Weniger Gemeindemitglieder, mehr Kirchgänger

Wedau/Bissingheim/Buchholz..  Auch an Trinitatis ging die Austrittswelle nicht vorbei. 72 Austritte in 2014 standen 35 Austritten 2013 gegenüber. Eintritte gab es nur 14. So sank die Zahl der Gemeindemitglieder 2014 um 41 auf 6526. Die Zahl der Gottesdienstbesucher stieg dagegen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Trinitatis präsentierte am Sonntag ihre Statistik für Wedau, Buchholz und Bissingheim. Dass nun die Kirchensteuer auf Kapitalerträge automatisch eingezogen werden soll, verunsicherte zahlreiche Gemeindemitglieder im gesamten Stadtgebiet. Diese Reglung gilt zwar erst, wenn die jährlichen Zinseinnahmen den Sparerfreibetrag von 800 Euro pro Person übersteigen, dennoch verdoppelte sich im gesamten Kirchenkreis Duisburg die Zahl der Austritte in 2014.

Zur großen Überraschung der Versammlung verkündete Pfarrer Dirk Sawatzki, dass 1000 Gläubige mehr zur Kirche gingen als im Vorjahr – insgesamt rund 16000 Kirchgänger. Und das, obwohl sich seit dem vergangenen Jahr die Gemeindemitglieder aus Buchholz und Wedau-Bissingheim mit nur noch gemeinsamen Gottesdienst begnügen müssen, sofern nicht ein besonderer Grund für ein getrenntes Feiern vorliegt. So gab es im letzten Jahr 15 Gottesdienste weniger als 2013. Zu rechnen war mit einem entsprechenden Rückgang der Besucherzahlen.

Natürlich trugen die Jubiläen zum Anstieg der Besucherzahlen bei. Die Gottesdienste zum 50. Jubiläum der Jesus-Christus-Kirche, zum 100-jährigen Bestehen des evangelischen Kindergartens und der Frauenhilfe in Wedau waren bis zum letzten Platz belegt. „Aber ein so hervorragendes Jahresergebnis kann nur erzielt werden, wenn sich der Besuch konstant auf einem hohen Niveau bewegt“, erläuterte Sawatzki.

700 000 Euro Investitionen

Sorgen bereitet ihm dagegen der große Gebäudebestand der Trinitatis-Gemeinde, der in den nächsten zehn Jahren Investitionen von rund 700 000 Euro erforderlich macht. Mittelfristig werde der Personal- und Gebäudebestand der Gemeinde nicht zu halten sein, so der Pfarrer. Auf das neue Presbyterium, das in einem Jahr gewählt wird, komme daher eine schwierige Aufgabe zu. Pfarrer Sawatzki empfahl zum Abschluss die rechtzeitige Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten für die Presbyteriumswahl am 16. Februar 2016.