Tor zu Neuenkamp nimmt Gestalt an

Künstler Martin Schmitz will die aggressive Atmosphäre unter der A40-Brücke mit seiner farbenfrohen Kunst brechen.
Künstler Martin Schmitz will die aggressive Atmosphäre unter der A40-Brücke mit seiner farbenfrohen Kunst brechen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Fleißige Ehrenamtler haben die Wände an der Essenberger Straße gesäubert. Nun kann Künstler Martin Schmitz mit dem farbenfrohen Teil der Arbeit starten.

Duisburg.. „Wir arbeiten an der schönsten Straße Deutschlands“, steht auf dem Schild, das Bürgermeister Manfred Osenger stolz an der Essenberger Straße vor einem Hydranten aufgebaut hat. „Naja“, wiegelt Künstler Martin Schmitz ab, „wir arbeiten zumindest dran.“ Mit fleißigen Helfern von der „Offensive für ein Sauberes Duisburg“ haben Osenger und Schmitz den Bereich rund ums Marientor gesäubert. „Das ist auch nötig, hier ist jahrelang kein Wasser hingekommen“, sagt Osenger. Frank Salomon hat den Ehrenamtlern das passende technische Gerät zur Verfügung gestellt. Die entfernen nun mit Hochdruck Graffiti und Schmierereien.

Unerwartete Kunst

Schmitz, gelernter Architekt und Urban-Art-Künstler, will die Säulen sowie die Beton- und Metall-Wand farbenfroh gestalten. Mit den Vorarbeiten wurde jetzt begonnen, sämtliche Genehmigungen liegen vor. Nur die Finanzierung, etwa für ein Baugerüst, ist noch nicht ganz geklärt. „Wir hatten jetzt eine lange Vorbereitungsphase und fangen einfach mal an. Als die Baumeister die alten Kirchen gebaut haben, wussten sie auch noch nicht genau, wie man einen Turm errichtet. Vieles findet sich, wenn man erst einmal angefangen hat.“ Immerhin: Der Kulturbeirat hat seine Unterstützung bereits zugesagt.

Seine Entwürfe hat Martin Schmitz noch mal überarbeitet. Die Wand wird einen knalligen Farbverlauf zeigen. Ein Hersteller hat ihn beraten, welche Farben sich für Beton und Metall eignen. Wahrscheinlich wird sich das Erscheinungsbild in den nächsten Jahren dennoch ändern – so wie an der Spundwand zum Parallelhafen. Dort rostet die eine oder andere Ecke. „Aber das muss die Kunst aushalten“, findet Martin Schmitz.

Neuenkamp-Schriftzug fällt weg

Die Säulen hatte der Künstler ursprünglich einfarbig gestaltet und sie mit einem „Neuenkamp“-Schriftzug versehen. Der fällt weg. „Die Säulen müssen farbenfroher sein. Das bricht den aggressivem, lauten Raum. Das ist hier ein typischer Duisburg-Ort.“ An dieser Stelle werde der Mensch ganz klein. Arbeit und Hafen sind spürbar. Fußgänger laufen nur selten die Essenberger Straße am Marientor entlang. „Als Autofahrer hat man eine andere Perspektive, aber als Fußgänger oder Fahrradfahrer kann man hier auch ein bisschen Angst bekommen.“

Martin Schmitz freut sich schon, Lkw- und Pkw-Fahrer unerwartet mit Kunst zu konfrontieren. „Kunst ist ein gesellschaftliches Gut.“ Er sieht es als seine Aufgabe, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. „Kunst gibt es eben nicht nur in Ateliers.“