Werbeanhänger sind in Duisburg günstige Reklame am Wegesrand

An der Düsseldorfer Landstraße stehen am Straßenrand mehrere Anhänger mit Werbung.
An der Düsseldorfer Landstraße stehen am Straßenrand mehrere Anhänger mit Werbung.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Werbeanhänger sind in Duisburg allgegenwärtig. Für Geschäftsleute sind sie eine billige Alternative zu einer weitaus kostspieligeren Sondernutzung. Denn die Anhänger auf öffentlichen Parkplätzen kosten außer Steuer und Versicherung keinen Cent Gebühr.

Duisburg-Süd.. Die bunten Gefährte häufen sich an manchen Stellen mehr, an anderen weniger. Egal ob Klempnerbetrieb, Supermarktkette oder die Autowerkstatt von nebenan: viele Duisburger Geschäfte machen am Straßenrand Werbung mit Anhängern und mobilen Werbetafeln. Der Stadtkasse nützt dieser Werbetrend wenig, die damit Reklame machenden Unternehmen bezahlen keinen Cent an die Stadt.

Bunter Schilderwald

Fährt man von der Stadtmitte aus in Richtung Süden auf der Düsseldorfer Straße, die ab Buchholz zur Düsseldorfer Landstraße wird, kann man sich ihrem Anblick kaum entziehen. „Manchmal meint man, das nimmt Überhand“, sagt Kfz-Meister Peter Binder. Dabei ist der Selbstständige selbst im Besitz eines solchen Werbemittels.

Werbung in Öffentlichkeit ist Sondernutzung

Seit drei Jahren hat Binder schon einen Anhänger in der Nähe seines Betriebs platziert. Schon lange Zeit hatte er sich einen Wegweiser zu seiner Werkstatt gewünscht. „Sonst findet uns nicht jeder.“ Der Betrieb liegt nicht unmittelbar an der Düsseldorfer Landstraße, sondern befindet sich auf einem hinteren Grundstück. Ursprünglich wollte der Kfz-Meister einen festen Wegweiser aufstellen. „Doch die jährliche Gebühr war mir zu teuer“, sagt er.

Bis zu 300 Euro habe die Stadt Duisburg für eine feststehende Werbefläche verlangt. Die Alternative, einen Anhänger an die Straße zu stellen, erwies sich als günstiger: Steuern und Versicherung kosten Binder jährlich 50 Euro. 200 Euro betrugen die Anschaffungskosten für die beiden Werbetafeln.

Anhänger müssen ihren Standort ändern

Doch ganz ohne weitere Bemühungen dürfte auch der mobile Werbeträger nicht tagein und tagaus an der Düsseldorfer Landstraße stehen. „Alle zwei Wochen stelle ich den Hänger um. Dann können die Vorbeifahrenden ihn auch von der anderen Seite sehen“, erklärt der Kfz-Fachmann. Nicht nur eine Geschäftsstrategie steckt hinter dem Standortwechsel. Denn nur so handelt Binder gesetzeskonform.

Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Anhänger, die zum Transport genutzt werden können, bis zu zwei Wochen im öffentlichen Verkehrsraum geparkt werden. Sie müssen allerdings zugelassen sein. „Ist der Werbeträger auf fahrbaren Fahrzeugen angebracht und die eigentliche Nutzung aufgrund der Auslastung der Ladefläche durch die Werbetafel unmöglich, unterliegt das Fahrzeug der Sondernutzung“, teilt Jennifer Gräfe, Pressesprecherin der Stadt Duisburg mit. Dann müssten diese Anhänger oder Fahrzeuge entfernt werden.

Binder weiß: Für manche sind die Anhänger ein Ärgernis. „Unserer nimmt wenigstens keinen Parkraum weg.“ Bevor sich nichts an den Gebühren ändert, will er an seinem Anhänger festhalten.