Tödliche Mutprobe am Rhein in Duisburg - 16-Jähriger verurteilt

An dieser Stelle ist am 28. Mai 2013 ein 13-jähriger Junge beim Spielen an der Uferböschung in den Rhein gestürzt und untergegangen.
An dieser Stelle ist am 28. Mai 2013 ein 13-jähriger Junge beim Spielen an der Uferböschung in den Rhein gestürzt und untergegangen.
Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Tragödie im Duisburger Rheinpark, bei der ein 13-Jähriger im Rhein ertrank, hatte nun ein Nachspiel vor Gericht. Der 16-Jährige, der den Jungen in den Fluss schubste, wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Aus Angst vor einem Racheakt sicherte die Polizei den Prozess mit einem Großaufgebot.

Duisburg.. Es war eine Tragödie, die sich im Mai vergangenen Jahres am Hochfelder Rheinufer abspielte: Ein 13 Jahre alter Junge erhielt von einem 16-jährigen Freund einen Schubs, fiel in den Rhein und ertrank. Jetzt musste sich der Jugendliche wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, verurteilte das Jugendschöffengericht in Geldern den Angeklagten am Dienstag zu einer Verwarnung, einer Betreuungsweisung und einer Ausbildungsweisung. Er bekommt einen Betreuer, der ihn beim Erwachsenwerden begleitet, und muss die Ausbildung beenden. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft Kleve.

Der Prozess fand in Geldern statt, weil der einst in Duisburg wohnende Angeklagte mittlerweile in einer Pflegeeinrichtung im Bezirk des Amtsgerichts Geldern lebt. Das Verfahren wurde von einem großen Polizeiaufgebot samt Hundestaffeln begleitet, weil das Gericht Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Angeklagten sah. Das Opfer stammt aus einer türkischen Familie, die damals auch Polizei und Feuerwehr kritisierten, weil diese nicht intensiv genug suchen würden. Der 13-Jährige blieb knapp zwei Wochen vermisst, bevor ein Passant die Leiche schließlich im Becken des Kultushafens entdeckt hatte.

Mutprobe führte zu dem tragischen Unglück

Es war eine Mutprobe, die zu dem tragischen Unglück geführt hatte: Die drei Jungen (12, 13, 16) hatten sich am Uferrand gegenseitig animiert, ins Wasser zu springen. Der 13-Jährige, der offenbar gar nicht schwimmen konnte, soll eine Leiter hinabgestiegen sein und die Wassertemperatur mit dem Zeh geprüft haben. Weil es ihm zu kalt war, sei er wieder hoch gestiegen. Dort sollen die Drei dann geflachst haben, der 16-Jährige gab dem 13-Jährigen schließlich einen Schubs, aus Übermut, wie er nach mehreren Vernehmungen vor der Polizei später eingeräumt hatte.

Zwei Zeugen des Vorfalls (52 und 25 Jahre) waren noch ins Wasser gesprungen, um das Kind zu retten, doch der Junge ging im trüben Wasser unter und tauchte nicht mehr auf. (we)