Zehn Kinder im Wambachsee getauft

Gleich drei Kinder der Familie Theis - Levi, Moritz und Hannah - wurden mit Seewasser getauft.
Gleich drei Kinder der Familie Theis - Levi, Moritz und Hannah - wurden mit Seewasser getauft.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Besonderer Pfingst-Gottesdienst: Wasser von oben und unten. Pfarrer-Ehepaar Sawatzki kam im wetterfesten Talar.

Wedau..  Wetterfest zeigten sich die Gemeinden Trinitatis und St. Judas Thaddäus beim ökumenischen Gottesdienst mit Taufen im Wambachsee am Pfingstmontag.

„Die werden doch nicht etwa tatsächlich draußen taufen?“ Einige Gottesdienstbesucher waren zur verschlossenen Kirche am See gekommen und blicken erstaunt unter ihren Schirmen. Ein Blick auf die Wiese hinter dem Clubhaus des Kanusportvereins Duisburg-Wedau (KSV) beseitigte letzte Zweifel.

Der Küster und die KSV-Mitglieder hatten am See schon alles aufgebaut, was die Lagerräume an Pavillons und Schirmen hergaben. „Bei zehn Tauffamilien wäre es in der Kirche auch zu eng geworden“, sagte Pfarrerin Ute Sawatzki. „Außerdem hört’s gleich auf zu regnen, wir lassen uns nicht irritieren“, fügte sie hinzu. Christen leben ja bekanntlich von der Hoffnung. „Sanft fallen Tropfen“, sangen alle und versuchten einen Platz zu finden an dem es nicht vom Pavillonrand in den Kragen tropfte.

Vom geblümten Chiffonkleid bis zum Ölzeug, vom Blumenkränzchen bis zu den knalligen Neoprenschuhen war alles vertreten. Die Familie Theis hatte mit Levi, Moritz und Hannah gleich drei Täuflinge dabei. „Das wird groß gefeiert“, sagte Levis Taufpatin Juliane Paulinski.

Der KSV-Vorstand Johannes Schäfer war im Vorfeld etwas besorgt, wegen der rutschigen Algen an der Kanu-Anlegestelle. Doch nacheinander stiegen die Eltern unfallfrei zu Pfarrerehepaar Sawatzki, die im Wasser standen, und hielten ihre Kinder hin. Gemeindereferentin Ingeborg Bongardt sprach gemeinsam mit der Freiluftgemeinde eine Tauferinnerung.

Täufling Sophia war schon fünf Minuten nach dem abenteuerlichen Ausflug ins kühle Nass selig auf dem Arm ihrer Mutter Jessica Schmithuysen eingeschlafen. Den Schlusssegen gab es schon ohne Regen. „Jetzt können wir noch ein paar schöne Fotos am Wasser machen“, freuten sich die Tauffamilien. Wer kein Kind abzulichten hatte, tauschte die nasse Wiese mit dem trockenen Clubhaus, wo Kaffee und Kuchen bereitstanden.

Die Sawatzkis schälen sich aus der oben feuchten unten nassen Dienstkleidung. Wie bekommt den so viel Wasser den teuren Talaren? „Kein Problem“, sagte Dirk Sawatzki und lachte, „das ist der alte Talar meines Schwiegervaters, der ist glaube ich reines Polyester, da perlt alles dran ab.“