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Theatersaal als Kinder-Uni

01.10.2007 | 21:50 Uhr

Museum stellt Konzept für den Umzug ins Theater am Marientor vor. SMG soll sich um Kulturveranstaltungen kümmern - bestehende Verträge würden übernommen. "Leuchtturm für Duisburg"

Das Theater am Marientor (TaM) eigne sich hervorragend für das Konzept des Kindermuseums. Ulrich Schmerer und seine Vorstandskollegen der Europa Museum gAG, die "Atlantis" betreibt, sehen in der Umnutzung des ehemaligen Musical-Hauses Vorteile.

Im hinteren Bereich, den das Publikum nie zu Gesicht bekommt, stehen derzeit 72 Garderoben leer. In diesen sollen laut Konzept CleverLab-Labore eingerichtet werden, in denen die Schüler spielerisch experimentieren und lernen. "Die Klassen sichern die Nachhaltigkeit des Hauses", sagt Schmerer . Da das Museum als außerschulischer Lernort anerkannt sei, falle kein Unterricht aus. Die Termine in den Laboren seien bisher komplett ausgebucht. Pro CleverLab würden vier Räume benötigt, damit die großen Klassen in Kleingruppen aufgeteilt werden könnten.

Auf den Etagen über dem Theatersaal soll dann die Ausstellung installiert werden. Die Fläche werde sich um 400 Quadratmeter von 2 500 auf 2 900 erweitern. Um ins Theater zu gelangen, würden die Besucher den Eingang des Theaters nutzen. Im Foyer befänden sich dann der Kassenbereich sowie mobile Dekoration, die bei Abendveranstaltungen zur Seite gerollt werden kann.

Um im TaM andere Kulturveranstaltungen anzubieten, will sich das Kindermuseum die Gesellschaft "SMG" ins Boot holen, die Hallen wie die König-Pilsener-Arena in Oberhausen betreibt. Im Rahmen von großen Konzerttouren könnten die Künstler dann auch in Duisburg Station machen. "Damit hat man eine bessere Position bei Verhandlungen, als wenn kleine Veranstalter anfragen", betont Schmerer. Laufende Verträge, die von der Duisburg Marketing GmbH (DMG) bereits geschlossen sind, sollen von der SMG übernommen werden. Um den Saal tagsüber zu nutzen, könnte eine Kinderuniversität mit spannenden Naturwissenschafts-Shows etabliert werden.

1,1 Millionen Euro seien in der Startphase für eine Umgestaltung des Kindermuseums notwendig. "Das Geld wird vor allem für die Materialien in den Laboren gebraucht, außerdem wollen wir einige Exponate umrüsten", sagt Schmerer. Die Stadt zahlt derzeit 600 000 Euro Miete für das Haus an die Gebag sowie 600 000 Euro Nebenkosten. Das Kindermuseum als Betreiber des TaM will der Stadt zusichern, 300 000 Euro zurückzuzahlen. Wenn der Saal oft vermietet würde, könnte sich der Betrag außerdem erhöhen. Die Stadt würde also von einem Viertel der Kosten entlastet, rechnet der Museumschef vor.

Bleibt nur noch zu klären, welche Aufgaben der DMG bleiben. Auch dort haben die Macher schon Ideen. "Wir schaffen hier einen Leuchtturm für Duisburg, den kann man gut vermarkten. Das ist die Aufgabe der DMG." Außerdem müsse im Umfeld des Theater einiges getan werden, um diese Ecke attraktiv zu machen. Im Dezember will der Rat tagen. Derweil schaut sich Schmerer schon einmal nach anderen möglichen Standorten im Ruhrgebiet um.

Von Fabienne Piepiora

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