Weitere Misshandlungsfälle beim Jugendamt nicht bekannt

Buchholz..  Vor dem Hintergrund der Vorfälle im Kinderdorf gab es eine Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretung Süd. Die wollten wissen, wie es um die Jugendhilfe im Duisburger Süden bestellt ist.

Nach Angaben von Bezirksamtsleiter Friedhelm Klein sind dem Jugendamt weitere Misshandlungsfälle hier nicht bekannt. Es gebe, so Klein, neben dem Kinderdorf noch dessen Außenwohngruppen und Wohngruppen anderer privater Träger im Bezirk Süd.

„Welche Konsequenzen erfolgten aus Misshandlungsvorwürfen?“, wollte Bezirksvertreter Dr. Sebastian Ritter wissen. „Keine“, antwortete Klein. „Das ist Sache der privaten Träger.“ Nicht das Jugendamt der Stadt ist Heimaufsicht, sondern das Landesjugendamt, eine Einrichtung des Landschaftsverbandes Rheinland.

Was die Arbeitsbelastung von Erziehern angeht, so blieben die Antworten der Stadtverwaltung vage. Es gebe keinen einheitlichen Betreuungsschlüssel, also wieviele Kinder oder Jugendliche ein Erzieher betreut. Erkenntnisse über deren Krankenstand habe man nicht. Unter welchen Krankheiten sie leiden würden, das unterliege dem Datenschutz. Die jeweiligen Belastungen des Personals seien ganz von den örtlichen Bedingungen abhängig. Angebote zur Beratung bei beruflichen Schwierigkeiten gebe es für sie jedenfalls.

Als Alternative zur Heimunterbringung kämen, so der Amtsleiter, Pflegeeltern in Betracht, schon aus Kostengründen. Aber die Anforderungen an sie seien hoch.