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Großbrand Krefeld

Technischer Defekt soll Großbrand in Krefeld ausgelöst haben

26.09.2012 | 17:07 Uhr
Technischer Defekt soll Großbrand in Krefeld ausgelöst haben
Noch immer steht über dem Süden und Südwesten der Stadt Duisburg dichter Brandrauch.Foto: WAZFotoPool

Duisburg/Krefeld.  Nach dem Großbrand einer Düngemittelfabrik in Krefeld hängt noch immer eine große, stinkende Rauchwolke in der Luft. Anwohner sollen weiter Türen und Fenster geschlossen halten. In Duisburg bleiben Donnerstag Schulen und Kindergärten in betroffenen Stadtteilen vorsorglich geschlossen. Nach ersten Vermutungen könnte ein technischer Defekt den Brand ausgelöst haben.

Der Großbrand bei dem Krefelder Düngemittelhersteller Compo hält die Menschen in Krefeld und Umgebung weiterhin in Atem. Die Stadt Duisburg trifft nun weitere Sicherheitsvorkehrungen. So sollen am Donnerstag Schulen und Kindergärten in den vom Brandrauch besonders betroffenen Stadtteilen Rumeln-Kaldenhausen, Rheinhausen, Friemersheim und Mündelheim geschlossen bleiben. In den übrigen Stadtteilen finde der Unterricht aber ganz normal statt. Die Stadt wird auch den anderen freien Trägern raten, dies so zu handhaben. In Notfällen werden die Eltern gebeten, sich an die reguläre Kindertageseinrichtung zu wenden, von hier aus werde versucht, einen Notbetreuung zu organisieren, so Stadtsprecherin Susanne Stölting.

Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich zu dieser Vorsichtsmaßnahme entschieden, weil die Feuerwehr am Mittwochnachmittag mit schwerem Gerät gegen die Glutnester vorgeht, die unter den Trümmern des Hallendaches lagern. "Es wird erwartet, dass die Rauchentwicklung dann noch einmal zunimmt", heißt es aus dem Krisenstab. Es ist nicht abzusehen, wann diese Arbeiten abgeschlossen sind. Sie werden aber wohl mehrere Stunden bis in die Nacht dauern.

Besser kein Obst und Gemüse aus eigenem Anbau mehr verzehren

Die Schadstoffwerte lägen aber weiterhin unterhalb der Toleranzgrenze, das hätten auch die kontinuierlichen, halbstündigen Messungen ergeben. Allerdings seien die Geruchsbelästigungen  im Umfeld der Rauchwolke besonders intensiv. Die Bezirksregierung Düsseldorf empfiehlt, vom Verzehr von Obst und Gemüse aus eigenen Gärten und Schrebergärten abzusehen.

Großbrand in Krefeld
Stickstoffdioxid-Grenzwerte um das Dreifache überschritten

Wie gefährlich ist die Rauchwolke, die nach dem Dünger-Großbrand über Krefeld und Duisburg schwebt? Messwerte einer Station in Krefeld zeigten Dienstagnacht Werte weit jenseits des Erlaubten. Doch das Landesumweltamt gibt Entwarnung: Schuld sei bloß die Position der Messstation - und der Wind.

Die Stadt Krefeld hingegen hält weiter an ihrer bisherigen Warnung fest. Dort werden Schulen und Kindergärten auch am Donnerstag regulär geöffnet sein, lediglich östlich der A57 sollten sich die Menschen Türen und Fenster geschlossen halten, erklärte Stadtsprecher Manuel Kölker. Nach wie ergeben diese Messungen keine problematischen Ergebnisse. Auf ihrer Facebook-Seite hat die Stadt Duisburg Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Brand in Krefeld veröffentlicht.

Rauchwolke wird Bürger noch tagelang belästigen

Insbesondere über den Stadtteilen im Duisburger Süden und Südwesten hängt der Geruch nach Verbranntem in der Luft. Im Duisburger Süden fährt das Technische Hilfswerk durch die Straßen und rät den Menschen per Lautsprecher, Türen und Fenster weiter geschlossen zu halten. Die 500 Meter breite und dichte Rauchwolke zieht weiterhin von Krefeld in nördliche Richtung.

Nach oben korrigiert werden musste am Mittwoch die Zahl der Verletzten: sechs Menschen werden derzeit stationär im Krankenhaus behandelt. Darunter drei Feuerwehrleute, zwei Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und die Mitarbeiterin eines Caterers, der die Feuerwehr während der Löscharbeiten mit Essen versorgt.

