Von Klompen und Klümpchen
28.06.2010 | 18:22 Uhr 2010-06-28T18:22:00+0200
Wanheim. Wenn es das Feiern nicht gäbe, müsste es glatt erfunden werden - jedenfalls für die Wanheimer, die gestern im Festzelt am Honnenpfad und zum Abschluss ihres diesjährigen Volksfestes zünftig Klompenball feierten.
Ratsherr Werner von Häfen hatte das Fest wieder mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern auf die Beine gestellt. Auf sein Kommando zog das neue Klompenkönigspaar, Stefanie Schlüter und Stefan Heckmann, eingetaucht in ein Meer von großen und kleinen Fahnen, ins Festzelt ein. Dort zelebrierte von Häfen den Abschied vom alten Klompenkönigspaar, Ellen und Michael Planker. Die Insignien der Majestäten, das strahlende Diadem für die Königin und eine blitzblanke Amtskette für den König, wechselten ihre Besitzer. Dann tanzten altes und neues Klompenkönigspaar im Kreis der Festschar einen Langsamen Walzer.
Klompenkönigin Stefanie entschuldigte sich fast dafür, von Hause aus Neudorferin zu sein. Und für Klompenkönig Stefan schien es der schönste Tag des Lebens zu sein.
Zumindest in Bezug auf das Wetter war es das auch. Und trotzdem nahm die Festgemeinschaft den einstündigen Umzug durch Alt-Wanheim auf sich. Wilfried Hucks, Ehrenvorsitzender vom Heimat- und Bürgerverein, führte den Zug als eine Art Hoffotograf an, hielt jedes Ereignis dabei im Bild fest. Direkt hinter ihm Werner von Häfen, dem das Hörnercorps Wanheim mit schmetternden Fanfarenklängen folgte.
Standesgemäß wurden altes und neues Klompenkönigspaar im schwarzen Mercedes chauffiert oder, besser gesagt, gezogen, denn sie hatten in einem Motorboot auf einem Anhänger Platz genommen. Hinter ihnen folgte die Schar der Fahnenträger. Und am Schluss wieder zwei Honoratioren: Arno Müller, der Alt-Bezirksbürgermeister, und Theo Küpper, der Vorsitzenden vom Heimat- und Bürgerverein.
Während sie so durch den Ort zogen, richteten sich Schausteller und Festzelt-Betreiber auf den großen Betrieb ein. Drinnen, im Zelt, machte die Band „Kärnseife“ Klangprobe. Draußen lief das Kühl-Aggregat des Getränkewagens auf Hochtouren. Und das Kinderkarussell drehte schon seine ersten Runden.
Endlich tauchte der Festzug vor dem Festplatz auf. Zu den Klängen von „Rosamunde“ hielt er Einzug ins Festzelt, wo Temperatur und Phonzahl von „Kärnseife“ dem Siedepunkt zueilten.
Wie man Klompenkönigspaar wird, wollten wir am Rande von Werner von Häfen wissen. „Früher war das mal das Paar mit den schönste Klompen. Heute gibt es Bewerber“, sagt er. „Und die gucken wir uns an. Man muss schon ein paar Runden geben“, gibt er zu bedenken. Allerdings sei das Engagement nicht so verpflichtend wie bei den Schützen. Das Paar werde aber zu allen wichtigen Ereignissen im Ort eingeladen. „Wir sind es aus Tradition geworden“, sagt die scheidende Königin Ellen Planker. „Wir sind alte Wanheimer.“
Auch im Saal macht Werner von Häfen keinen Hehl daraus, dass er Sorgen hat. Statt der sonst 200 bis 300 Gäste im Festzelt sind es am Samstag abend nur 100 gewesen. Damit steht aber auf dem Spiel, ob sich das Fest für Schausteller und Festgemeinschaft künftig noch lohnt. „Im nächsten Jahr muss sich etwas ändern“, sagt der Ratsherr. Er überlegt, ob man die neu gestaltete Rheinpromenade nicht in die Feierlichkeiten einbeziehen kann.
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