Das aktuelle Wetter Duisburg 18°C
Kultur

Theater ums TaM - Politik hat keine Lösung für Platzmangel

17.01.2013 | 07:00 Uhr
Wie geht es mit dem Theater am Marientor weiter? Darüber rätselt auch die Politik.Foto: Hans Blossey

Duisburg. Das Theater am Marientor wird noch bis zum 30. Juni 2013 als eines der Ausweichquartiere für die geschlossenen Mercatorhallen dienen. Danach ist eigentlich Feierabend. Die DMG hat keinen Auftrag, dort auch nach diesem Zeitpunkt Veranstaltungen für die Duisburger anzubieten. Die Duisburger Bau- und Verwaltungsgesellschaft als Eigentümerin möchte das ehemalige Musicalhaus lieber heute als morgen verkaufen. Den entsprechenden Ratsbeschluss gibt es bereits seit Jahren.

Wohin also mit größeren Kulturveranstaltungen und wohin mit dem Philharmonikern , die das Haus als Ausweichspielort nutzen? Denn die große Mercatorhalle wird frühestens 2014 wieder für den Publikumsverkehr geöffnet , nachdem dort erhebliche Brandschutzprobleme aufgetreten sind.

Als „problematisch“ bezeichnet der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler die verzwickte Lage: „Wenn Veranstaltungen ein Jahr in der Luft hängen ist das schwerer Schlag.“ Bevor die Kultur auf der Straße stehe, sollte man doch überlegen, das TaM für größere Veranstaltungen in Duisburg zu erhalten.

Eine Frage der Verhandlungen

Prinzenkürung im TaM

Für den kulturpolitischen Sprecher der SPD, Udo Vohl ist das TaM als Alternative für die gesperrte Mercatorhalle nach dem heutigen Stand der bestgeeignete Standort: „Deshalb würde ich es begrüßen, wenn das TaM über den 30. Juni 2013 als Ausweichspielort zur Verfügung stehen könnte. Wenn es in der Zwischenzeit einen Käufer geben sollte, ist es auch eine Frage von Verhandlungen, dass die Philharmoniker das TaM als Ausweichspielort beibehalten können. “

Angesichts des alten Ratsbeschlusses zum Verkauf des Theaters am Marientor findet der grüne Fraktionssprecher Prof. Dieter Kantel, dass Duisburg schon „Schwein gehabt“ hat, überhaupt eine Ausweichmöglichkeit in der Hinterhand gehabt zu haben. Zwar solle man seiner Meinung nach nicht grundsätzlich am Ratsbeschluss rütteln, aber über Alternativen nachdenken.

Platz-Problem rückt immer näher

Zu wenig Informationen beklagt Linken-Fraktionschef Hermann Dierkes, denn der baubegleitende Ausschuss für die Mercatorhalle habe ja noch nicht einmal getagt, weshalb er sich auch kein Bild über die Sanierung der Mercatorhalle machen könne. Da liegt er übrigens auf einer Linie mit CDU-Mann Rainer Enzweiler.

Als drängendes Problem bezeichnet auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Bies den sich abzeichnenden Engpass. „Aber wir können ja keine aufblasbare Halle irgendwo hinstellen.“ Er nimmt die Verantwortlichen der operativen Geschäfte in die Pflicht, sprich Stadt, Immobilienmanagement, Duisburg Marketing und DBV: „Die müssen das lösen“.

Svenja Aufderheide


Kommentare
17.01.2013
12:08
Wohin also mit größeren Kulturveranstaltungen
von graphos | #1

Naja, eben dahin, wohin auch alles andere hier in Duisburg geht: ins Abseits und den Bach herunter.

Im Ernst: wenn jetzt die Vertreter der einzelnen Parteien im Rat ratlos darstehen, dann sollten Sie sich mal an die eigene Nase fassen. Bauprojekte, die keiner durchblickt und/oder prüft, und das beispiellose Zelebrieren einer Kulturwüse Duisburg tun ihr übriges dazu. Wer den Kulturfocus nur auf zwei Locations setzt (Theater/Mercatorhalle), der sollte wegen Bequemlichkeit im Amt den Posten lieber für andere, engagiertere und weitblickendere freimachen.
Lediglich die Aussage von Herr Vohl hat da noch den meisten Sinn: wozu auf Teufel komm raus einen Schlusstermin, wenn noch kein Käufer da ist? Macht mir den Eindruck, dass eine geschlossene Halle weniger Arbeit macht als eine bespielte Location.

Aus dem Ressort
Bei Duisburger Rockern herrscht Zwei-Klassen-Gesellschaft
Kriminalität
Die Hells Angels und die Bandidos müssen ihre Symbole von öffentlich einsehbaren Plätzen entfernen, sonst begehen sie eine Straftat. Für die anderen in Duisburg ansässigen Rockergangs gilt diese Regelung jedoch nicht. So entsteht in der hiesigen Szene quasi eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Unfallkommission beschließt Sofortmaßnahmen für Pelles-Kurve
Unfallkurve
Mit neuen Leitpfosten und zusätzlichen Warnschildern soll die Pelles-Kurve in Duisburg-Rheinhausen sicherer werden. Das hat die Unfallkommission, an der unter anderem Stadtverwaltung und Polizei beteiligt sind, am Mittwoch beschlossen. Tempo 30 soll aber auch künftig nicht in der Steilkurve gelten.
Feinkost für die Duisburger Koalas fliegt wieder kostenlos
Zoo Duisburg
Air Berlin hat mit dem Zoo Duisburg einen neuen Kooperationsvertrag geschlossen. Zweimal wöchentlich werden von der Fluggesellschaft 120 Kilogramm Eukalyptus für die beliebten Beutelbären aus Miami eingeflogen. Der Zoo versucht dennoch eine Futterquelle in Deutschland zu etablieren.
Strafverfahren gegen Duisburger Bandidos-Rocker eingeleitet
Rocker
Die Duisburger Polizei hat ein Strafverfahren gegen die Bandidos eingeleitet, weil diese an ihrem Vereinsheim den verbotenen Bandidos-Schriftzug gezeigt haben. Als Konsequenz überklebten die Rocker am Dienstagabend das Schild an der Charlottenstraße.
Duisburgerin erforscht die Mensch-Maschine-Beziehung
Forschung
Im Kino gerät Technik machmal außer Kontrolle und bedroht die Menschheit. Die Angst sitzt wohl tief vor der Machtübernahme durch intelligente Technik. In unserer Serie „Junge Forscher“ stellen wir heute Melike Şahinol vor, die in Duisburg die Beziehung zwischen Mensch und Technik soziologisch...
Fotos und Videos
Leser besuchen das Landesarchiv
Bildgalerie
WAZ-Serie
Chronik einer Katastrophe
Bildgalerie
Loveparade