"Wir sind wie eine große Familie"
30.04.2009 | 10:55 Uhr 2009-04-30T10:55:00+0200Schon 1953 gab es die ersten neuapostolischen Christen in Ungelsheim. Fast 20 Jahre später entstand die eigene Kirche
1953 gab es die ersten neuapostolischen Gläubigen im damals im Bau befindlichen Ungelsheim. Sie gehörten zur Muttergemeinde Wanheim, konnten aber ab 1958 einen Klassenraum der damals neuen Schule an der Nordhäuser Straße für ihren Gottesdienst nutzen. Zum 1. Januar 1959 wurde die Gemeinde dann selbstständig. Erster Gemeindevorsteher war Walter Heinz. Als die Evangelische Gemeinde 1964 ihre neue Kirche am Sandmüllersweg bezog, konnte die Neuapostolische Gemeinde fortan die Schulaula für ihre Gottesdienste nutzen. 1971 konnte dann mit dem Bau des eigenen Gotteshauses an der Osteroder Straße begonnen werden.
Die Zahl der Gemeindemitglieder stieg bis dahin auf knapp 150 an. Heute zählt die Gemeinde noch 85 Angehörige. Ein theologisches Studium gibt es in der Neuapostolischen Kirche nicht. „Jeder ist stark angehalten, sich mit der Bibel auseinander zusetzen”, sagt Dr. Udo Paul, der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit in Duisburg. Gläubige wachsen über die Kinder- und Jugendarbeit in das Gemeindeleben hinein, übernehmen dann als Unterdiakon, Diakon, Priester oder Gemeindevorsteher ehrenamtlich besondere Aufgaben in Seelsorge und Verkündigung. Höchster Seelsorger in Duisburg ist der Bezirksälteste. Hauptamtliche Geistliche gibt es nur auf der Ebene der Apostel. Sie sind den Bischöfen bzw. Kardinälen der Großkirchen vergleichbar, sehen sich in der Nachfolge der Jünger Jesu.
„Wir haben früher sehr für uns gelebt”, sagt Dr. Paul. Auch sei man als Sekte wahrgenommen worden. Heute habe die Kirche das Problem der Überalterung. „Wir sind wie eine große Familie”, ergänzt Dieter Vos. So ließen sich die Schwierigkeiten des Lebens Am besten meistern.
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