Tierhändler aus Saudi-Arabien prüft Nachbau der Welpen-Anlage von Zoo Zajac
30.01.2012 | 18:17 Uhr 2012-01-30T18:17:00+0100
Duisburg. Binnen sechs Tagen hat Zoo Zajac 13 Welpen verkauft. Und möglicherweise findet der Hundeverkauf in Zoofachgeschäften nicht nur hierzulande Nachahmer: Ein Tierhändler aus Saudi-Arabien hat Norbert Zajacs Hunde-Anlage im Fernsehen gesehen und will bei einer Besichtigung klären, ob er diese nachbauen kann.
Norbert Zajac nutzt die Ruhe nach dem Proteststurm gegen seinen am 20. Januar gestarteten Welpenverkauf , um mögliche „Hunde-Zulieferer“ zu überprüfen. Mittlerweile führe er eine Warteliste mit privaten Haltern und Züchtern, die ihre Welpen über das größte Zoofachgeschäft der Welt an Herr- und Frauchen bringen wollen. Und sogar ein Geschäftsmann aus Saudi-Arabien will etwas vom „Unternehmer des Jahres 2010 “: Ein Tierhändler aus dem Königreich hat die umstrittene Welpenverkaufsanlage im Fernsehen gesehen – und will nun auch so eine haben.
Für Norbert Zajac geht es um einen Beratervertrag
Der potenzielle Geschäftspartner hatte vor Begeisterung Kontakt zu einem mit Zajac befreundeten Tieranlagenbauer aufgenommen. Dieser arrangierte kurzfristig ein Treffen mit einer in Deutschland lebenden Mitarbeiterin des Interessenten. Sie besichtigte die 1000 Quadratmeter große Halle in Neumühl am Montagabend. „Sie war begeistert", sagt Zajac. Der Auftraggeber der Frau will innerhalb der kommenden drei Wochen nach Duisburg reisen und sich selbst ein Bild machen. Für Norbert Zajac geht es nach eigener Aussage „um einen Beratervertrag. Über Details kann ich aber noch nichts berichten.“ Zumal „vollkommen offen sei“, ob es zu einer Einigung kommt und ob das „Zoo-Zajac-Modell“ exportiert werden kann.
Zufrieden mit den ersten sechs Verkaufstagen ohne Tierschützer-Demonstration vor dem Geschäft sei er so oder so, sagt der Duisburger: „Wir haben in sechs Tagen 13 Welpen verkauft.“ An seinem ehrgeizigen Ziel hält er fest: „Ich möchte 1000 Hunde im Jahr verkaufen.“ Auch die Begeisterung seiner Zoo-(Zajac-)Besucher sei ungebrochen, wirbt er: „Am Samstag waren wieder 8000 Besucher da, am Samstag davor 10.000.“ Die Halle sei „das zurzeit wahrscheinlich meistbesuchte Jungtiergehege Deutschlands.“
Der Verkauf verlaufe bislang „vollkommen unproblematisch“, versichert er. Zwei Käufer seien mit ihren Hunden zurückgekehrt, um sie noch einmal von den Tierärzten des Zoogeschäftes untersuchen zu lassen. „Nichts Wildes. Da war wohl der Kot nicht so fest.“ Alle Würfe hätten nach einer Woche unter Beobachtung wie geplant in die Verkaufsboxen wechseln können.
Hunde in Garagen und Kellerräumen
Damit das so bleibt, müsse er bei den Anbietern der Welpen aufwändig „die Spreu vom Weizen trennen“. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern besuche er „all die, die sich nicht schon am Telefon entlarven“. Er nehme sich Zeit, schaue „auch hinter die Kulissen“ – und erlebe dort nicht nur Tierliebe und Know-how: „Da bellt es plötzlich aus der Garage, andernorts sieht man Rotlicht im Keller brennen, obwohl die Tiere angeblich im Haushalt leben. Solche Anbieter hören nie wieder etwas von uns.“
Welche privaten Züchter genau letztlich zu seinen Lieferanten zählen, will der Tierhändler ohnehin nicht mehr veröffentlichen: Tierschützer hätten die Website einer Labradoodles-Züchterin „so dermaßen geschäftsschädigend zukommentiert, dass die Seite abgeschaltet werden musste“. Obendrein planten die Aktivisten eine Demonstration vor der Haustür der Züchterin. „Ich muss meine Partner da in Zukunft schützen.“ Tierschützer sollen die Methoden der Züchterin jedoch bereits lange vor ihrer Zusammenarbeit mit Zajac kritisiert haben.
