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Vorsicht bei Böllern und Raketen

14.12.2012 | 12:00 Uhr
Vorsicht bei Böllern und Raketen
Andreas Fröhlich vom THW zeigt eine Silvester-Rakete.Foto: Stephan Glagla

Huckingen. Schon kurz nach Weihnachten zischt und knallt es vereinzelt in Gärten und Hinterhöfen und dann natürlich in der Silvesternacht. Dabei haben die eigentlichen Raketen und Böller in Kinderhänden nichts zu suchen. Das machte die Sprenggruppe des Technischen Hilfswerks Ratingen (THW) jetzt bei einer Demonstration an der Grundschule Albert-Schweitzer-Straße in Huckingen deutlich. Dort sieht man indessen ein, dass es unrealistisch erscheint, Kinder von der Knallerei überhaupt abzubringen. Aber wenn schon, so das THW, dann sollten sie dabei wenigstens nicht die Fehler machen, die manchen Erwachsenen beim Jahresübergang zum Verhängnis werden. Auch wenn dabei der Alkohol eine gewisse Rolle spielt.

Und so vermittelten die Spreng-Experten unter Anleitung ihres Gruppenführers Andreas Fröhlich einige Regeln im Umgang mit Raketen, Knallkörpern & Co., an die sich auch Erwachsene halten sollten. Hauptregel: Nicht das nachmachen, was Erwachsene in der Silvesternacht oftmals vormachen.

Irrläufer und Frühzündungen

So sollten Raketen niemals nur aus Flaschen gezündet werden. Wegen des hoch liegenden Schwerpunkts der darin aufgestellten Rakete sei das viel zu instabil. Die Flasche brauche beim Start nur umzufallen und schon nehme die Rakete den Weg ins Publikum statt in die Luft. Tipp des THW: Die Flasche zusätzlich in einen Bier- oder Limokasten stellen. Ebenso unberechenbar sind Flugrichtung und Detonation, wenn, etwa bei Schneefall oder Regen, unter einem Baum oder Vordach gezündet wird.

Knallkörper sollten niemals in der Hand gehalten und dann weggeworfen werden. Sie fliegen oft nicht dorthin, wohin sie sollen. So mancher Knaller sei schon in einer Kapuze gelandet und so direkt am Kopf hochgegangen. Übel für das Trommelfell. Tipp des THW: Knaller immer am Boden zünden.

Das nützt freilich wenig, wenn schon beim Kauf nicht auf sichere Feuerwerkskörper geachtet wird. Die gibt es nur in Supermärkten und in zugelassenen Fachgeschäften. Wer sie günstig auf dem Trödel oder im Ausland erwirbt, kann es mit ungeprüfter Ware zu tun haben. Und da kann es schon mal sein, dass die Zündschnur nicht fünf bis sechs Sekunden Zeit lässt, um sich in Sicherheit zu bringen, sondern die Explosion schon nach einer halben Sekunde auslöst. Auch Menge, Mischung und Wirkung des Materials könnten unberechenbare Folgen haben. Tipp des THW: Nur Produkte mit Prüfsiegel „BAM“ der Bundesanstalt für Materialforschung verwenden. Nur Knallerbsen, Tischfeuerwerk und Wunderkerzen dürften Kinder unter zwölf Jahren in der Nähe eines Erwachsenen selbst zünden.

Martin Kleinwächter

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