streitobjekt. Dabei schießt die Firma Wohn- & Gewerbe-Immobilien Sachsen (Wogisa) vor allem scharf gegen die Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG) und gegen deren Geschäftsführer Uwe Gerste. Die Wogisa ist nach eigener Information Vertragspartner der Gebag beim möglichen Ankauf der Immobilie.

Wie berichtet, hatte sich Dietmar Cremer, Vorstandsvorsitzender des TaM-Eigentümers Gebag, von einer Homepage-Information distanziert. Dort wurde das Theater zu einem Kaufpreis von 4,7 Mio Euro angeboten. Dies sei eine Verkaufsoffensive, so hatte Cremer vor wenigen Wochen betont, die mit der Gebag nicht abgesprochen worden sei. Daran werde auch jetzt noch festgehalten.

Hans-Peter Fritsch von der Wogisa kritisiert in einer Mitteilung an die WAZ-Redaktion, dass man in Duisburg kein Interesse erkennen könne, das Theater zu veräußern. Auch wenn der Gebag-Vorstandschef dem Auftrag des Rates folgen wolle, das Theater zu verkaufen, so erkläre DMG-Chef Uwe Gerste ganz offen, dass für ihn die Vermarktung des Theaters durch die DMG Vorrang vor einem Verkauf des Gebäudes habe.

Ein Angebot des Projektentwicklers AWC in Höhe von 3,2 Mio Euro war April 2007 vom Rat der Stadt als nicht ausreichend abgelehnt worden. Zudem hätte die Stadt als Nutzer des ehemaligen Musical-Theaters auch noch eine hohe Miete zahlen müssen.

Hans-Peter Fritsch von der Wogisa kritisiert weiterhin, dass die DMG, die nicht Vertragspartner der Wogisa sei, von potentiellen Pächtern „Bankgarantien in Millionenhöhe” fordere. Dies sei „außerhalb jeglicher marktüblichen Vorgehensweise”. Hans-Peter Fritsch: „Der Stadt, der Gebag und der DMG liegen nun bereits seit beinahe zwei Jahren ein Konzept vor, in dem der potentielle Pächter Gentry Entertainment ab Frühjahr 2010 das Theater wieder erfolgreich mit Musicals bespielen möchte.” Und weiter heißt es: „Die Wogisa und die Gebag haben nach eingehenden Verhandlungen bereits im Sommer 2008 eine Einigung über den Kaufpreis für das Objekt erzielt. Exzellent verhindert hat die Abwicklung des Kaufes seither immer wieder die DMG mit nicht nachvollziehbaren Forderungen.”

Fritsch hält es für „ungeheuerlich”, dass durch eine „fehlende strategisch wichtige Vermarktung das TaM jährlich trotz enormer Zuschüsse dennoch Defizite zwischen 350 000 und 500 000 Euro verursache und das klamme Stadtsäckel damit belasten muss”.

Gentry-Entertainment-Geschäftsführer Wolfgang DeMarco hat auf jeden Fall auch weiterhin Interesse, im TaM als Pächter Musical-Veranstaltungen durchzuführen: „Wenn man uns hier nicht das Leben schwer machen würde.”

Gebag-Chef Dietmar Cremer wollte gestern dazu keine Stellungnahme abgeben: „Wir werden unsere Gespräche weiterführen.” DMG-Chef Uwe Gerste, der zur Zeit auf der Tourismus-Messe ITB in Berlin weilt, will die Aussagen des Wogisa-Managers zu einem späteren Zeitpunkt kommentieren.

Thomas Becker

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Kommentare
13.03.2009
10:40
Tränen-Theater am Marientor
von Theaterfreund | #1

Was mir an diesem Bericht und den Darstellungen der potenziellen Käufer bzw. Betreibern fehlt, ist eine klare Aussage, wie man das Theater nur mit eigenen Mitteln betreiben möchte! Es ist ja aller Ehren wert, wenn Menschen ihre Träume ausleben möchten, nur kann ich nicht so ganz glauben, wie das ohne Bezuschussung aus der öffentlichen Hand laufen soll. Wieso hat sich ein großes Unternehmen wie Stella denn damals aus dem Geschäft zurück gezogen?
Bei einem Scheitern, trotz Zuschüssen, nimmt die Stadt dann das Theater wieder zurück oder wie?
Dann kann man das Haus auch gleich selber vermarkten, man müsste es nur mal aus solchen Schlagzeilen raus nehmen und die betreffenden Leute in Ruhe arbeiten lassen!!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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