Was Geschäftsmann Zajac dagegen gerne verrät: Neu im Sortiment hat er (voraussichtlich ab Donnerstag) Cavalier King Charles Spaniel und (wohl ab Freitag) auch eine Zwerg-Züchtung der australischen Schäferhunde.
Mehrheit für Welpen-Verkauf
Der Ruf der laut Guinness-Buch weltgrößten Tierhandlung hat durch die öffentliche Diskussion um den Verkauf indes scheinbar nicht gelitten. Das zumindest legt das Ergebnis unserer nicht repräsentativen Online-Umfrage nahe. Wir hatten die User gefragt: „Seit dem 20. Januar verkauft Zajac als erstes Tierfachgeschäft in Deutschland Hundewelpen. Das Gesetzt erlaubt den Verkauf, Tierschützer und Züchter protestieren laut und hartnäckig. Was meinen Sie?“
Die meisten der insgesamt 11.939 abgegebenen Klicks entfielen auf die Antwortmöglichkeit „Zajac soll die Welpen meinetwegen verkaufen. Anbieter und Käufer werden dafür sorgen, dass es den Tieren gut geht" (36 Prozent). Die Antwort mit den zweitmeisten Stimmen: „Welpen dürfen nicht in Tierhandlungen verkauft werden, diese Form des Tierhandels schadet den Hunden" (31 Prozent). Eine Mehrheit der Teilnehmer ergreift zudem Partei für Norbert Zajac und stimmte für „Für den Dauerprotest der Aktivisten habe ich kein Verständnis" (24 Prozent). Deutlich weniger Klicks erhielt die Aussage „Für die Argumente von Norbert Zajac habe ich kein Verständnis" (vier Prozent). Nur eine Minderheit gestand: „Keine Ahnung. Ich bin kein Verhaltensbiologe und auch kein Hundeexperte" (fünf Prozent).

14:57
Soso, Hundeverkauf in Saudi-Arabien. Einem islamisch absolut konservativen Land, in dem Frauen noch nicht einmal Auto fahren dürfen und die religiöse Sittenpolizei Hunde, da Flirtfaktor, verbietet? Oder sollte letzteres nur eine Zeitungsente gewesen sein?
Dann sehen wir also demnächst in Riad junge Mädel mit einem Hund am bzw. auf dem Handgelenk durch die Straßen laufen.
Wobei - die Handgelenke darf frau doch gar nicht sehen lassen, oder?
Ihre Jagdhunde werden sich die Scheiche wahrscheinlich eh woanders holen, aber der Polizist mit einem Mops an der Leine könnte wahrscheinlich ungemein an Sympathie gewinnen...
Aber meinetwegen, lieber Herr Zajac, wenn´s denn auch da noch Geld zu scheffeln gibt, bitte, beraten Sie - aber machen Sie hier diese Abteilung dicht und überlassen Sie das Verkaufen von Tieren besser denen, die da viel qualifizierter für sind. Dann käme ich vielleicht auch mal vorbei, um mein Hundefutter und -spielzeug bei Ihnen zu kaufen statt bei der tierfreien Konkurrenz...
08:37
@Sysiphos
Sagen Sie mal, wissen Sie eigentlich immer noch, was Sie so schreiben?
Mit Erstaunen muß ich feststellen, dass Sie mal so und mal so reden.
Sie geben zu, dass die Gesundheit der Hunde im Allgemeinen angegriffen ist? Hörte sich in Ihren anderen Kommentaren aber ganz anders an.
