Wedauer schlagen Alarm: Messpunkte wurden versetzt

Nur noch dieser eine Messpunkt war Mitte März übrig geblieben. Anwohner sind misstrauisch.
Nur noch dieser eine Messpunkt war Mitte März übrig geblieben. Anwohner sind misstrauisch.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Trotz über 17 000 Unterschriften gegen einen Verkauf des städtischen Waldgrundstücks kann dort bald gebaut werden. Jetzt fallen Anwohnern Merkwürdigkeiten bei der Vermessung auf.

Wedau..  Mit Argusaugen beobachten Bewohner der Straße Im Licht und aus der Umgebung, was sich auf dem Eckgrundstück am Wambachsee tut. Vergeblich hat eine Bürgerinitiative 2012 dafür gekämpft, die städtische Waldfläche nicht als Villengrundstück zu verkaufen. Immerhin erreichte sie, dass nur rund 60 Prozent der 5300 Quadratmeter als Bauland angeboten wurden. Drei Grundstücke zu je etwa 1000 qm Größe wurden daraus gemacht, haben inzwischen Käufer gefunden. Aber Anwohner sind weiter misstrauisch. Denn vor ein paar Tagen haben sie beobachtet, dass die Messpunkte für die Einmessung des westlichen Grundstücks erst versetzt wurden und dann bis auf einen ganz verschwanden. Farbreste am Boden zeugen noch davon, wo sie gestanden haben. Ihre Befürchtung: Dadurch könnten mehr Bäume gefällt worden sein.

Kritik an Baumfällungen

Denn das dritte Baugrundstück, das ein Arzt gekauft haben soll, wurde nach zwei Seiten hin um drei bis fünf Meter vergrößert, sagen sie. „Ich kann verstehen, dass jemand, der das nötige Geld hat, so ein Grundstück kaufen will. Ich kann nicht verstehen, dass die Stadt offenbar keine Auflagen erlässt.“ Das sagt Ulrich Hauke von der Neidenburger Straße. Mit „weinenden Augen“, so seine Worte, stand er am Küchenfenster und schaute zu, wie stattliche Bäume umkippten.

„Mammon regiert die Welt und das Handeln der Stadtverwaltung“, kommentiert Hauke die Ereignisse. „Es mag rechtlich korrekt sein, dass sämtliche Bäume gefällt werden. Es stellt aber eine eklatante Zerstörung der Umwelt dar, eine Sünde gegenüber kommenden Generationen.“

Rettungsweg vermisst

Obendrein sei dies ein Schlag ins Gesicht derer, die genau dies verhindern wollten. „Da sieht man zum wiederholten Mal, wie wenig die Politiker des Rates der Wille der Bürger interessiert. Eine Schande, diese Fällaktion machtlos mit ansehen zu müssen.“

Dem haben Hans-Jürgen Lehmann und Jürgen Trabert, Sprecher der früheren Bürgerinitiative, nicht viel hinzuzufügen. Sie vermissen den mit der Stadt vereinbarten Bau eines Rettungswegs zum nördlichen Seeufer.

Zu schmal und unbefestigt

Die richtige Vermessung sei Sache des Käufers, sagt dazu Stadt-Sprecherin Susanne Stölting. Der musste sich dazu eines staatlich vereidigten Vermessers bedienen, welcher jetzt Probleme beim Setzen der Grenzsteine haben dürfte.

Die Fällungen dagegen, so Stölting, seien mit der Stadt abgestimmt. Und da der bisherige Weg zum Seeufer ja bestehen bleibe, gebe es keine Notwendigkeit für einen neuen. Hans-Jürgen Lehmann widerspricht: „Der bisherige Weg führt über das mittlere der drei Grundstücke“, stehe bald nicht mehr zur Verfügung. Und für den Rettungsdienst sei er viel zu schmal und unbefestigt.