Wirtschaftsbetriebe bauen Karl-Harzig-Park um

Das Christuskreuz im Karl-Harzig-Park.
Das Christuskreuz im Karl-Harzig-Park.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Seit 2012 plant das Amt für Umwelt und Grün mit Bürgern die Umgestaltung der Ortsmitte von Ungelsheim. Die Ausführung liegt jetzt aber überraschend bei den WBD.

Ungelsheim..  Frohe Kunde überbrachte jetzt Beigeordneter Dr. Ralf Krumpholz dem örtlichen Bürgerverein: Für die Umgestaltung des Karl-Harzig-Parks stehen in diesem Jahr 100 000 Euro im Haushaltsplan der Stadt und 2016 weitere 75 000 Euro. Für Restarbeiten soll es bis 2018 noch einmal 25 000 Euro geben. Allerdings setzt nicht das bisher zuständige Amt für Umwelt und Grün die Planung um, sondern die städtischen Wirtschaftsbetriebe (WBD). Außerdem muss der Stadtkämmerer die Mittel für dieses Jahr noch freigeben.

Ercan Idik vom Bürgerverein hatte zuvor bedauert, dass die Umsetzung der mit den Bürgern in zwei Workshops abgestimmten Planung um sechs bis neun Monate in Verzug sei. Drum sei er, Krumpholz, ja diesmal gekommen, um sicherzustellen, dass die jetzt vorgelegte Planung auch den Ergebnissen der beiden Workshops entspricht, hieß es dazu.

Park mit Doppelfunktion

Der Karl-Harzig-Park soll künftig Erholungsstätte und Veranstaltungsfläche zugleich sein. Zugang zu beiden soll es von der Goslarer Straße/Ecke Am Finkenacker geben. Dort soll es ein Sonnensegel ermöglichen, dass Musiker oder andere Künstler vor Regen geschützt auftreten können. Als Veranstaltungsfläche selbst ist die große, zentrale Wiese vorgesehen.

Zwei mit einer wassergebundenen Decke versehene Fußwege grenzen die zentrale Festwiese ein. Nach Westen besteht Zugang vom Marktplatz her, außerdem südlich davon. Wo beide Wege in der Mitte der Anlage aufeinandertreffen, soll ein Spielgerüst aufgestellt werden. Die schmalere südliche Hälfte der Wiese reicht bis zur Blankenburger Straße und erhält im Osten einen Streifen als Wildblumenwiese.

11 500 Euro an Spenden für Umbau

Das stieß auch bei den 25 erschienenen Mitgliedern des Bürgervereins nicht auf Widerspruch. 11 500 Euro an Spenden hat der Bürgerverein gesammelt, um den Park zusätzlich aufzuwerten.

Die größte Sorge beim Bürgerverein ist, dass die Planung von den WBD anders umgesetzt wird, als mit den bisherigen Planern besprochen. „Kann das Amt die ganze Sache nicht doch noch selbst zum Abschluss bringen?“, wollte Ercan Idik wissen. Aber da musste ihn Krumpholz enttäuschen. Die Ab­sprache laute, dass das Amt die Entwürfe mache, die WBD aber die konkrete Ausführungsplanung erledigen würden. „Ich gehe davon aus dass die Kollegen mit Hochdruck daran arbeiten werden“, so der Beigeordnete. „Die Leute verstehen ihr Geschäft.“

Öffentliche Toilette gewünscht

Die Mitglieder sorgten sich außerdem um einen ausreichend leistungsstarken Stromanschluss. Auch wurde nach öffentlichen Toiletten gefragt. Aber die wären teurer als die gesamte geplante Umgestaltung selbst, erwiderte darauf Udo Schulz vom Amt für Umwelt und Grün. Bei großen Veranstaltungen auf der Wiese müssten schon die Veranstalter für einen Toilettenwagen sorgen. „Nach dem letzten Ratsbeschluss am 27. April wollen wir Klarheit von den WBD haben“, kündigte CDU-Vertreter Walter Becks an.