Tour an der alten „Köttelbecke“ in Duisburg

Jonas Krüning zeigt, wie sauber das Wasser der alten Emscher ist. Bei der Wasserprobe wird deutlich: Es ist ganz klar.
Jonas Krüning zeigt, wie sauber das Wasser der alten Emscher ist. Bei der Wasserprobe wird deutlich: Es ist ganz klar.
Foto: Funke Foto Services
Besucher entdecken die Geheimnisse der Alten Emscher. Der einstige Abwasserkanal ist heute ganz sauber. Student hält viele historische Infos bereit

Duisburg.. Faszination „Köttelbecke“: Über 100 Jahre lang nutzten ansässige Duisburger Industrieunternehmen wie auch Anwohner die Alte Emscher als offenen Abwasserkanal. Heute ist sie ein sauberer naturnaher Fluss – blühende Flora und Fauna sowie viele Tierarten inklusive. Bei einer Erkundungstour entdeckten jetzt Besucher die Geheimnisse der Alten Emscher.

Der junge Mann, der die Teilnehmer an die Hand nimmt und viel Wissenswertes bereit hält, heißt Jonas Krüning. Der 24-Jährige studiert Geschichte und ist Gästeführer im Emschertal. Die Historie seiner Heimatstadt Duisburg, die Verschmelzung von Industrie und Natur – für ihn ist das Faszination pur. Entsprechend euphorisch führt er an der Alten Emscher entlang. Zwei Stunden nimmt er sich Zeit, liefert Fakten, zeigt alte Karten und gibt persönliche Erinnerungen an den Fluss preis.

Beispiel für eine mühsame Erneuerung

Start der Tour ist die Schule Am Rönsbergshof. Gemeinsam mit Krüning ziehen die Besucher flussaufwärts in Richtung Papiermühlenstraße. „Die Alte Emscher ist das perfekte Beispiel für eine mühsame Erneuerung eines ehemaligen Abwasserkanals zu einem interessanten Naturgebiet“, findet Krüning und erklärt dann: „Nur durch weitreichenden Renaturierungsmaßnahmen durch die Emschergenossenschaft ist die Alte Emscher heute so wie sie ist.“

Dann bleiben die Teilnehmer stehen, werfen einen Blick auf das Gewässer. So richtig sauber sieht es immer noch nicht aus. Es wirkt bräunlich verfärbt. „Man könnte meinen, es wäre Dreck“, sagt Krüning, der schon als Kind an der Alten Emscher spielte und die Natur dort erforschte. „Es ist aber ganz sauber. Für die Verfärbung ist Eisen zuständig. Die Alte Emscher ist eisenhaltig.“ Man könne das Wasser abkochen und trinken.

Woher kommt die Emscher?

Es geht weiter, immer hinter Krüning her, der mit einem barocken Hut auf seinem Haupt an die Zeit von Gerhard Mercator erinnern möchte und vorneweg geht. Die Sonne spiegelt sich im Wasser, die Temperaturen klettern langsam in Richtung 30-Grad-Marke und Grillen zirpen. Erstmalig, so erklärt Krüning, sei die Emscher vor etwa 300 Jahren urkundlich erwähnt worden. „Aber woher bekommt sie eigentlich ihr Wasser?“, wollen die Besucher wissen. „Das Geheimnis liegt in der Luft“, sagt Krüning und zeigt nach oben. „Die Alte Emscher ist ein Regenbecken. Sie bekommt aber auch Wasser aus einigen Rohren am Ingenhammshof und im Landschaftspark.“

Es gibt nicht nur Infos über den Fluss. Krüning beantwortet viele Fragen, die er sich selbst einst stellte. „Schon als Junge war ich fasziniert von der Geschichte des Ruhrgebiets und wollte den Dingen auf den Grund gehen.“ Die Teilnehmer lernen so zum Beispiel, woher die Papiermühlenstraße ihren Namen hat: „Es gab vor einigen Hundert Jahren in der Nähe eine Papiermühle“, weiß Krüning.

Führungen können vereinbart werden unter: ortsbegehungen@t-online.de.

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