Haben Sie zwischenzeitlich die Seiten gewechselt ? :-)) Oder eingesehen, dass bei Züchtern auch nicht alles Gold ist, was glänzt.
ich würde niemals einen Rassehund kaufen, bei dem Inzucht in den letzten Generationen ins Auge fällt, es sei denn ich würde die Linien ganz genau kennen und sie hätten sich über Jahre hinweg als äußerst gesund erwiesen. Für einen normalen Welpeninteressenten ist es aber fast nicht zu bewerkstelligen, sich entsprechende zuverlässige Informationen einzuholen. Deswegen würde ich persönlich die Finger davon lassen.
Meinen Sie, ich fände es gut, wenn Züchter übers Ziel hinausschießen? Wenn die Gesundheit und das Wesen zulasten eines Standards auf der Strecke bleiben? Das boykottiere ich genauso wie Zajac mit meinem Kaufverhalten.
Einen Rassehund ohne Kenntnis der Abstammung und ohne Untersuchungen der Elterntiere, die rassetypischen Krankheiten betreffend, tät ich nicht kaufen ... so einfach ist das.
Mischlinge sind nicht unbedingt gesünder, aber da hat man wenigstens den Vorteil der "Genvarianz". Untersucht sollten die Elterntiere aber trotzdem sein ... denn in Mischlingen stecken ja nunmal Rassehunde mit ihren etwaigen rassetypischen Problemen. Es gibt kaum Rassen ohne gößere oder kleinere Probleme. Aber auch keine Mischlinge ... da gibt es nur keine erhobenen Daten.
Ich selbst bestimme mit meinem Kaufverhalten, in welche Richtung es (für mich) geht ... was ich verantworten möchte und was nicht. Ganz einfach eigentlich.
Gold gibt es unter den Züchtern, aber nicht alle Züchter sind Gold. Bei Vermehrern allerdings sollte man überhaupt nichts Glänzendes erwarten.
Ich wüßte nicht, wo ich mich jemals mal konträr dazu geäußert hätte.
21:43
Es ist das Mindeste, was man erwarten kann bei einem Hundekauf, daß man die Mutter und die Aufzuchtbedingungen kennenlernen kann und zwar persönlich. Erzählen kann man mir viel ... das würde ich doch gerne selber sehen in dem Fall.
Rassehunde"zucht" ohne Papiere einer seriösen Organisation sollte verboten werden ganz einfach aus dem Grund, weil Inzucht und ihr Grad nicht unter Kontrolle ist, was all die schrecklichen Krankheiten bei den Rassehunden bis hin zur Qualzucht fördert, da sich Merkmale generell verstärken durch Inzucht. Ohne Kenntnis der Abstammung ist eine Rassehundezucht in meinen Augen unverantwortlich!
Wenn man bedenkt wie angegriffen die Gesundheit unserer Hunde im Allgemeinen ist, kann und wird ein Hundehandel aus unkontrollierten Zuchten auf Dauer keine Freude bringen - auch dem Handelbetreibenden nicht. Es gibt kein größer Leid als sich der Mensch selbst angedeiht.
Zu den gesundheitlichen Risiken kommen zudem noch innerliche und letztendlich auch gesellschaftliche dazu. Die nicht ausreichende und falsche Prägung bei den Welpen erzeugt irreparable Schäden und wird folgenreich sein - für Hund wie Mensch.
Saudi-Arabien? Naja. Diese Hundeanlage ist eben nur was für Scheiche :). Ja,nee ... iss klar. Wer´s glaubt ...
... auch Scheiche sollten allerdings wissen, daß Hunde nicht in Aquarien gehören.
21:23
@achjottchen
Nein, er kontrolliert gar keinen, er kauft die Welpen sogar per Telefon ohne das er sie oder dasZuhause gesehen hat, ist alles nur blabla. Ruf doch mal an und biete ihm einen interessanten Wurf an was die da sagen. Es ist unfassbar! Im Grunde kann da jeder mit einer passenden Hündin und den Welpen hinkommen. Wer soll das auch kontrollieren? Wenn die z.B. wie die Labradoodle von weiter weg sind. Da hat der gar keine Zeit für.Ich weiss das von Leuten die ihm Hunde verkauft haben, die haben dort telefonisch einen Termin bekommen, die Hunde dann dort hingebracht (mit passender Mutter) das wars.
