Täglich „Duisburg Today“

Die Zeitung kommt täglich heraus, dafür braucht sie aber weder Papier noch eine Redaktion: „Duisburg Today“ ist eine Online-Zeitung, die sammelt, was im Internet unter dem Stichwort „Duisburg“ zu finden ist. Wie Kleinanzeigen hängen die Themen auf der Startseite untereinander. Viele Links führen zum Portal „Der Westen“, also zu WAZ-Artikeln, aber auch zu anderen Nachrichtenseiten oder Blogs.

Seit 2012 gibt es Duisburg Today. Wie viele Menschen die Seite als Nachrichtengenerator nutzen, verraten die Betreiber nicht. Wer auf dem Kurznachrichtendienst Twitter unterwegs ist, wird aber schnell selbst zum Nachrichtengenerator. Denn die Tweets, also die Kurznachrichten, werden mit Foto und Namen des Twitternden als „Empfehlung“ zitiert – wovon viele gar nichts wissen.

Der Zeitung liegt das Programm paper.li zugrunde. Ein simples Werkzeug, mit dem man sich schnell seine eigene Online-Zeitung generieren kann. Aktuelles, Bildung, Sport, Freizeit, Wirtschaft, Technologie – in diesen Rubriken laufen die Texte ein. Was durch die automatische Generierung mitunter komische Effekte hat: Die Fotostrecke zur Bodybuilding-Meisterschaft in Duisburg steht in der Rubrik Sport, der eigentliche Artikel in der Rubrik Freizeit.

Dr. Andreas Beckers gehört zu den treibenden Köpfen hinter Duisburg Today. Der Bochumer ist Coach für Hochbegabte, Moderator und vieles mehr. „Mir persönlich ist wichtig, zu sehen, wie die Region ist, in der ich lebe“, erklärt er seine Motivation, die über Stadtgrenzen hinausgeht. Und das gelte für viele Menschen, die aus der einen Stadt kommen, in der nächsten wohnen und in der dritten arbeiten.

Auch für andere Städte

Auch für Essen, Dortmund, Düsseldorf und andere Städte betreibt Beckers diese Online-Zeitungen. In erster Linie sind sie als Nachrichtenstrom für ihn selbst gedacht. Per Twitter werden die täglichen Neu-Ausgaben jedoch beworben. „Geld verdienen wir damit nicht“, sagt Beckers.

Und die Zeit, die er in „seine“ Zeitung investiert, hält er auch nicht nach. „Das Medium ist ja 24 Stunden offen, jederzeit kann ich daran arbeiten, nachlesen – und wenn mir was auffällt oder mich etwas interessiert, dann mach ich es einfach“, beschreibt Beckers. Seine eigene Hochbegabung kommt ihm dabei zupass, „ich kann vieles gleichzeitig machen“, sagt der Wissenschaftler.