Wohnungen in der Traditionsgaststätte

Wedau..  Das Ende der Traditions-Gaststätte „Unter den Eichen“ ist besiegelt, eine Neuauflage der seit Jahren geschlossenen Kneipe wird es nicht geben. Die Immobilie an der Wedauer Straße ist verkauft. Ein Privatmann will sie als Wohnraum nutzen. Noch im Sommer beginnt die umfangreiche Renovierung. Der letzte Mieter, der Bürgerschützenverein Wedau, der die Schießanlage im Anbau nutzte, muss zum 1. August das Haus verlassen.

Die Schützen haben schon eine Alternative gefunden - und die hört sich an, wie der Schuss ins Schwarze. „Wenn alles glatt läuft, werden wir zum Kneippverein am Strohweg ziehen“, sagt Jörg Bellscheidt, der Vorsitzende der Bürgerschützen im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das ist wie sechs Richtige im Lotto“, freut sich der Wedauer.

Im Keller des Gebäudes wollen die Schützen eine modernen Anlage mit fünf bis sechs Schießständen einrichten. „Ich könnte mir vorstellen, die Schießstände auch an andere Vereine zu vermieten. Die Anlagen in Duisburg sind alle veraltet. Es besteht bestimmt Bedarf“, so Bellscheidt.

Neben dem Schießstand müsste auch eine Heizung installiert werden. Bellscheidt: „Wir trainieren ja auch im Winter, zweimal die Woche“. Der Vereinsvorsitzende rechnet mit rund 20 000 Euro für die Schießanlage und dann noch mal mit etlichen Tausendern für die Heizung. Damit sich die Investitionen lohnen, hofft Bellscheidt auf einen langfristigen Pachtvertrag von mindestens 30 Jahren.

Der Kneippverein seinerseits freut sich laut Bellscheidt schon auf die Schützen - die Redaktion konnte die Vereinsvorsitzende Doris Gabriel leider nicht erreichen. Tatsache ist, dass viele der verbliebenen rund 300 Mitglieder des Kneippvereins im fortgeschrittenen Alter sind und dass sie sich um ein ebenso schönes wie großes Gelände kümmern müssen. Es sind rund 15 000 Quadratmeter in der Nähe des Masurensees zu pflegen.

Ein Pachtvertrag für zwei Vereine

Dabei wollen die Schützen demnächst helfen. „Gleiche Recht und gleiche Pflichten für alle. Das bedeutet, dass wir natürlich auch den Rasen mähen“, erklärt Bellscheidt. Im Gegenzug dürfen die Schützen auch das Kneippbecken nutzen.

Zur Zeit wird geprüft, wie man zwei Vereine auf einem Pachtvertrag eintragen kann. „Denkbar ist alles. Man muss eine Nutzungsänderung beim Amt für Baurecht beantragen“, sagt Stadtsprecherin Susanne Stölting auf Nachfrage.

Die Schützen hoffen auf grünes Licht. „Die Kooperation mit dem Kneippverein wäre ideal. Als Wedauer Verein wollen wir unbedingt in Wedau bleiben. Am Strohweg stören wir niemanden, das Gelände ist groß und abseits von Wohnbebauung. Wir könnten eine neue Schießanlage bauen, denn auch unsere ist total veraltet. Und einen Versammlungsraum hätten wir auch“.

Es gibt sogar zeitweise eine Vereins-Gastronomie am Strohweg, ideal für diejenigen, die eine Kneipe dem Kneippbecken vorziehen. Das Schützenfest wird auf jeden weiter auf dem Festplatz an der Masurenallee stattfinden.