Waldspaziergang als Dank für 500 Kilogramm Eicheln

Förster Stefan Jeschke
Förster Stefan Jeschke
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Teilnehmer der CDU-Sammelaktion für Waldtiere ließen sich vom Förster den Wald zeigen. Sie erfuhren, was das Schöllkraut mit Gummibärchen zu tun hat.

Mündelheim/Mitte..  Wer Hunger hat, macht sich auf den Weg in den Supermarkt und stattet sich mit allerhand Leckereien aus, auch im Winter und im Schneetreiben ist das kein Problem. Die Duisburger Waldbewohner rund um Wildschwein & Co. haben es da nicht ganz so einfach. Vor allem bei Schneefall sucht es sich erheblich schwerer nach Nahrung. Ein Glück, dass mehr als 70 Kinder aus Mündelheim und Serm in den vergangenen Monaten über 500 Kilo Eicheln gesammelt haben, die Förster Stefan Jeschke an die Tiere weitergibt. Am vergangenen Samstag gab es als Dankeschön die erste von zwei Waldwanderungen im Duisburger Stadtwald.

15 Kinder hatten sich zu der Wanderung eingefunden, zu der der CDU-Ortsverband Mündelheim/Ehingen/Serm eingeladen hatte. „Für die zweite Wanderung in vier Wochen sind aber noch viel mehr Kinder angemeldet“, versichert Wolfgang Schwertner von der CDU und erklärt, dass Anmeldungen immer noch möglich seien.

Schon beim ersten Mal mit von der Partie waren sieben Schüler der „5d“ des Mannesmann-Gymnasiums, die mit ihrer Lehrerin Heide Apel gekommen waren. „Wir wollen was für die Tiere tun“, erklärt Selina Ackers ihre Teilnahme an der Sammelaktion. Die Waldwanderung als Belohnung sei besonders schön. „Ich freu’ mich eigentlich auf alles, aber am meisten auf die Tiere“, erklärt die Schülerin. Auch Vivienne Unkrig und Isabell Naber hofften darauf, „vielleicht ein paar Tiere zu sehen“ und werfen einen Blick zurück auf die Sammelaktion. „Der Hänger war schon ganz schön voll“, freuen sich die beiden.

Fasan, Fuchs und Iltis gesichtet – allerdings ausgestopft

Im Wald angekommen, geht es zunächst um die Brennnessel – die eigentlich gar nicht immer so unangenehm brennt, wie Stefan Jeschke weiß. Natürlich dürfen sich die Kinder selbst überzeugen und ganz nebenbei auch noch das Schöllkraut umtaufen. „Warzen-Weg-Kraut“ war der Name der Wahl, schließlich sorge der Saft des Krauts ja dafür, dass Warzen schneller wieder verschwinden. Zurück bei den Brennnesseln, offenbart Jeschke den sichtlich erstaunten Kindern ein weiteres Geheimnis der unbeliebten Pflanze: Grüne Gummibärchen würde es ohne das Kraut nicht geben, denn die werden mit dem Farbstoff der Brennnessel hergestellt.

Nach einem Kinder-gegen-Eltern-Wettkampf im Bäume erkennen, der einigen übermotivierten Teilnehmern beinahe einen Bauchplatscher in den Schlamm beschert hätte, geht es abseits der Wege in den Wald hinein. Ob sie denn hier wohl Tiere entdecken könnten, fragte der Förster die Kinder schmunzelnd, und hatte schon eine kleine Überraschung vorbereitet. Tatsächlich fanden die Kinder mit Fasan, Fuchs und Iltis eine stattliche Auswahl an Waldbewohnern, die allerdings allesamt steif und ausgestopft daherkamen. Mannesmann-Schüler Tim erschrak vor dem ausgestopften Fuchs aber trotzdem so sehr, dass er sich beinahe auf den Hosenboden gesetzt hätte. Dem Spaß an den vielen Förster-Anekdoten zu den Tieren tat das keinen Abbruch, und nach Baumscheiben sägen, Waldfrüchte ertasten und einer Runde Wald-Pantomime war die Wanderung schon wieder vorbei.