Diese Kindergärten und Schulen in Duisburg bleiben vorsorglich geschlossen

Beeinträchtigungen gibt es derzeit für Autofahrer: Die B288 Duisburg / Krefeld ist in Höhe der Uerdinger Rheinbrücke gesperrt . Außerdem gibt es auf der A 57 zwischen Krefeld Gartenstadt und Kreuz Moers Sichtbehinderungen durch den Brandrauch. Mindestens bis zum Donnerstagnachmittag bleibt die A-57-Abfahrt Krefeld-Zentrum in Richtung Uerdingen gesperrt. Ziel sei es, so Bernd Löchter von Straßen-NRW, "vor allem den Lkw-Verkehr aus der betroffenen Region herauszuhalten".

Rhein war nach Havarie eines Sportbootes gesperrt

Die Fahrt aufnehmen durfte hingegen am Mittwochmorgen wieder der Rhein-Verkehr. Am späten Dienstagnachmittag musste der Strom nämlich noch einmal gesperrt werden, nachdem sich ein niederländisches Sportboot in der Höhe von Mündelheim zwischen zwei Kribben festgefahren hatte. "Bei dem Versuch, dieses Boot zu bergen, fuhr sich dann auch ein Schiff der Wasserschutzpolizei fest", erklärt Polizei-Sprecher Stefan Hausch. Da sich zu diesem Zeitpunkt auch noch der Wind drehte und der Rauch sich wieder in Richtung der beiden Havaristen bewegte, rettete ein Leichtboot der Feuerwehr beide Besatzungen. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich die Schiffe wieder in Richtung Fahrrinne bewegen, war der Strom bis 7.40 Uhr am Mittwochmorgen gesperrt.

Bis zum späten Vormittag warteten aber immer noch viele Binnenschiffer darauf, losfahren zu können. "Das hängt damit zusammen, dass die Wasserschutzpolizei und das Wasser- und Schifffahrtsamt die Schiffe einzeln ansprechen und zur Weiterfahrt auffordern müssen", erklärt Polizei-Sprecher Stefan Hausch.

Lautsprecherdurchsagen im Duisburger Süden

Auch am Mittwochvormittag fährt das Technische Hilfswerk mit Lautsprecherwagen durch die Straßen des Duisburger Südens und weist die Bevölkerung darauf hin, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Denn weiterhin hängt dichter Brandrauch über Mündelheim, Serm, Rahm und den Stadtteilen im Südwesten (Friemersheim, Rumeln). Ähnlich zeigt sich die Situation in Moers.

Video
Eine dicke Rauchwolke hat am Morgen die Bürger in den Städten am Niederrhein aufgeschreckt. Eine Düngemittel-Fabrik brannte stundenlang. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, die Fenster zu schließen. Bislang wurden jedoch keine gesundheitsschädlichen Werte festgestellt.

Klar ist auch, dass die Krefelder Bürger noch eine ganze Weile mit der Rauchwolke und einer starken Geruchsbelästigung leben müssen. "Es stinkt", sagt Feuerwehrsprecher Dohmen, dagegen könne man auch nichts machen. Die Aufforderung, Türen und Fenster geschlossen zu halten, bleibe daher bis auf Weiteres bestehen. Alle Messungen seien bislang aber negativ verlaufen. Es bestehe keine Gesundheitsgefahr.

Wohl kein Löschwasser ins Krefelder Hafenbecken gelaufen

NRW-Umweltminister Johannes Remmel versicherte im Umweltausschuss des Landtages, dem derzeitigen Kenntnisstand nach sei kein Löschwasser ins Hafenbecken gelangt. Der Warndienst Rhein sei vorsorglich informiert worden, das Laborschiff des LANUV habe Wasserproben genommen. Erste Ergebnisse seien unauffällig gewesen.

Die Brandursache ist nach Angaben des Ministers weiter unklar, allerdings deute einiges auf einen technischen Defekt hin. Laut Remmel sind bei dem Brand und den folgenden Löscharbeiten insgesamt zehn Menschen verletzt worden.

Krisenstab mit Vertretern des Ordnungs- und Gesundheitsamtes

Nachdem die Ausmaße des Großbrandes in Krefeld bekannt waren, berief die Stadt Duisburg Dienstagvormittag kurzfristig einen Krisenstab ein. In diesem saßen Vertreter des Ordnungs- und Gesundheitsamtes sowie der Polizei und der Feuerwehr. Dieses Gremium fungiert als Informationssammelstelle – etwa für das städtische Callcenter der Stadt, bei dem im Laufe des Tages die Anfragen hunderter besorgter Bürger eintrafen. Aber auch alle Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser finden hier die nötigen Ansprechpartner.