Hachja,
das wäre auch zu schön gewesen, oder?
Und wieder eine "Seifenblase", die bei dieser "Seifenoper" zerplatzt....
Ist nur schade, dass "Der Westen" solche Aussagen ungeprüft oder ohne zu hinterfragen übernimmt, ebenso, wie bei so einem Bericht auch noch die nächsten Opfer genannt werden, die in die Verkaufsausstellung kommen.
Kommt man sich ja fast vor wie im Märchen...vielleicht "Tausend und eine Nacht"?
;)
11:28
Andere Länder, andere Sitten; wie die Verkaufswege für Hunde in Saudi-Arabien sind und ob der Nachbau der Welpenanlage von Hr. Z nun ein Vorteil ist, entzieht sich meiner Beurteilung.
Es wäre ja tatsächlich in dem Zusammenhang informativ in dem Artikel gewesen, wenn man das recherchiert hätte.
Vielleicht - vielleicht- legt man in Saudi Arabien aber vor allem Wert auf den Stammbaum der Tiere, da sie sich ja in der Zucht von edlen Pferden oder Windhunden hervortun und gerne den entsprechenden Wert ihrer Tiere herausstellen.
Ob da Hunde aus dem "Nichts" Abnehmer finden? Oder ob der Verkauf ganz anders Aufgezogen wird, zB mit eigenen Rassehunden?
Erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass nun Cavalier King Charles Spaniel verkauft werden sollen.
Geneigte Menschen, die das erwägen, sollten, egal wo sie sich diesen Hund zulegen, sich erst einmal dieses Video zu Gemüte führen:
http://www.myspace.com/video/petwatch-info/pedigree-dogs-exposed-deutsch-1-4/104026540
Auch die anderen im Bericht aufgeführten Rassen lassen sich unter dem Oberbegriff "Qualzucht" zusammen fassen und sollten schlicht nicht mehr gekauft werden, um eine Weiterzucht gleichen Bedingungen wie bisher zu unterbinden.
Es ist erstaunlich, dass solche Rassen, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass sie erkranken, mit einer vierwöchigen Garantie auf die Gesundheit abgegeben werden, während ein eingetragener Züchter 2 Jahre dafür gerade stehen muss.
Den Käufern der Mini-Australian Shepherd möchte ich ans Herz legen, die Hunde auf den Merle-Faktor prüfen zu lassen (Gen-Test, gibt es bei unterschiedlichen Laboren).
Da es bei Hr. Z keine Ahnentafeln gibt, auf der das eingetragen ist, steht der Käufer ganz schön verlassen da.
Sollten bei der Zucht beide Elterntiere Träger des Merle-Gens sein, fällt das wieder unter den Begriff "Qualzucht", da schwere gesundheitliche Schäden auftreten können.
http://de.wikipedia.org/wiki/Merle-Faktor
Natürlich sind die Farben oft so verlockend, das unseriöse Züchter diesem Umstand keine Beachtung zollen und gerade diese Elterntiere verpaaren.
Ich kann mir vorstellen, dass man nach dem Ansehen des Berichtes sagt: Okay, Rassehunde sind krank, holen wir uns mal einen gesunden Mischling!
Doch mal schnell nachgedacht, wie Mischlinge entstehen: Ach ja, durch geplante oder ungeplante Kreuzung von Hunden! Und Mischlinge sind auch Hunde, die wie Rassehunde aussehen, aber keine Verbandspapiere haben.
Falls Hr. Zajac mit seinen Mitarbeitern tatsächlich jeden kontrolliert, der seine Welpen anpreist, könnte er ja auch direkt weiterleiten, wenn ihm etwas Tierschutzwidrig vorkommt. Wenn er doch sowieso da ist? Fände ich Klasse!
11:24
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