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Stadtplanung

Teurer Stadtwerke-Turm - Duisburger Landmarke vor dem „Aus“

06.01.2012 | 17:47 Uhr
Teurer Stadtwerke-Turm - Duisburger Landmarke vor dem „Aus“
Unspektakulär bei Tage: Der Stadtwerketurm an der Bungertstraße in Duisburg-Hochfeld. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg. Ende 2012 hat das Schornstein-Trio der Stadtwerke ausgedient, 2013 wird die nachts grün angestrahlte, mit ihren 200 Meter Höhe weithin sichtbare Landmarke abgerissen.

„Das ist eine unternehmerische Entscheidung“, erläuterte Stadtwerke-Sprecher Torsten Hiermann gestern den Beschluss des Stadtwerke-Vorstands. Man habe geprüft, den Schornstein „sinnhaltig zu erhalten“, etwa als Basis für vertikale Windkrafträder. Doch lasse sich so etwas „technisch nicht realisieren“.

Hintergrund des Abriss-Beschlusses ist die Stilllegung eines Kraftwerksblocks in Hochfeld. Dessen Betriebsgenehmigung erlischt nach über 40 Jahren zum Jahresende. Damit verbleibt in Hochfeld noch ein Block, der jedoch ohne den Schornstein auskommt. Stattdessen wird ein 70 Meter hoher „kleiner“ Kamin neu erbaut.

Erweiterung in Wanheim

Zudem ist geplant, bei Bedarf den Kraftwerksstandort Wanheim um einen Gas-gefeuerten Block zu erweitern. Dort ist Platz, dort ist die Gasversorgung gesichert und zudem alles vorhanden, um Fernwärme – auch per Düker unterm Rhein im linksrheinischen Duisburg – ins Netz einzuspeisen. Zudem ist es erklärtes Ziel der Stadtwerke, den Anteil an erneuerbaren Energien massiv auszubauen. Dafür sollen jährlich 20 Mio Euro investiert werden.

Drohende Kosten sind neben der technischen Verzichtbarkeit ein wesentliches Argument der Stadtwerke-Führung für den Abriss des 1967 erbauten Turm-Quartetts aus drei Abgas-Schloten und einer Erschließungsröhre, in der sich ein Aufzug zur Aussichtsplattform befindet.

Vier Mio Euro würden sofort fällig, um den Turm für die Zukunft zu sichern, sagt Hiermann, weitere vier Mio müsste man in den nächsten 15 Jahren aufwänden. Und es sei nicht der Zweck des Versorgungsunternehmens, Landmarken in Duisburg zu betreiben: „Tagsüber ist das nur ein Schornstein.“

Gewerbefläche in bester Lage

Mit dem „Rückbau“, sprich Abbruch von Kraftwerksblock samt Schornstein, werden zudem rund 7500 Quadratmeter Gewerbefläche in bester Lage frei: nahe an der Autobahn, nahe am Hafen. Und solche Flächen fehlen in Duisburg, klagen seit geraumer Zeit und immer lauter Wirtschaft und Wirtschaftsförderer. Konkrete Pläne gibt’s aber noch nicht.

Die Politik ist sich in Sachen Turm einmal einig. Volker Mosblech (CDU), Mitglied des Aufsichtsrates der Stadtwerke: „Der Turm ist sicher ein Wahrzeichen für Duisburg. Aber die Kosten sind einfach zu hoch.“ Jürgen C. Brandt (SPD), ebenfalls im Aufsichtsrat: „Es tut mir unendlich leid, denn als Landmarke war der Turm nachts ein Hingucker und ein Stück Heimat. Aber die wirtschaftlichen Argumente sind einfach tragend.“

Leser Sie auch unsere Kommentare "Pro Abriss " und "Contra Abriss "

 

Alfons Winterseel, Willi Mohrs



Kommentare
08.01.2012
15:45
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.01.2012
11:58
Teurer Stadtwerke-Turm - Duisburger Landmarke vor dem „Aus“
von Tutor | #13

Tach!
Jau!Q Weg mit dem ollen Ding!
Taugt nix. Watt haben wir noch?
Den verunzten Kaiserberg sollte man abtragen.
Stört nur die Sicht nach Mülheim.
Ach klar! Wer braucht Thyssen mit den ganzen Dreckschleudern?? Wech damit.
Köpi?? Ne bäh Alkohol!
Ist ungesund! Weg damit.
Hafen zuschütten! Datt ganze Wasser gehört ans Meer und nicht inne Stadt!
Noch watt? Bestimmt.
Ach planiert doch ganz Duisburg und macht einen Riesen Windradpark drauss.
Dann ist auch die Grünentante glücklich und kann wieder ruhig schlafen.
Armes Duisburg!!!
Ich bin nur noch traurig.
Ein Ur Duisburger mit Herz Mitten in der Stadt

08.01.2012
11:34
Verhältnismäßigkeit
von Sempre | #12

@10

Wir reden hier über einige Hunderttausend Euro im Jahr, nicht über jährliche Millionen im zweistelligen oder drei-, vierstelligen Bereich.
Die jährlichen Kosten sind Peanuts, aber wenn die Duisburger das nicht verstehen wollen.
An der Stromrechnung würden es die Kunden gar nicht bemerken-


08.01.2012
10:25
Zeit bringt Veränderungen
von graphos | #11

@10
Endlich spricht das einer aus! Und legt den Finger auf eine der größten Schwächen Duisburgs und der Duisburger. "Mach mal alles anders, mach mal alles neu. Aber bitte ohne Veränderungen!"