Wegen der stinkenden Rauchwolke und des lange Zeit nicht geklärten Schadstoffgehalts gab der Krisenstab stadtweit eine Anweisung an alle Schulen und Kindergärten heraus, dass die Kinder und Jugendlichen bis 14 Uhr vorsichtshalber in den Gebäuden verbleiben sollten. Zahlreiche Eltern holten ihre Kinder dennoch ab.

Rauchwolke über Duisburg

  1. Seite 1: Technischer Defekt soll Großbrand in Krefeld ausgelöst haben
    Seite 2: Messwerte liefern bislang keinen Anlass zu Bedenken
    Seite 3: Löscharbeiten werden noch einige Tage dauern

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Kommentare
27.09.2012
05:44
Technischer Defekt soll Großbrand in Krefeld ausgelöst haben
von silverstone | #30

Wartet mal ab,es wird noch schlimmer in Deutschland.Lasst mal so einen Atomtransporter verunfallen oder die Rente ausfallen ;)

Wir werden schon seit längerem verarscht von Tante Merkel.......Spritpreise,Inflation,Terrorismus us w usw

27.09.2012
04:17
Düngemittel auf die Luft haben Krebserregenden Stoffe frei gesetzt.
von Din-Boy | #29

Insbesondere durch hohe Stickstoffgaben kommt es auch zu einer hohen Nitratkonzentration. Nitrat (NO3-) ist im Trinkwasser unerwünscht, weil es unter bestimmten Umständen in das gesundheitlich bedenkliche Nitrit umgewandelt wird. Es kann mit sekundären Aminen (Ammoniakbase), die in der Nahrung vorkommen oder bei der Verdauung entstehen, Nitrosamine bilden. Von diesen zählen einige zu den krebserregenden Stoffen. Um die gesundheitlichen Risiken weitgehend auszuschließen, sollen die Nitratgehalte im Trinkwasser möglichst niedrig sein. Der Grenzwert für den Nitratgehalt im Trinkwasser wurde 1991 mit der EG-Richtlinie 91/676/EWG auf 50 mg NO3-/Liter festgesetzt. Dieser Grenzwert kann bei unsachgemäßer Düngung, insbesondere auf leichten, durchlässigen Böden überschritten werden. Grundwasser enthält von Natur aus meistens weniger als 10 mg NO3-/Liter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dünger
http://de.wikipedia.org/wiki/Nitrat

26.09.2012
23:45
apropos: Unterrichtung der Öffentlichkeit - am besten, Sie unterrichten sich selber!
von DerBotevomNiederrhein | #28

Hier die aktuellen NO2 Messwerte Krefeld Hafen:

http://www.lanuv.nrw.de/luft/temes/heut/KRHA.htm#jetzt

Das meint das Umweltbundesamt:

Information der Öffentlichkeit bei Überschreitungen der Alarmschwelle
Überschreitet die Stickstoffdioxidkonzentration die festgelegte Alarmschwelle von 400 μg/m3, muss die Öffentlichkeit unterrichtet werden. Mindestens folgende In-formationen müssen zugänglich sein:
• Datum, Uhrzeit, Ort und Gründe der Überschreitung.
• Vorhersagen über Änderungen der Konzentration, betroffene geographische Bereiche, Dauer der Überschreitung.
• Nennung Personengruppen, die potentiell gegen die Überschreitung empfind-lich sind und von diesen vorbeugend zu treffende Maßnahmen.

26.09.2012
20:37
Schwermetalle der besonderen Art
von DerBotevomNiederrhein | #27

finden sich ebenfalls reichlich im Dünger und seinen Vorprodukten.

http://umweltinstitut.org/radioaktivitat/messungen/uran-im-dunger-und-spulmittel-1025.html

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/markt/markt_deckt_auf/uranduenger101.html

26.09.2012
17:35
Stadt Duisburg schließt wegen Brandrauch Schulen in einigen Stadtteilen
von MrCola | #26

Na sicher ist klar.
Die wiedersprechen sich doch selber.

"Es besteht keine gefahr für die Menschen".

Aber sollen auf Verzehr von eignem Anbau verzichten und die Fenster geschlossen halten.

26.09.2012
17:03
Stadt Duisburg schließt wegen Brandrauch Schulen in einigen Stadtteilen
von B.Schmitz | #25

Für wie dumm werden die Menschen eigentlich gehalten?
Es besteht keine Gefahr aber man soll Türen und Fenster geschlossen halten und Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen.
Wir leben nicht in der DDR wo man die Bevölkerung dumm halten konnte. Allerdings komme ich mir schon vor wie in der DDR dank Merkel.

