Teure Verträge am Telefon
11.07.2007 | 18:42 Uhr 2007-07-11T18:42:19+0200Verbraucherzentrale zog Bilanz fürs vergangene Jahr: Über 18 000 mal suchten Duisburger Rat. Sehr oft geht's um Probleme rund um die Telekommunikation. Immer mehr haben hohe Schulden. Personal fehlt
18 213 mal suchten Duisburger im Jahr 2006 Rat bei der Verbraucherzentrale - telefonisch, schriftlich, persönlich. Immer häufiger geht's dabei um Ärger rund um die Telekommunikation: Handy, Telefon, Internet.
Jede sechste Anfrage dreht sich um diesen Themenkomplex. Unerwünschte Werbeanrufe, Verträge, die aus Unwissen am Telefon abgeschlossen wurden, teure Leistungen aus dem Internet wie etwa Hausaufgabenhilfen.
"Dass am Telefon ein Vertrag, beispielsweise über den Wechsel des Telefonanbieters, abgeschlossen werden kann, ist vielen Verbrauchern nicht klar", erläutert Hedwig Kersken, Leiterin der Beratungsstelle an der Friedrich-Wilhelm-Straße 5. Das Widerspruchsrecht werde oft übersehen, nicht nur von älteren Menschen.
Der Rat der erfahrenen Beraterin: "Am Telefon auf kein Gespräch eingehen. Niemals ,Ja' sagen." Und wenn's doch passiert ist? "Innerhalb von 14 Tagen Widerspruch einlegen, per Einschreiben und mit Rückschein."
Kerskens Kollegin Nina Schwirz zu den Kosten für Internet-Leistungen: "Leider wird zu oft gezahlt." Verbraucher ließen sich unter Druck setzen durch Rechnungen und Mahnungen: "Dabei sind diese Verträge durchaus anfechtbar."
Um das Problem der Telefon-Geschäfte insgesamt zu beheben, fordern die Verbraucherschützer eine gesetzliche Regelung, dass Verträge am Telefon grundsätzlich nicht gültig sind ohne schriftliche Bestätigung durch den Kunden. Und ein Bußgeld bei Zuwiderhandlung.
Ein erhebliches Problem speziell in Duisburg ist die private Verschuldung. 32 000 volljährige Bürger in dieser Stadt seien, so Verbraucherberaterin Petra Böer, überschuldet, zunehmend aber auch junge Menschen. Wiederum oft eine Folge von Handy- und Internetkosten. Vielen Jugendlichen fehle das Wissen, was passieren kann, wenn die Rechnung fürs Mobiltelefonieren nicht bezahlt wird. "Finanzielle Allgemeinbildung" müsse in Schule und Elternhaus intensiver vermittelt werden.
Die Verbraucherberatung würde gerne mehr Beratung anbieten, doch fehlt es an Personal. Dennoch verspricht Kersken allen Ratsuchenden: "Wer hierher kommt, kommt auch dran." Willi Mohrs

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