Wirbel um Grundstücksgeschäfte
10.07.2012 | 20:00 Uhr 2012-07-10T20:00:00+0200
Huckingen. Städtische Grundstücksverkäufe an der Tonderner Straße haben für Beunruhigung bei einigen Nachbarn geführt. Sie befürchten weitere Bebauung dort. Außerdem beklagen sie Ungerechtigkeiten bei den Verkäufen, eine Benachteiligung weiterer Interessenten, vermuten gar, CDU-Bezirksvertreter, Architekt und Nachbar Jörg Jockel könne heimlicher Gewinner der Aktion sein.
Es geht um einen rund 1200 qm großen Geländestreifen auf der Südseite der Straße, der einmal in etliche Teilstücke unterteilt und an Nachbarn verpachtet war. Die östliche Fläche vor dem Fuchsbau diente als wilder Parkplatz. Am anderen Ende hatten Inge Peters und Ralf Dähmlow Gartenland gepachtet. 2009 erwarben sie von der Stadt davon 75 qm zum Preis von 290 € je qm zur Abrundung ihres eigenen Grundstücks. Im Sommer 2011 bot ihnen die Stadt an, weitere 150 qm zuzukaufen, nunmehr für 220 € plus anteilige Erschließungskosten. Die Tonderner Straße hat dort nur eine provisorische Fahrbahndecke. 27 € je qm sollten sie, sagen sie, für die volle Erschließung zuzahlen. Das aber wären 17 % weniger, als sie 2009 bezahlt hatten, trotz anziehender Grundstückspreise. Sie fordern seitdem den zu hoch bezahlten Preis für ihr Gartenland, insgesamt 5250 €, von der Stadt zurück - bislang vergeblich.
Aufhorchen ließ sie, als sie erfuhren, ein Bauträger wolle die Grundstücke erwerben. Sie befürchteten eine dichte Eigenheim-Bebauung sowie ein Wohn- und Geschäftshaus an der Düsseldorfer Landstraße. Zusätzlich trieb sie die Sorge um, die Abpollerung zur Düsseldorfer Landstraße und damit die verkehrsarme Sackgasse, die die Nachbarn vor rund 20 Jahren bei der Stadt erstritten haben, könnte der Vergangenheit angehören.
Wie sie heute wissen, gingen die Grundstücke dann doch nicht an einen Bauträger, sondern an Nachbarn von der Florian-Geyer-Straße, die nur über recht kleine Gärten verfügen. Jetzt machte das Gerücht die Runde, jemand könnte für Jockel die Flächen erworben haben. Peters und Dähmlow horchten auf, als eine längere Anpachtung des weiterverkauften Gartenlandes für sie scheiterte. Christoph Schröder, ein anderer Interessent, bekam auf seine Nachfrage nach einem Kauf gar keine Antwort von der Stadt. Es gibt auch Gerüchte, er, von Beruf Immobilienmakler, sei der vermeintliche Bauträger.
Dazu erklärte die Stadt, gerade der Widerstand der Anwohner gegen die Bebauung habe dazu geführt, die Flächen an Nachbarn zu verkaufen, die sie zum Erhalt ihrer Gärten nutzen wollen. Ein Verkauf an Andere hätte das Ziel konterkariert.
Jörg Jockel versteht die Aufregung nicht. Er selbst, sagt er, „werde die Fläche am Fuchsbau jetzt notgedrungen kaufen, ehe mir jemand anders da etwas hinsetzt.“ Eigene Baupläne habe er nicht. Mit den Käufern an der Florian-Geyer-Straße habe er nichts zu tun. Die Preise seien für Gartenland einerseits hoch, für späteres Bauland dagegen akzeptabel. Wer der angebliche Bauträger war, weiß auch er nicht.
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