08.01.2012
01:36
Teurer Stadtwerke-Turm - Duisburger Landmarke vor dem „Aus“
von Gruenkohl7 | #10

Ein Gezeter, als würde man an historisches Denkmal wie den Schiefen Turm von Pisa abreissen. Es handelt sich um einen Fabrikschlot, der nachts grün leuchtet - na und? Der Strom ist bereits teuer genug. Kein vernünftiger Mensch will diesen übergroßen Betonklotz über die Stromgebühren weiter finanzieren, zumal die Stadtwerke angesichts der Konkurrenz doch um jeden Kunden kämpfen müssen. Räumen wir mal alles romantische Nostalgiedenken beiseite, führt am Abriss nichts vorbei. Ich hätte auch gern die Mr. Softy-Tüte und den Gläsernen Hut wieder - aber so ist das nun mal mit der Zeit - sie bringt Veränderungen. Punkt.

07.01.2012
20:52
Teurer Stadtwerke-Turm - Duisburger Landmarke vor dem „Aus“
von b.scheuert | #9

Wird jetzt die ganze Stadt abgerissen? Die kostet ja auch Geld...!?

07.01.2012
19:36
Kein Platz für Sentimentalitäten
von Plaetekopp | #8

Und wer meint, er müsse trotz der Kosten pro sein, der möge auch gleich ein entsprechendes Finanzierungsmodell und die etwaigen Geldgeber benennen. Ich bin jedenfalls nicht bereit auch nur einen müden Cent in der Erhalt zu investieren.

1 Antwort
Du nix lesen können
von rodzina | #8-1

Finanzierungsmodell: 0,08% höhere Stromkosten.Dann du zahlen statt 600 Euro in Jahr 600,50 Euro in Jahr.,
Abba, die von die Stadtwerke sind ja schau, nicht wahr! Die stecken sich die Geld lieber in eigene Tasche.

07.01.2012
09:35
@Graphos
von rodzina | #7

Ob die Kunden einer Erhöhung von 0,08% (!!!) zustimmen werden??????????
Um soviel wären die Stromkosten zu erhöhen.
Normalerweise steigen Strompreise jährlich um mindestens das 50 oder 100fache.

Es ist offensichtlich tatsächlich so, dass niemand beim Eigner der Stadtwerke, nämlich dem Stadtrat, richtig nachgerechnet hat.
Überhaupt: Stadträte sind hinsichlich finanzieller Fragen ziemlich inkompetent. Nur so ist es auch zu erklären, dass viele Kommunen sich auf riskante Finanzgeschäfte eingelassen hat,
Ein auifgeklärter Stadtrat hätte es nie zugelassen, dass Eigentum der Stadt verscherbelt wird und sich für die grundsätzlich teuereren Varianten der PPP-Finanzierung entschieden.
Und Dummheit gibt es in jeder Partei. Wetten, dass?

1 Antwort
Teurer Stadtwerke-Turm - Duisburger Landmarke vor dem „Aus“
von graphos | #7-1

Um wieviel Strompreise steigen, wie schlau der Stadtrat ist, ob PPP eingegangen werden (über deren Sinn man sicherlich in manchen Fällen vortrefflich streiten) - all das ist absolut irrelevant.
Falt ist: es ist nicht Aufgabe der SW, einen Turm, der sich im Laufe der Jahre zur Landmarke entwickelt hat, wider jedweder Notwendigkeit, die nichts mit dem Kerngeschäft zu tun hat, zu erhalten. Und eine Stadt, die leider unter einem Nothaushalt steht, hat da wenig Spielraum.

Aber wenn Sie den Stadtrat von der Notwendigkeit des Erhalts überzeugen und dieser den SW den Auftrag erteilt - Bestens! Meine Unterstützung ist gewiss. Aber alles andere ist gerade bei der momentan gefühlten und realen Lage Duisburgs witschaftspolitischer Selbstmord. Ich würde es an Stelle der SW auch nicht abnicken. 0,08% hin oder oder.

07.01.2012
09:01
0,57 Euro für jeden oder 8 Mio für einen
von graphos | #6

@rodzina
Hier geht es nicht um dumm, sondern um angreifbar. So lange 8 Mio übrig sind, ist das kein Problem. Wenn aber in ein paar Jahren 8 Mio bei einem Projekt fehlen, dann wird sich die Meute garantiert an der Rettung des SW-Turms hochziehen. Auch Sie sollten doch mittlerweile begriffen haben, dass nirgendwo sonst so schnell Stimmung für oder gegen eine Sache gemacht werden kann wie hier im Internet.

Ihre Berechnung von 0,57€ für jeden SW-Kunden mag stimmen, setzt dann aber auch voraus, dass jeder Kunde dem zustimmen muss. Denn die Rettung des Turms ist nun nicht Bestandteil des Auftrags der SW und somit auch nicht Bestandteil des Vertrages, den jeder Kunde mit den SW schließt. Aber den Willen zur Rettung kann man ganz einfach überprüfen: Webseite einrichten, Spendengelder einsammeln und sehen, ob kurzfristig 4 und langfristig 8 Mio zusammen kommen. Wenn das der Fall ist, dann soll er stehen bleiben.

07.01.2012
01:51
Teurer Stadtwerke-Turm - Duisburger Landmarke vor dem „Aus“..
von wattearvolt | #5

..und demnächst auch ein Duisburger Stadtwerke-Stromkunde weniger...
Nach 35 Jahren habe ich die Schnauze voll -insbesondere nach der letzten Preiserhöhung-.
Ich habe auch keine Lust, auch noch den AR-Vorsitzenden der Stadtwerke namens Sauerland finanziell durchzufüttern.
Wer eine "Corporate Identity" zerstört, hat nichts Besseres verdient.

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