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"Wir sind einzigartig"

18.02.2010 | 10:04 Uhr

Schulleiter Wolf Machon erklärte, warum das Bertolt-Brecht-Berufskolleg nicht geschlossen werden darf

„Es gibt nichts Vergleichbares in Duisburg”, meint Wolf Machon. Der Schulleiter des Bertolt- Brecht-Berufskollegs in Huckingen traf sich zum Gedankenaustausch mit lokalen Vertretern aus Politik und Wirtschaft und präsentierte ihnen das einzigartige Konzept seiner Schule. Damit reagierte das Berufskolleg auf die Schließungspläne von Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Das Stadtoberhaupt will sowohl das Bertolt-Brecht-Berufskolleg als auch das Willy-Brandt-Berufskolleg in Rheinhausen schließen. Laut Wolf Machon würde die Stadt mit der Schließung seiner Schule eine ganz besondere Bildungseinrichtung verlieren.

„Wir verzahnen die einzelnen Lernfelder und Bildungsgänge miteinander”, erklärte der Schulleiter.Undwas das in der Praxis bedeutet, zeigte er am Beispiel einer schwarzen Mercedes-Benz SKlasse und der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Um ein solches Auto zu produzieren, benötigt man viele Experten. In der Luxuslimousine befinden sich zum Beispiel 50 untereinander vernetzte Computer. Für diesen Bereich sind die IT-Techniker zuständig. Gleichzeitig verfügt heute jeder moderne Pkw über eine Klimaanlage. Das ist das Arbeitsfeld der Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik. Um ein fahrtüchtiges Auto zu bauen, braucht man aber natürlich auch jemanden, der was vom Schrauben versteht. Hier sind die Mechaniker gefragt.

Die Kfz-Mechatroniker erhalten am Bertolt-Brecht- Berufskolleg ein umfassendes Fachwissen in all diesen Bereichen. Zusätzlich stehen Wirtschafts- und Betriebslehre sowie Englisch auf dem Stundenplan. Dieses Lernkonzept scheint bei den Schülern gut anzukommen. „Wir haben in diesem Jahr 390 Anmeldungen. Das sind 25 %mehr als imvergangenen Jahr”, verkündete Wolf Machon stolz. Und das trotz der anhaltenden Gerüchte über eine Schulschließung. Die lokalen Unternehmen sind anscheinend ebenfalls vom Bertolt-Brecht-Berufskolleg überzeugt. „Für uns ist es undenkbar, dass dieser Standort dicht gemacht wird. Das wäre eine Katastrophe für HKM”, so HKM-Betriebsrat Mirze Edis.

Schulleiter Wolf Machon kann nicht verstehen, warum die Stadt zukünftig auf zwei ihrer neun Berufskollegs verzichten will. Die Duisburger Bevölkerungsstruktur rechtfertigt für ihn jede einzelne der neun Schulen. „Duisburg ist nicht die Stadt der Abiturienten. Duisburg ist die Stadt der Facharbeiter”, meint der Oberstudiendirektor. In Neudorf baut die Stadt derzeit ein neues Gebäude für die Schüler des Städtischen Kaufmännischen und des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs. Wolf Machon kann nicht verstehen, warum hierfür Geld vorhanden ist, wenn gleichzeitig andere Schulen geschlossen werden müssen.

Maira Schmidt

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Kommentare
18.02.2010
13:13
Wir sind einzigartig
von Differenzierende | #1

Ja, die Auffassung, daß diese Schule erhalten bleibt kann man teilen. Doch was gedenkt die SPD zu tun, um zukünftige duisburger Generationen von der Schuldenlast zu befreien. Da auf allen duisburger Berufsschulen zahlreiche Schüler aus bessergestellten Gemeinden vom duisburger Steuerzahler finanzierten Unterricht erleben, wird ein finanzieller Ausgleich dafür jedoch zwingend erforderlich. Liebe SPD, da ich dich wähle, erwarte ich auch interlektuelle Kompetenz. Wann lernt ihr eigentlich, dass es in dieser Stadt um die Bürger geht und nicht um den OB oder Parteien. Wir können ohne Parteien in Duisburg leben, ihr nicht ohne Bürger

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