Weihnachten im Schuhkarton ist im Süden gestartet

Marion Leineweber nimmt die Pakete und Schuhkartons in Ungelsheim entgegen.
Marion Leineweber nimmt die Pakete und Schuhkartons in Ungelsheim entgegen.
Foto: Jörg Schimmel
Marion Leineweber und Ursula Tresemer sammeln noch bis Mitte November die Päckchen für bedürftige Kinder und Jugendliche ein

Duisburg-Süd.  . Lange bevor überhaupt an die ersten Wunschzettel gedacht wird, laufen die Weihnachtsvorbereitungen für Marion Leineweber und Ursula Tresemer schon längst auf Hochtouren. Marion Leineweber, die Ungelsheimerin, und Ursula Tresemer, die Wanheimerin, öffnen in diesem Herbst wieder ihre Türen und bieten Platz – für viele Kartons, hübsch verpackt. Seit Anfang Oktober sind die beiden Frauen – wie auch in den vergangenen Jahren zuvor – die Süd-Gesichter zu „Weihnachten im Schuhkarton“, einer bundesweit laufenden Aktion des Vereins „Geschenke der Hoffnung“.

Päckchen gehen nach Osteuropa

Seit mehr als 14 Jahren engagieren sich Marion Leineweber und Ursula Tresemer schon bei der Aktion. Für Marion Leineweber ist es die „einzige Konstante, aber auch ein fixer Saisonpunkt“ ihres ehrenamtlichen Engagements. Im Frühherbst geht es jedes Jahr aufs Neue los, dann können die Schuhkartons bei ihr und Ursula Tresemer noch bis zum 15. November abgegeben werden. Es braucht schließlich eine gewisse Vorlaufzeit, denn ab Mitte November gehen sie auf große Reise, meist per LKW transportiert. Die Weihnachtsgeschenke im Karton sollen hauptsächlich Kindern im Alter von zwei bis 14 Jahren in Osteuropa, in Ländern wie Rumänien, Bulgarien, Polen oder der Slowakei eine Freude machen. Aber auch in der Mongolei, der Ukraine oder Weißrussland gibt es Jahr für Jahr sehr dankbare kleine Abnehmer für die Geschenke.

Seit 20 Jahren richtet der Verein Geschenke der Hoffnung, mit Sitz in Berlin, das Weihnachten im Schuhkarton nun schon aus. Nach eigenen Angaben sind bereits über sieben Millionen Kinder dadurch erreicht worden. Doch in den vergangenen Jahren gab es auch Kritik: Die Aktion sei eine evangelikale Missionierungsaktion, hieß es unter anderem. Bei einem Blick in eine Infobroschüre, zu finden im Internet auf der Seite von Geschenke der Hoffnung: „Die Auswahl der bedürftigen Kinder erfolgt oft in Kooperation mit örtlichen Behörden und Institutionen. Die Verteilung ist eingebettet in eine Weihnachtsfeier, die häufig von den Kindern selbst mitgestaltet wird. Zusätzlich zum Schuhkartongeschenk bieten die Gemeinden ein Heft mit biblischen Geschichten an. Darüber hinaus werden die Jungen und Mädchen eingeladen, weitere Angebote der Christen vor Ort in Anspruch zu nehmen. Dazu zählt mitunter ein kindgerechter Glaubenskurs, der von einem internationalen Team aus Theologen und Pädagogen entwickelt wurde.“ Zum Hintergrund: Es besteht eine Verbindung des Berliner Vereins mit der Billy Graham Evangelistic Association, einer evangelikalen Freikirche in den USA. Sie ist mit einem Mitglied im Vorstand bei Geschenke der Hoffnung vertreten – zu lesen ist das in der Vereinssatzung.

Marion Leinweber zu der Kritik: „Weihnachten ist ein christliches Fest. Wenn wir aus diesem Anlass Geschenke machen, dann muss auch erklärt werden, was es damit auf sich hat.“ Sie sieht das Programm um die Verteilung der Weihnachtsgeschenke als „Angebot“. Ausschlaggebend sei für sie das Recht auf Information, denn „das halte ich eigentlich nur für fair“. Ihr Engagement in diesem Projekt erklärt sie so: „Ich habe immer schon mit Kindern gearbeitet und das Konzept hat mich einfach überzeugt.“ Oft seien die Päckchen das erste Geschenk im Leben der Kinder. „Für die Kinder kann das Paket auch eine ganz besondere Lebenswende bedeuten. Sie spüren eine gewisse Wertschätzung, die sie auch im späteren Leben weiter bringen kann“, sagt Marion Leineweber. Ein kleines Lob, eine kleine Freude könne schon sehr viel ausmachen, ist Leineweber überzeugt.