26.09.2012
16:57
Diejenigen
von KiaKosaki | #24

die offiziell veröffentlichen, dass wieder einmal überhaupt keine Gefahr bestand, sollten sich und falls sie Lust haben auch noch Ihre Familienangehörigen eine Stunde in die Rauchwolke stellen und können das dann per Youtube hochladen.
Für mich die Art der Politikerlüge, wie sie überall praktiziert wird. Man kommt sich vor wie ein Schuljunge, dem man vom Weihnachtsmann erzählt. Ein weiterer schwerer Stein in die Mauer zwischen Bevölkerung und Politik. Hoffentlich ergibt sich irgendwann einmal, dass diese Damen und Herren zur Verantwortung gezogen werden wegen Verhöhnung der Bürger!

26.09.2012
15:43
Keine Grenzwerte überschritten
von berechtigter_Zweifel | #23

Die Behörden teilen lediglich mit, dass die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten werden.

Die Behörden sagen nicht, dass der Qualm nicht gefährlich ist, das wird da nur rein interpretiert.

Gesundheitsschäden können auch unterhalb willkürlich festgelegter gesetzlicher Grenzwerte entstehen.

26.09.2012
15:13
Stadt Duisburg schließt wegen Brandrauch Schulen in einigen Stadtteilen
von Hubelwusel | #22

Bitte beruhigen Sie sich. Es ist alles ungefährlich. Der Brand ist so gut wie gelöscht und der Brandort befindet sich in NRW. Sie brauchen sich überhaupt keine Sorgen machen. Wir sind doch nicht in einem Dritte-Welt-Land wo der Schutz der Bevölkerung niemanden interessiert. Der zuständige Minister in Düsseldorf und die Experten der örtlichen Behörden haben alles im Griff. Vertrauen Sie Ihnen , wie Sie auch diesem Beitrag vertrauen könen. Alles sorgfältig geprüft und hier endet auch kein Artikel damit , daß der Satz plötzlich stec k en b t und n ch hr rstä dl

2 Antworten
Stadt Duisburg schließt wegen Brandrauch Schulen in einigen Stadtteilen
von Dr.Noetigenfalls | #22-1

Bei einigen Kommentatoren hat der Brand wohl auch zum Durchbrennen der eigenen Sicherungen geführt - Hubelwusel gehört wohl dazu!

Stadt Duisburg schließt wegen Brandrauch Schulen in einigen Stadtteilen
von Codemancer | #22-2

@(Dr.)Noetigenfalls

Mehr als so klägliche Versuche, Andere zu beleidigen, können Sie wohl nicht liefern, was? Wenn Sie nichts konstruktives schreiben können, verzichten Sie doch das nächste mal bitte auf den Klick auf "senden".

Ihre Mitmenschen werden Ihnen dankbar sein.

26.09.2012
14:33
Stadt Duisburg schließt wegen Brandrauch Schulen in einigen Stadtteilen
von Dradi | #21

Die jetzt überwiegend am Boden abdriftende Rauchwolke ist zumindest nicht so gefährlich, dass sie zu akuten und massiven Gesundheitsschäden beim Aufenthalt im Freien führen könnte. Bei empfinlichen Personen (Kinder, Schwangere, Bronchialkranke, Alte, etc) ist aber erhöhte Vorsicht angeraten und bezüglich einer möglichen Bodenkontamination und den damit einhergehenden Langzeitfolgen sind derzeit ohne exakte Feinanalysen keine Aussagen möglich. Genau solche detaillierten Analysen werden aber bei solchen Störfällen in der Regel nicht vorgenommen, da man ohnehin solche Schäden nicht sanieren kann und man so in ein wissenschaftlich-technisches Debakel gerät, dass man dann auch noch einer ängstlichen Bevölkerung erklären müüsste, die aber die grundlegenden Zusammenhänge nicht versteht. (Zitat: Die aufgenommene Schadstoffdosis ist das Zeitintegral der wirksamen Expositionskonzentrationen ... alles klar?)

1 Antwort
Technischer Defekt soll Großbrand in Krefeld ausgelöst haben
von vaikl2 | #21-1

Dass betroffene Firmen, Behörden und Feuerwehr sowas nicht erklären können, da sie in den allermeisten Fällen selbst wissenschaftlich unterbelichtet sind, ist keine Ausrede für Stillschweigen. Neben Schadenersatz geht es nämlich zuvorderst um *Aufklärung*, warum solche Störfälle überhaupt möglich sind, und um die Entwicklung neuer oder verschärfter Präventionen. Aber genau *das* möchten die Industrie und die industriefreundlichen Parteien verhindern, siehe Envio.

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